08.01.2018

Minimalistische Löwen zum ersten Mal Sieger

„Dreikönigsturnier“ des FV Steinau

Text und Foto: Oswald Leibold

Die Schlüchterner Löwen Futsal, ihres Zeichen aktuell Tabellenzweiter der Futsal-Verbandsliga, haben beim „Dreikönigsturnier“ Vorjahressieger und Gastgeber FV Steinau abgelöst und erstmals den Titel geholt. Zeitig standen die Löwen nach vier Siegen ohne jedes Gegentor als Erster des traditionellen Turniers fest, profitierten dabei freilich von zwei Unentschieden des härteten Konkurrenten, der U17 des SV Wehen Wiesbadens, und durften sich im finalen Spiel gegen eben jene B-Junioren aus der Landeshauptstadt sogar eine 1:6-Pleite leisten.

Bis weit in das zweite Drittel des Turniers hinein hatte es laut Spielplan nach einem „echten Endspiel“ um den Titelgewinn zwischen den Löwen und dem B-Junioren-Hessenligisten Wehen Wiesbaden ausgesehen. Weil aber die vom aus Steinau stammenden Damir Agovic trainierte U17 gleich zweimal patzte, durften sich die Löwen allzu zeitig des Sieges sicher sein. Patzer Nummer eins unterlief dem Vorjahreszweiten gegen den FV Steinau, hier führte das Team des Veranstalters bis zehn Sekunden vor Schluss durch den Treffer von Michael Lauer, Wehen kam letztlich zu einem glücklichen 1:1-Remis. Der zweite Fauxpas ereignete sich dann im Match gegen die SG Marborn. Hier lagen die B-Junioren Wehens durch zwei schnelle Treffer binnen 30 Sekunden rasch vorne, aber Marborns Doppeltorschütze Eren Aygül glich aus, und der Traum vom „Endspiel“ gegen die Löwen war ausgeträumt. Selbst einen Neunmeter nach dem fünften kumulierten Foulspiel Marborns wusste der Favorit in der Schlussphase nicht zum Siegtor zu nutzen.

Früh schon zeichneten sich in den ersten Begegnungen des Turniers die eigentlichen Kräfteverhältnisse ab. Wehen Wiesbaden glänzte mit einem 5:1-Sieg gegen die letztlich sieg- und gar punktlose SG Sterbfritz/Sannerz. Der FV Steinau distanzierte den geografischen Nachbarn SG Marborn mit 2:0 und hielt sich nach dem 1:1 im Auftaktspiel gegen die SG Kressenbach/Ulmbach damit alle Chancen offen. Hätte der FVS nicht zehn Sekunden vor dem Abpfiff gegen Wehen Wiesbaden noch das 1:1 zulassen müssen, wer weiß, ob dann nicht die Titelverteidigung gelungen wäre. Die 0:2-Niederlage gegen die Schlüchterner Löwen beraubte Steinau dann der letzten Möglichkeit, noch in das Geschehen um den Turniersieg einzugreifen.

Die auf das betont körperlose Spiel unter dem Hallendach schon recht spezialisiert auftretenden Löwen Schlüchterns beschränkten sich auf minimalistische Siege. Gegen Marborn und Kressenbach/lmbach genügte jeweils ein einziger Treffer zum Erfolg, gegen den FV Steinau gab es ein 2:0, gegen Sterbfritz/Sannerz siegten die mit zahlreichen untersetzten und vermeintlich für die Halle prädestinierten Akteuren auflaufenden Löwen mit 3:0. Nach vier Spielen und dabei absolvierten 48 Minuten ohne jeden Gegentreffer setzte es dann die 1:6-Niederlage im letzten Turniermatch gegen die U17 Wehen Wiesbadens. Selbst da führten die Löwen durch den Treffer von Manuel Nsowah mit 1:0, dann aber ergoss sich zur allgemeinen Überraschung der nicht eben zahlreich erschienenen Zuschauer noch im Minutentakt ein halbes Dutzend Gegentore über den Turniersieger.

Kreisschiedsrichterobmann Bernhard Depta, dessen Tochter Olivia und der für den SV Herolz pfeifende Unparteiische Jeffrey Euchler hatten mit der Leitung der insgesamt 15 Begegnungen keinerlei Probleme, wenngleich es manchmal nicht wie im Futsal gefordert körperlos zuging.

Ergebnisse und Tabelle:

Steinau – Kressenbach/Ulmbach 1:1
Marborn – Schlüchterner Löwen Futsal 0:1
Wehen Wiesbaden U 17 – Sterbfritz/Sannerz 5:1
Steinau – Marborn 2:0
Kressenbach/Ulmbach – Wehen Wiesbaden U 17 1:2
Schlüchterner Löwen Futsal – Sterbfritz/Sannerz 3:0
Wehen Wiesbaden U 17 – Steinau 1:1
Kressenbach/Ulmbach – Schlüchterner Löwen Futsal 0:1
Sterbfritz/Sannerz – Marborn 1:2
Steinau – Schlüchterner Löwen Futsal 0:2
Sterbfritz/Sannerz – Kessenbach/Ulmbach 1:4
Marborn – Wehen Wiesbaden U 17 2:2
Sterbfritz/Sannerz – Steinau 2:4
Kressenbach/Ulmbach – Marborn 3:1
Schlüchterner Löwen Futsal – Wehen Wiesbaden U 17 1:6
 
1. Schlüchterner Löwen Futsal  (8:6 Tore / 12 Punkte)
2. Wehen Wiesbaden U 17 (18:6 / 11)
3. Steinau (8:6 / 8)
4. Kressenbach/Ulmbach (9:6 / 7)
5. Marborn (5:9 / 4) 
6. Sterbfritz/Sannerz (5:18 / 0)

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