22.09.2017

Karriereende ist mit 36 noch kein Thema

Heiko Hofmann spielt mit Wendershausen um den Titel

Heiko Hofmann (links)

Heiko Hofmann gehört zur seltenen Gattung der Fußballer, die bislang noch nie den Verein gewechselt haben. Seit 30 Jahren schnürt er für den FV Germania Wendershausen die Schuhe und will mit dem Rhöner C-Ligisten in diesem Jahr viel erreichen.

32 Tore in der Vorsaison, 18 in der Runde 2015/16 und nun auch schon wieder zwölf Saisontreffer – der 36-Jährige hat das Toreschießen in den vergangenen Jahren nicht verlernt und gehört zu den wichtigsten Spielern seines Teams. Dabei wollte Hofmann in diesem Jahr eigentlich kürzertreten: „Anfang der Saison habe ich noch zu unserem Trainer gesagt, dass ich erst einmal nur zweite Mannschaft spielen möchte. Ich bin mit dem Hausumbau beschäftigt, habe Nachwuchs bekommen. Weil ich dachte, dass ich nicht so oft ins Training kommen könnte, wollte ich den jungen Leuten keinen Platz wegnehmen“, berichtet Hofmann, der zuletzt allerdings doch immer wieder die Zeit fand, um sich im Training zu empfehlen.

Mit der Maximalausbeute von 24 Punkten aus acht Spielen stehen Hofmann und seine Germanen nun an der Tabellenspitze und haben mit Mohammed Ghasem (13 Tore) und Karrar Alkhizaai (7) noch zwei weitere Torjäger in ihren Reihen. Kein Wunder also, dass nach dem verpassten Aufstieg in der Vorsaison über die Relegation nun die Meisterschaft das erklärte Ziel ist: „Wir haben einen großen Kader, können dank unserer neuen zweiten Mannschaft jetzt auch Ausfälle gut kompensieren. Die Neuzugänge haben gut eingeschlagen und unser neuer Trainer Oliver Milosevic hat gewisse Dinge in diesem Jahr noch verfeinert. Die Meisterschaft ist das klare Ziel“, betont Hofmann, zumal mit Reulbach II der direkte Verfolger bereits geschlagen wurde.

Der Aufstieg in die B-Liga sei dabei nur ein erster Schritt, langfristig wolle man sich im oberen Drittel dieser Liga bewegen, wie Hofmann betont – zum einen, um die Attraktivität für die Zuschauer zu erhöhen, zum anderen „weil der Reiz auch einfach größer ist, wenn die Spiele enger werden“, macht Hofmann deutlich, dass Partien wie das jüngste 15:2 gegen Dipperz/Dirlos III gerne die Ausnahme bleiben dürfen – trotz der Tatsache, dass der 36-Jährige dabei sieben Treffer zum Erfolg beigesteuert hatte.

Bereits dreimal hatte sich Hofmann in der Vergangenheit die Torjägerkanone gesichert, seine Quote dementsprechend auch andere Vereine auf den Plan gerufen. „In den letzten Jahren war aber eigentlich schon bekannt, dass man nicht bei mir anfragen muss. Vor zehn Jahren gab es noch mehr Angebote, unter anderem aus Thüringen, aber ich fühle mich im eigenen Verein am wohlsten und wollte mir auch nicht nachsagen lassen, dass ich nur wegen ein paar Euro wechsele. Außerdem spiele ich mit Freunden zusammen, mit denen ich teilweise schon 30 Jahre im Verein bin“, betont der Ur-Wendershäuser, der den großen Zusammenhalt innerhalb des Vereins sowie die Eigenständigkeit schätzt. „Das Besondere ist, dass wir nie wegen des Erfolgs eine Spielgemeinschaft eingehen würden, so wie es vielleicht andere Vereine machen. Wir wollen eigenständig bleiben, auch wenn das die C-Liga bedeutet.“

Und obwohl er als 36-Jähriger schon zu den ältesten Spielern seiner Mannschaft zählt, hat Hofmann noch keinen Gedanken an ein Karriereende verschwendet: "Ich habe noch keinerlei Probleme und möchte deshalb noch einige Jahre spielen." Für welchen Verein versteht sich von selbst.

Autor: Viktoria Goldbach

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