16.12.2017

Sprachlosigkeit beim SVS

Hessenliga: Die Lage ist prekär

Steinbachs Tom Wiegand im Duell mit dem Rot-Weißen-Torschützen Henok Teklab. Foto: Ralph Kraus

Im letzten Hessenligaspiel des Jahres 2017 hat die SG Rot-Weiss Frankfurt das Kellerduell gegen den SV Steinbach mit 5:2 (1:2) gewonnen. Für den SVS ist die Lage nun prekärer denn je, der Nichtabstiegsplatz liegt bei vier Absteigern bereits zehn Punkte entfernt.

Dass Rot-Weiss am Ende auf dem Kunstrasenplatz nicht nur den ersten Heimsieg, sondern auch den höchsten Saisonsieg landete, lag vor allem an der Willensstärke der notgedrungen aufgestellten Mannschaft. Mit zwei A-Jugendspielern sowie dem Kapitän der zweiten Mannschaft, Patrick Gürser, war die Mannschaft im Spiel eins nach Mario Basler aufgefüllt worden. Auf der Ersatzbank nahmen nur Spieler aus dem Unterbau Platz. "Wir sind es positiv angegangen und haben die Woche gut durchgezogen. Dieses Gefühl haben wir auf den Platz gebracht. Am Anfang war alles etwas vogelwild, auch von Sterinbacher Seite", lautete der erste Kommentar von Interimstrainer Yüksel Ekiz, der das Frankfurter Team gemeinsam mit Mirko Kelava cochte.

Die Gäste aus Steinbach kamen zunächst gefährlich über die linke Seite und nach der ersten Flanke von Pascal Manß drückte Florian Münkel zur Führung für die Osthessen ein (4.). Die Antwort der Hausherren ließ jedoch nur zehn Minuten auf sich warten. Steinbachs Petr Paliatka fabrizierte im Spielaufbau einen Bock und verlor den Ball an Henok Teklab. Der 19-jährige blieb vor dem Tor eiskalt und überwand SVS-Tormann Marco Motzkus mit einem Flachschuss (14.). Es ging weiter hin und her und Steinbach profitierte fünf Minuten später erneut davon, dass Manß auf dem linken Flügel alleine gelassen wurde. Dessen Flanke verwandelte diesmal Michael Wiegand zum 2:1 für den SVS (19.).

Zu dieser Phase lief viel über Spielertrainer Petr Paliatka im Zentrum, der Pechvogel in der Abwehr war aber Sebastian Bott. Im Strafraum trat er Rot-Weiss-Stürmer Ibrahim Cigdem um und verursachte einen Strafstoß. Den fälligen Foulelfmeter konnte Christian Pospischil aber nicht verwandeln. Steinbachs Tormann Motzkus konnte parieren (29.). Bis zur Halbzeit konservierte Steinbach vor nur 110 Zuschauern die Führung und kam dann auch mit einer Riesenchance aus der Kabine. Sasa Dimitrijevic traf den Pfosten.

"Schwer zu sagen, woran es gelegen hat"

Mit dem Ausgleich der Gastgeber kippte aber die Begegnung zugunsten der Frankfurter. Ibrahim Cigdem setzte nach seinem parierten Torschuss energisch nach, passte in die Mitte zu Pospischil, der zum 2:2 einschob (49.). Danach war das Spiel zwar in alle Richtungen offen, Steinbach baute aber mit zunehmender Spieldauer immer weiter ab. Mit entscheidend war auch die Gelb-Rote Karte gegen SVS-Kapitän Steffen Trabert, der den eingewechselten Georgios Nasios nur per Foulspiel stoppen konnte (70.).

In Überzahl spielten sich die "Roten" fast schon in einen Rausch. Zunächst knallte der emsige Patrick Gürser einen Freistoß gegen die Latte. Dann bereitete Nasios aus der Verbandsliga-Reserve das 3:2 durch Cigdem vor (77.). Steinbach hatte danach zwar noch eine Ausgleichschance, spielte dann aber hinten Harakiri und kassierte dann durch Botts Eigentor nach einem Cigdem-Schuss das 4:2 (84.). In der Nachspielzeit setzte Mirkan Kara noch den Schlusspunkt zum 5:2 (90.+2), nachdem Pospischil kurz davor die Latte getroffen hatte.

"Respekt vor Patrick Gürser, der einfach zur Ersten kam und dann so eine Leistung abgeliefert hat in Zusammenarbeit mit Kara, Pospischil, Velemir und Cigdem. Es hat einfach alles gepasst und die Jungs haben sich das einfach verdient", resümierte Ekiz. Sprachlosigkeit dagegen beim SV Steinbach. Spielertrainer Petr Paliatka zeigte sich nach der derben Niederlage recht wortkarg: "Nach dem 2:1 dürfen wir das Spiel nicht aus der Hand geben, aber es ist leider so gekommen. Wir hatten heute fast den ganzen Kader komplett. Schwer zu sagen, woran es gelegen hat". / pac

Die Statistik:

SG Rot-Weiss Frankfurt: Koob - Kim, Ech Chad, Kara, Pospischil, Velemir (67. Nasios), Cigdem (89. Burcu), Gürser, Zaeteri, Teklab, Scholten (74. Özyürek).
SV Steinbach: Motzkus; T. Wiegand, Trabert, F. Wiegand, M.Wiegand, Münkel, Paliatka, Toskovic, Dimitrijevic (61. Schaub), Bott, Manß (80. Schäfer).

Schiedsrichter: Pascal Loschke (Kassel).
Zuschauer: 110.
Tore: 0:1 Florian Münkel (4.), 1:1 Henok Teklab (14.), 1:2 Michael Wiegend (19.), 2:2 Christian Pospischil (49.), 3:2 Ibrahim Cigdem (77.), 4:2 Sebastian Bott (84., Eigentor), 5:2 Mirkan Kara (90.+2).
Gelb-Rote Karte: Steffen Trabert (70., Steinbach).
Besonderes Vorkommnis: Steinbachs Torhüter Marco Motzkus hält Foulelfmeter gegen Christian Pospischil (29.).

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