01.03.2018

Keine Reue, aber Erleichterung

Goran Gajic bezieht zur Trennung mit Gläserzell Stellung

Goran Gajic und Gläserzell haben sich nach einem Jahr getrennt. Foto: Charlie Rolff

So richtig glücklich wurden beide Seiten nie miteinander: Nach einem Jahr gehen Goran Gajic (51) und Frauen-Hessenligist SV Gläserzell getrennte Wege. Eine Trennung, die auf dem ersten Blick überraschend erscheint, sich aber beim zweiten Hinsehen in den vergangenen Monaten angekündigt hat.

Verlief der Start in die aktuelle Spielzeit mit neun Punkten aus drei Spielen noch perfekt, gab in den darauffolgenden Monaten nicht mehr viel zu holen. Lediglich ein Sieg gelang den Damen aus den kommenden neun Partien, aus denen insgesamt sechs Zähler geholt werden konnten. "Wir hatten schon die gesamte Saison mit einer schwachen Trainingsbeteiligung zu kämpfen", berichtet Gajic, der den Verein bereits im Winter ankündigte, sein Amt im Sommer zur Verfügung zu stellen. "Gerade die Wintervorbereitung war eine einzige Katastrophe. Von einem geregelten Trainingsbetrieb kann da nicht die Rede sein. Lediglich donnerstags, wenn wir im Studio im Bereich Kraft und Athletik gearbeitet haben, hatten wir eine vernünftige Beteiligung."

Nach einem Gespräch mit dem Gläserzeller Führungsteam sei nun die Entscheidung gefallen, dass die Zusammenarbeit bereits im Winter beendet werde. "Ich hätte mich in den Dienst des Vereins und der Mannschaft gestellt und die Saison zu Ende gebracht, kann mit der Entscheidung des Vereins aber leben. Ehrlich gesagt bin ich auch froh, dass es nun vorbei ist", verrät der 51-Jährige. Die Zeit bei den Mädels des SVG will Gajic aber nicht missen, auch wenn der Verein in der Pressemitteilung ("Wir bedauern diesen Schritt, waren aber letztlich nicht mehr davon überzeugt, dass die Mannschaft noch geschlossen hinter dem Trainer steht, sodass wir aus diesen Grund handeln mussten“) durchblicken gelassen hatte, dass es Risse zwischen Mannschaft und Trainer gegeben habe.

"Mit den Mädels gab es keine Probleme. Vielleicht hatten sie im Hinterkopf, dass ich im Sommer sowieso aufhöre und haben sich daher eine Veränderung gewünscht. Ich kann es nicht beurteilen", so Gajic, der aber betont, "dass wir nicht im Groll auseinander gehen. Ich werde im Rahmen meiner Möglichkeiten die Mädels in der Restrunde unterstützen, das eine oder andere Spiele besuchen und ich wünsche mir wirklich, dass sie die Liga halten."

Das "Abenteuer" Frauenfußball bereut der Ex-Petersberger aber keineswegs. "Ich habe viele Erfahrungen sammeln und bereue den Schritt auf keinen Fall. Es ist aber so, dass ich schon eine andere Erwartungshaltung hatte. Für die Mädels ist der Fußball nur ein Hobby. Das darf man ihnen auch nicht verübeln, weil sie kein Geld bekommen. Trotzdem habe ich mit einer Trainingsbeteiligung von 80 bis 90 Prozent gerechnet, das war aber Utopie. In der Regel war nicht einmal die Hälfte der Spielerinnen da. Gerade beruflich und studienbedingt sind uns zahlreiche Leistungsträgerinnen weggebrochen. Das war einfach schwierig", weiß Gajic. Zunächst will der Coach erst einmal eine Pause bis Sommer einlegen. "Ich war 20 Jahre am Stück Trainer fast unterbrochen tätig, jetzt freue ich mich einfach auf freie Wochenenden."

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