07.03.2018

"Wenn Schaaf fit ist, wird Lehnerz immer erfolgreich sein"

Hessenliga: Waldgirmes-Coach Daniyel Bulut vor dem Topspiel im Interview

Patrick Schaaf traf im Hinspiel gegen Waldgirmes zum 2:0-Endstand. Archivfoto: Charlie Rolff

In Waldgirmes kommt es am Samstag (15 Uhr) zum Topspiel der Hessenliga, wenn der gastgebende Tabellenzweite den TSV Lehnerz empfängt. Wir haben mit SCW-Coach Daniyel Bulut (37) vor der Begegnung über den kommenden Gegner, den Kampf um Rang zwei sowie die Regionalliga gesprochen.

Beim letzten großen Interview mit unserem Portal vor ziemlich genau einem halben Jahr hast du gesagt, dass ihr schnellstmöglich 40 Punkte holen wollt. Nun steht ihr bereits bei 42 ...

Man kann natürlich nie in die Zukunft schauen. Wir sind ein Aufsteiger, der sich mit nur zwei Neuzugängen verstärkt hat, da wussten wir nicht, wie wir in der Hessenliga ankommen. Deshalb haben wir erst einmal die 40 Punkte als Ziel ausgegeben. Dass es jetzt so gut läuft, hängt von vielen Faktoren ab. Wir haben wenige Verletzte, dazu haben wir die 50-50-Spiele für uns entschieden, hatten also auch das nötige Glück.

Inwiefern haben sich die Ziele nach der tollen bisherigen Saison verändert?

Wir gehen nicht rein und sagen, es ist egal, was uns jetzt noch passiert. Wenn du oben stehst, möchtest du auch oben bleiben. Wir möchten den Moment so lange wie möglich genießen, wir wissen, dass das nicht normal ist. Nächste Saison kann die Situation schon wieder ganz anders sein.

Wenn man als Zweiter der Hessenliga überwintert, muss man sich automatisch mit der Regionalliga befassen, oder?

Wir sind da schon sehr realistisch. Wir wollen uns nicht von der nackten Tabelle täuschen lassen, schließlich haben wir teilweise zwei Spiele mehr auf dem Konto. Und im Vergleich zu Teams wie Dreieich, Lehnerz, Alzenau und Watzenborn sehe ich uns sowieso als die fünfte Mannschaft an. Wir haben einen sehr kleinen Kader, spielen dazu in unseren restlichen elf Spielen nur noch viermal daheim. In der Winterpause haben wir gesagt, dass wir uns nach den ersten beiden Spielen in Fulda und Lehnerz noch einmal zusammensetzen wollen, ob es Sinn machen würde oder ob es überhaupt möglich ist. Leider ist die Partie in Fulda ausgefallen, aber mit einem Regionalliga-Antrag hätten wir sowieso bis Ende April Zeit. Generell bin ich der Meinung, dass man einen sportlichen Aufstieg nie ausschließen sollte, sofern es irgendwie machbar ist. Was soll denn schon passieren? Wenn man es in der höheren Liga nicht schafft, steigt man eben wieder in die Hessenliga ab.

Am Wochenende steigt das Topspiel gegen Lehnerz. Welche Rolle traust du eurem Gegner im Kampf um Platz zwei zu?

Wenn wir nicht zwei Spiele mehr bestritten hätten, wäre Lehnerz Zweiter. Das ist eine individuell sehr starke Mannschaft, die auch einige gute junge Leute hat. Die Mischung in der Mannschaft gefällt mir sehr gut. Mit ihrem Kapitän Patrick Schaaf haben sie zudem jemanden, der zu den besten drei Spielern der Hessenliga gehört. Solange er fit ist, wird die Mannschaft immer erfolgreich sein. Er ist ein Stratege, Denker und Lenker, dazu zusätzlich noch ein Vollstrecker. Ich denke, dass sie bis zum Schluss um Platz zwei kämpfen werden. Entscheidend könnte das Spiel in Watzenborn drei Spieltage vor Ende der Saison sein. Wenn sie vor dieser Begegnung drei oder mehr Punkte Vorsprung haben, werden sie die besten Karten haben.

Das Hinspiel in Lehnerz ging 0:2 verloren, Waldgirmes war aber die klar bessere Mannschaft. Welche Lehren habt ihr daraus gezogen?

Die wichtigste Lehre war, dass wir ganz einfach auf einem guten Weg sind. Es passiert ja selten, dass man verliert und trotzdem gesagt bekommt, dass wir ein sehr gutes Spiel gemacht haben, wir haben den Gegner teilweise beherrscht. Für uns war klar, dass wir weitermachen wie bisher, aber zielstrebiger werden müssen. Damals war ja noch nicht abzusehen, dass wir uns unter den ersten fünf festsetzen würden.

Mit Jurij Gros (12 Tore) und Tolga Duran (11) habt ihr ein Offensivduo, das wohl jedem Verein der Liga weiterhelfen würde. Was zeichnet die beiden aus?

Sie sind von ihrer individuellen Stärke her Straßenkicker, das gibt es nicht mehr so oft. Sie sind keine klassischen Stürmer, arbeiten immer hervorragend mit nach hinten. Generell ist unsere mannschaftliche Stärke unser größtes Plus, wir arbeiten alle sehr gut mit und gegen den Ball. Davon profitieren die zwei.

Daniyel Bulut spielt mit Waldgirmes eine tolle Saison. Archivfoto: Mithat Gürser

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Autor: Steffen Kollmann

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