09.03.2018

Mit 27 schon einer der dienstältesten Borussen

Dennis Müller gehört zu dem Quartett, das den Hessenliga-Aufstieg 2015 miterlebt hat

Da geht es lang: Dennis Müller gibt seit fast vier Jahren bei Borussia Fulda den Weg vor. Foto: Charlie Rolff

Nachhaltigkeit in der Personalplanung – diesen Aspekt hat Martin Hohmann kürzlich angesprochen. Dass der Sportliche Leiter von Borussia Fulda das Thema nicht zufällig auf der Agenda hat, zeigt ein Blick auf die Entwicklung des Kaders.

Seit dem Wiederaufstieg im Sommer 2015 spielen die Borussen wieder in der Fußball-Hessenliga – also seit gut zweieinhalb Jahren. Nur noch vier Spieler aus dem aktuellen Kader haben der Aufstiegsmannschaft angehört. Wie es anders gehen kann, zeigt ausgerechnet Lokalrivale TSV Lehnerz. Zieht man dessen Aufgebot aus 2014/2015 zu Rate, findet man dort 14 Spieler, die ihre Dienste weiterhin (oder wieder) an der Richard-Müller-Straße leisten.

Dennis Müller ist einer der wenigen Konstanten bei den Borussen. Der ehemalige Hünfelder war am Kommen und Gehen in der Johannisau nicht beteiligt. Drei Trainer hat er seit 2015 erlebt – seinen langjährigen Coach Oliver Bunzenthal, dann Thomas Brendel und schließlich Henry Lesser. Der 27-jährige Allrounder, offenbar ausgestattet mit einer Pferdelunge, hat mit seiner Präsenz und seiner Laufstärke schon viele Mitspieler in den Schatten gestellt. Und es ist sicher kein Zufall, dass Müller als eher defensiv orientierter Akteur in dieser Spielzeit mit vier Treffern nach Younes Bahssou (8) schon der zweitbeste interne Torschütze ist.

Könnte er bei solchen Referenzen nicht auch im Sturm eingesetzt werden? „Angreifer und Torwart“, sagt der 27-Jährige lachend, „sind die einzigen Positionen, die ich noch nicht gespielt habe“. Am wohlsten fühlt er sich auf der Sechserposition und im linken Mittelfeld. Seine Vielseitigkeit ist das größte Pfund, mit dem Müller wuchern kann. Denn so stand er nie zur Debatte. Der gebürtige Eichenzeller hat immer gespielt – schon beim Hünfelder SV, wo er drei Jahre Hessenliga-Erfahrung sammeln durfte, wie auch später bei den Borussen. 2014 war Müller seinem Trainer Oliver Bunzenthal in die Johannisau gefolgt, wo er inzwischen sein sechstes Hessenliga-Jahr bestreitet. „Olli war damals schon auch ein Grund dafür, dass ich nach Fulda gewechselt bin – aber nicht der einzige. Neben dem FC Eichenzell ist die Borussia schon immer mein Favorit“, sagt Müller, der die Zeit in der Rhönkampfbahn allerdings nicht missen möchte und die Kameradschaft beim HSV hervorhebt.

"Es tut sich was bei Borussia"

Aber Borussia, das ist eben sein Verein, bei dem er schon in der Jugend das notwendige Rüstzeug erhalten hat. Und jetzt ist er einer von nur noch vieren im Team, die schon vor knapp drei Jahren im Kader des SCB standen. Die Fluktuation hat ihn nicht beeinflusst: „Es war mir eigentlich egal, welcher Neue oder welcher Probespieler nun gerade da war. Ich habe mich immer auf mich konzentriert und versucht, meine Leistung zu bringen.“ Es war offenkundig die richtige Vorgehensweise.

Ohnehin sei an den Spielern die Unruhe, die bei Borussia Fulda ein stets wiederkehrender Begleiter ist, vorübergegangen („Wir sind gelassen geblieben“). Den immer wieder zu hörenden Vorwurf, dass die Spieler es – gerade unter Brendel – im Training an Mentalität und Moral hätten vermissen lassen, will Müller so nicht stehen lassen: „Auch als es nicht so gut lief, haben immer alle mitgezogen.“ Das extreme Verletzungspech sei die Wurzel allen Übels gewesen.

Davon stark betroffen war Dominik Rummel. Gerade seinen Stürmerkollegen nennt Müller als Beispiel dafür, dass die Borussen-Akteure alles andere als traininingsfaul sind: „Wie der sich für sein Comeback im Training reingehauen hat, war fantastisch.“ Der neue Coach wird’s gerne gesehen haben, denn: „Henry ist es sehr wichtig, dass wir fit und austrainiert sind.“

Seinen Vertrag bei den Borussen hat die Allzweckwaffe bis Sommer 2019 verlängert – ohne großes Tamtam. „Borussia war immer mein erster Ansprechpartner und ich hatte nicht die Absicht, den Verein zu verlassen“, sagt Müller, der aber nicht ausschließen will, irgendwann doch mal wieder beim FC Eichenzell zu landen – die Borussen müssen Müllers Gunst also mit dessen zweiter sportlicher Liebe teilen. Noch muss die Britannia aber warten: „Wir haben bei Borussia eine tolle Truppe, verstehen uns sehr gut. Es tut sich was, auch wenn das an der Tabelle derzeit nicht abzulesen ist.“

Lehnerz - Borussia Fulda 14:4

Borussia Fulda hat 2014/15 den Wiederaufstieg in die Hessenliga geschafft. Im aktuellen Kader stehen noch vier Spieler von damals: Tobias Wolf, Mark Jaksch, Dennis Müller und Matija Poredski. Lokalrivale TSV Lehnerz hat aus der Spielzeit 2014/15 noch 14 Akteure in seinen Diensten: Aykut Bayar, Benedikt Kaiser, Christopher Grösch, Sebastian Bartel, Patrick Schaaf, Niklas Odenwald, Niklas Breunung, Kemal Sarvan, Julian Pecks, Jan-Niklas Jordan, Andre Vogt, David Wollny, Kaan Say und Patrick Broschke. / hw

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Personen