31.03.2018

Steinbach jetzt zehn Spiele ohne Sieg

Hessenliga: Ginsheim nimmt drei Punkte mit - Fotos

Da schaut Steinbachs Kapitän Steffen Trabert nicht schlecht, wie hier Ginsheims Stürmer Mahdi Mehnatgir den Ball anvisiert. Foto: Kevin Kremer

Der SV Steinbach hat auch gegen Aufsteiger VfB Ginsheim nicht seinen dritten Saisonsieg feiern können und ist somit nun zehn Spiele ohne Dreier. Gegner Ginsheim beschenkte Trainer Artur Lemm hingegen mit einem 2:1 (1:0)-Sieg zu dessen 43. Geburtstag.

Dass die 162 Kilometer Busfahrt Richtung Heimat einen feucht-fröhlichen Verlauf nehmen würden, stand für den VfB eigentlich schon vor dem Spiel fest, denn dass Lemm die ein oder andere Runde Kaltgetränke zum Ehrentag spendieren würde, versteht sich von selbst. Doch dass die Stimmung auch entsprechend des Anlasses sein dürfte, verdankte der VfB in erster Linie Mittelstürmer Mahdi Mehnatgir, der artistisch nach gut einer Stunde für das 2:1 und somit den Siegtreffer sorgte. Überhaupt war es Mehnatgir, der in der zweiten Halbzeit einen extrem Aufwand für die Blauen leistete, sich dementsprechend feiern lassen durfte, beim entscheidenden Tor aber wie der Rest des Teams zu Lemm stürmte.

"Großen Respekt an den SV Steinbach, dass er uns bei dem Punktestand in so einem Spiel alles abverlangt", lobte Lemm, zog den Hut und bekannte, "dass das Spiel auch in die andere Richtung gehen kann". Was ihm gefiel, dass sein Team einen "riesigen Entwicklungsschritt" gemacht habe und sich so den Sieg "erfightet" habe. Und hätte sein Team nicht gewonnen, hätte er nicht die allergrößte Lust auf seinen 43. Geburtstag gehabt, "denn weder ich noch meine Frau stellen sich einen Geburtstag mit vier Stunden Busfahrt vor". So aber konnte er schon Minuten nach Abpfiff das erste Hochstift genießen.

Der Sieg fällt sicherlich nicht in die Kategorie "hochverdient", allerdings zeigte der gemeinhin über die Spielstärke kommende VfB, dass er auch die Mittel für schwer bespielbare Untergründe kennt. Auch Steinbach legte zwar Leidenschaft an den Tag, doch in Summe war der Gegner eben doch den kleinen Ticken besser, erlaubte sich nicht so viele technische Fehler und verzeichnete auch ein kleines Chancenplus, wenngleich klare Möglichkeiten in einem insgesamt schwachen Hessenliga-Spiel Seltenheitswert genossen.

Sowohl die Ginsheimer Führung – Linksverteidiger Eduardo Landu servierte punktgenau für Kapitän Jörg Finger – als auch der Ausgleich nach der Pause resultierten aus Standards. Für das 1:1 zeichnete sich Markus Schaub verantwortlich. Der Hohenrodaer erzielte sein erstes Tor überhaupt für die erste Mannschaft des SVS. Sasa Dimitrijevic hatte den Freistoß auf den Kopf des Sechsers geschlagen. Steinbach versuchte es diesmal mit einer Dreierkette, die weitgehend für genügend Stabilität im Spiel sorgte, allerdings war die Mannschaft nach vorne einmal mehr etwas zahnlos, wenngleich Spielertrainer eine "100-prozentige Steigerung zur Pleite in Ederbergland" sah.

Für den SV Steinbach liest sich die Tabelle beim verbleibenden Restprogramm nun extrem schlecht, denn die kommenden vier Spiele (Lohfelden, Neu-Isenburg, Flieden, Vellmar) finden allesamt auswärts statt, der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz – bei nur drei Absteigern gerechnet – zehn Punkte.

Die Statistik:

SV Steinbach: Motzkus – T. Wiegand, Trabert, F. Wiegand – Dimitrijevic (67. Ludwig), Schaub (67. Paliatka), Herr, Manß (81. Ristevski) – M. Wiegand – Münkel, Kvaca.
VfB Ginsheim: Staegemann – Wagner, Jörg Finger, Bednarz, Eduardo Landu (46. Görlich) – Kwiaton, Eren – Fisch, Fischer (74. Lee), Geisler (86. Jan Geisler) – Mehnatgir.
Schiedsrichter: Sascha Bauer (TSV Obermelsungen).
Zuschauer: 135.
Tore: 0:1 Jörg Finger (11.), 1:1 Markus Schaub (48.), 1:2 Mahdi Mehnatgir (65.).

Autor: Johannes Götze

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