06.06.2018

Ein Déjà-vu, das zu kitschig für Hollywood wäre

Relegation zur KOL Nord: Heinebach/Osterbach ist oben

Die Aufstiegs-Humba beginnt in drei, zwei, eins... Foto: Johannes Götze

Die SG Heinebach/Osterbach ist dann mal oben! Dank des 2:1 (2:0)-Erfolgs bei der SG Ausbach/Friedewald hat die Elf um Trainer Martin Köthe die Relegationsrunde zur Kreisoberliga Nord gewonnen. Auf dem Feuersitz nehmen nun Ausbach/Friedewald und Wildeck Platz, müssen auf den Gruppenliga-Aufstieg der FSG Bebra hoffen und müssten dann in einem Entscheidungsspiel den letzten Kreisoberligisten unter sich ermitteln.

Im Vorjahr hatte die SG Ausbach/Friedewald das entscheidende Relegationsspiel in Lispenhausen zu bestreiten, ein Punkt wäre zu wenig gewesen, ein Sieg hätte gereicht. Diesmal war die Ausgangslage ähnlich, nur dass Ausbach Heimrecht besaß und der Gegner Heinebach/Osterbach hieß. Aus allen Aufstiegsträumen riss die Spielgemeinschaft weiland Rotenburgs Identifikationsfigur Steffen Kanngießer, der rotzfrech eine Ecke direkt verwandelte. Und da sich Geschichte manchmal wiederholt, dachte sich Meik Villa gleich bei der ersten Ecke der Gäste: die knall' ich mal direkt rein. Und tatsächlich schlug das Leder im langen Winkel ein. Sicherlich ist einem Keeper – in diesem Falle Nils Rüger, vergangene Saison stand Julian Kempka zwischen den Pfosten – bei einer direkt verwandelten Ecke nicht von aller Schuld freizusprechen, aber der Eckstoß war schlichtweg mit aller Genialität getreten.

Das 0:1 nach nur neun Minuten war letztlich spielentscheidend, Heinebach/Osterbach konnte sich aufs Kontern beschränken, tat dies mit zunehmender Spielzeit immer gefährlicher und belohnte sich noch vor der Pause, da spielte André Penner einen herrlichen Diagonalball, den Hendrik Kambach frei vor Rüger aufnahm; Rüger reagierte zwar stark, doch der Ball trudelte ins Netz, auch Alexander Lepke konnte den Einschlag nicht mehr verhindern (41.). Apropos Kambach: Der musste bereits nach 30 Minuten Mittelstürmer Stefan Dick ersetzen, auch für Villa war der Arbeitstag schon kurz nach seinem Geniestreich beendet. Beide setzten Muskelverletzungen außer Gefecht. Doch auch das hielt, genau wie das Fehlen von Kreativspieler Nelson Erbe, Köthes Truppe nicht auf.

Richter der Fels in der Brandung

Die Hausherren hätten vor einem beidseitig sensationellem Publikum ihre erste Chance nutzen müssen, allerdings ließ sich da Heinebachs Keeper Jan-Niklas Richter von Dawd Hasan die Kontaktlinse rausschießen. Er setzte sich eine neue ein und spielte einfach weiter, obwohl er fast nichts mehr sah (19.). So aber nutzte viel optische Überlegenheit lange wenig. Spätestens nach der Halbzeit musste die Elf von Trainer Martin Stein zumindest auf Platz zwei spielen, dafür bedurfte es eines Unentschiedens oder aber eine Niederlage mit maximal einem Tor Unterschied.

Und auf das "Heimtor" spielend, waren die Ausbacher plötzlich deutlich präsenter und galliger. Der Anschluss war schnell geschafft, weil Denis Masic mit all seiner Routine einen Strafstoß gegen Tizian Fernandes Rosa herausholte, den Kapitän Julian Schmidt verwandelte (52.). Fortan drückte Ausbach vehement, nur blieben glasklare Chancen Mangelware. Masic zwang mit einer verunglückten Flanke den überaus sicheren Richter zu einer Glanztat (70.), im Anschluss war Richter bei zahlreichen Fernschüssen der Fels in der Brandung. Und so begann das große Jubeln auf der einen, während die andere Seite im Tal der Tränen baden musste.

Die Statistik:

SG Ausbach/Friedewald: Rüger – Hellmann, M. Schmidt, J. Schmidt, Lepke – Tewes, Zaha – K. Krause, Hasan, Störl – Masic. (Langhans, Trombach, F. Kempka).
SG Heinebach/Osterbach: Richter – Villa, Artur Penner, Winter, C. Krause – M. Stöcker, Frank – Fernandes Rosa, B. Stöcker, Andre Penner – Dick. (Fischer, Kambach, Alexander Penner)
Schiedsrichter: Denis Krones (SG Wehretal).
Zuschauer: 800.
Tore: 0:1 Meik Villa (9.), 0:2 Hendrik Kambach (41.), 1:2 Julian Schmidt (53., Foulelfmeter).

Autor: Johannes Götze

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