09.10.2018

Steht Moritz Reinhard vor dem Sprung zu Kickers Offenbach?

Gruppenliga: Elterser absolviert Probetraining beim Regionalligisten

Moritz Reinhard (links) trug immer das Elterser Trikot. Nun könnte er es bald gegen ein Offenbacher Jersey austauschen. Archivfoto: Charlie Rolff

Dass Moritz Reinhard zu den besten Fußballern der Region zählt, ist längst kein Geheimnis mehr. Höherklassig hat es der Elterser bisher nie versucht, spielte immer bei seinem Heimatverein SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach. Das könnte sich nun aber ändern: Momentan bestreitet der 23-Jährige ein Probetraining bei Regionalligist Kickers Offenbach.

Der Kontakt kam über Kickers-Co-Trainer Max Lesser zustande, der Maberzeller schaute sich zuletzt das Elterser Auswärtsspiel in Thalau (3:4) an und kontaktierte Reinhard im Anschluss. „Ich war erst einmal überrascht. Man rechnet ja nicht damit, dass dich ein Regionalligist mit einer solchen Tradition zu einem Probetraining einlädt“, sagt Reinhard, der bis Freitag beim OFC mittrainieren wird und am Dienstag seine ersten beiden Einheiten hatte.

Zunächst gab es eine Videoanalyse, im Anschluss wurde normal trainiert, ehe in der Nachmittagseinheit ein Oberkörpertraining stattfand. Sein Fazit nach dem ersten Tag: „Es war schon erst einmal eine komplette Umstellung. Es waren über 20 Spieler da, vier Torhüter, und jeder Platz lag da wie eine Eins. Das Spielgeschehen war ein bisschen schneller, ich hatte aber das Gefühl, dass ich mich ganz gut einfügen konnte. Es ist nicht so, dass ich komplett untergegangen wäre“, betont der Elterser.

Sollte Reinhard die Verantwortlichen überzeugen und tatsächlich ein Angebot erhalten, würde der Torjäger die Chance wahrscheinlich wahrnehmen. Schon länger spielt der 23-Jährige mit dem Gedanken, höherklassig Fußball zu spielen, aufgrund seines Sportökonomie-Studiums in Bayreuth war ein Wechsel bislang aber noch keine Option. Mit den Kursen ist er nun seit Sommer durch, zurzeit schreibt Reinhard seine Bachelor-Arbeit, einem Wechsel im Winter stünde wohl nichts im Wege. „Eigentlich wollte ich noch meinen Master machen, aber je nach Entwicklung bei Offenbach müsste ich jetzt umdenken. Das Probetraining ist schon eine einmalige Chance, wenn der OFC dann tatsächlich Interesse an einer Verpflichtung haben sollte, glaube ich nicht, dass ich das Angebot ausschlagen könnte.“

"Möchte gerne den Sprung wagen"

Es wäre der erste Wechsel überhaupt für den Rhöner, der in der Jugend für die JSG Bieberstein einige Jahre in der Gruppenliga und anschließend immer für Elters/Eckweisbach/Schwarzbach am Ball war. Gestartet in der A-Liga, ist die Spielgemeinschaft inzwischen zu einem Gruppenliga-Topteam gereift. Auch dank Moritz Reinhard, der in den vergangenen Jahren immer mindestens 20 Treffer erzielte – und dabei nicht immer im Sturmzentrum, sondern auch oft im Mittelfeld aufgeboten wurde. Ein Wechsel von seinem Heimatverein würde natürlich mit einem weinenden Auge geschehen, „es ist aber auch nicht mein Ziel, für immer Gruppenliga zu spielen. Ich würde schon gerne den Sprung in eine höhere Liga wagen.“

Genügend Beispiele, dass eine Profikarriere auch ohne eine entsprechende Ausbildung in einem Nachwuchsleistungszentrum funktionieren kann, gibt es zuhauf. Daniel Hanslik schaffte über den SVA Bad Hersfeld und SV Steinbach den Sprung zum VfL Wolfsburg II, Hendrik Weydandt von Hannover 96 gelang sogar den Schritt vom Kreisliga-Spieler zum Bundesliga-Torschützen. Mit Jake Hirst gibt es dazu ein ganz aktuelles Beispiel bei den Kickers: Mit dem Stürmer, der von der KOL in die Regionalliga gewechselt war und zum Shootingstar wurde, hat sich Reinhard schon ausgetauscht.

Heimatverein Elters/Eckweisbach/Schwarzbach sieht er jedenfalls auch ohne seine Person gut aufgestellt: „Da habe ich gar keine Bedenken. Ich bin davon überzeugt, dass die junge Mannschaft auch ohne mich erfolgreich sein wird und oben mitspielen kann.“ Den Aufstieg zum Regionalliga-Spieler würden ihm jedenfalls alle seine Mitspieler gönnen, das steht außer Frage.

Autor: Steffen Kollmann

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