03.11.2018

Bonuspunkte waren für Flieden drin

Hessenliga: Ex-Borussen treffen bei 0:2 in Kassel

Fliedens Christian Kreß (rechts) und Felix Hack (Mitte) versuchen den flinken Nael Najjer zu stoppen. Foto: Christian Halling

Die Aufgabe war vor dem Spiel hart, während des Spiels lange lösbar, ehe sie am Ende doch nicht bewältigt werden konnte: Der SV Buchonia Flieden hat sich beim klaren Favoriten Hessen Kassel lange wehrhaft gezeigt, am Ende aber aufgrund zweier Standard-Gegentore unglücklich mit 0:2 (0:0) gegen den Regionalliga-Absteiger verloren.

Klar: Alles, was die Fliedener aus dem Auestadion mitgebracht hätten, wären Bonuspunkte im Abstiegskampf gewesen. Und lange hatte es den Anschein, als könnten die Buchonen die Löwen ärgern. Kassel startete engagiert, hatte anfangs gefühlt 90 Prozent Ballbesitz und erste gute Möglichkeiten durch Nael Najjer (1.) und den besten Kasseler an diesem Tag, Marco Dawid (9.). Die Buchonen hatte indes gehörig Respekt, wohl auch vor der für sie ungewohnt großen Kulisse von 1300 Zuschauern und verlegten sich zunächst darauf, die Bälle rauszuschlagen.

Doch die Überlegenheit des KSV Hessen mündete nicht in der eigentlich logischen Führung. Die Löwen wurden nämlich immer behäbiger, ließen Schnittstellenpässe und Tempo in den Aktionen von Minute zu Minute mehr vermissen. Und wenn Sebastian Schmeer und Co. mal vor dem Tor den Abschluss fanden, gingen die Versuche doch arg weit daneben. Zeugnis dafür, warum die Nordhessen im Titelrennen mit Alzenau und Gießen am Ende wohl leer ausgehen werden.

So durfte Flieden Mut schöpfen - und kam immerhin zweimal gefährlich vor das Kasseler Tor. Zweimal war es Taras Zaviiskyi, der zunächst verzog (25.), ehe der Ukrainer nach gut einer Stunde sogar das Tor traf, aber bei Schaubs Zuspiel wohl im Abseits gestanden hatte. Bitter, dass gerade in der Phase, als die Buchonia ernsthaft auf einen Punktgewinn schielen konnte, Schiedsrichter Steffen Rabe in die Quere kam. Der zeigte nach 65 Minuten auf den Punkt, als Adrian Bravo-Sanchez nach Dawid-Pass verzog, aber im Schuss über Fliedens Keeper Florian Weß drüberfiel. Ein umstrittenere Strafstoß, den der Ex-Borusse Schmeer locker verwandelte. Die Buchonia war anschließend nicht mehr imstande, noch einmal eine Reaktion zu zeigen, in der Schlussphase durfte mit Ingmar Merle noch der zweite frühere Fuldaer Borusse per traumhaften Freistoß treffen und den 2:0-Endstand herstellen.

Fliedens Interimscoach Sascha Gies hatte in seinem letzten Spiel als Verantwortlicher für die erste Mannschaft einen verdienten Kasseler Sieg mit fadem Beigeschmack gesehen, "weil wir uns nach anfänglichen Schwierigkeiten super ins Spiel reingefressen hatten, aber dann so zwei Eier eingeschenkt bekommen. Ob man den Elfer pfeifen muss, weiß ich nicht. Und der Freistoß vor dem 0:2 war ja wohl mal ein Witz."

Die Statistik:

KSV Hessen Kassel: Hartmann - Häuser, Merle (90.+2 Allmeroth), Evljuskin, Brandner (36. Voss) - Schwechel, Brill - Dawid (81. Baumgarten), Bravo-Sanchez, Najjer - Schmeer.
SV Buchonia Flieden: Weß - Kreß (46. Bartel), Pfeiffer, N. Hohmann - Hack, Gaul (72. Rumpeltes), Bohl - Drews (82. Hagemann), Götze - Schaub, Zaviiskyi.
Schiedsrichter: Steffen Rabe (Münchhausen).
Zuschauer: 1300.
Tore: 1:0 Sebastian Schmeer (66., Foulelfmeter), 2:0 Ingmar Merle (83.).

Autor: Christian Halling

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