05.11.2018

Farbenfestival war das einzige Highlight im Mühlengrund

Verbandsliga: Paliatka fand die vielen Karten absolut in Ordnung

Fabian Wiegand (rechts) und der SV Steinbach hatten am Sonntag ihre Probleme mit der Gangart des FSV Dörnberg. Foto: Kevin Kremer

Ein fußballerischer Leckerbissen war die Verbandsliga-Partie zwischen dem SV Steinbach und dem FSV Dörnberg nicht. Dennoch lohnt sich ein Blick auf den Sonntagnachmittag, schließlich ging Schiedsrichter Fabian Bierau (Weimar (Lahn)) nicht gerade zimperlich mit seinen mitgebrachten Karten in der Brust- und Gesäßtasche um.

Eine Rote Karte, eine Gelb-Rote Karte und elf Gelbe Karten, wovon die Gäste mit deren Sieben die Oberhand behielten, sprechen eine deutliche Sprache. Doch keine Frage: Alle Karten konnte man geben, keine war wirklich überzogen, sieht man von der Verwarnung kurz vor Ende gegen Steffen Trabert ab, als dieser den Gegner bei seiner Grätsche nicht berührte, aber vielleicht etwas zu forsch dabei zu Werke ging. Ins gleiche Horn blies Steinbachs Spielertrainer Petr Paliatka auf der anschließenden Pressekonferenz: "Für mich waren alle Gelben Karten berechtigt, ebenso, wie die Platzverweise." Erst flog Sasa Dimitrijevic wegen einer Tätlichkeit mit glatt Rot, kurz darauf Dörnbergs Philipp Nissalla mit Gelb-Rot, als er sich bei einem Konter in den Weg von Fabian Koch stellte. In Luft auflösen konnte sich der Innenverteidiger freilich nicht, dennoch war seine zweite Gelbe Karte völlig in Ordnung.

Allgemein war die Stimmung in Durchgang eins extrem hitzig, wobei sich beide Teams gegenseitig hochschaukelten und bei Foulspielen immer wieder lautstark sich zu Wort meldeten. Auch daran könnte es gelegen haben, dass Schiedsrichter Bierau so fleißig die Kartons zückte, um den Spielern etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. Bei Dörnberg konnte man es aber fast erwarten, denn der Tabellenletzte kämpft um jeden einzelnen Punkt in der Liga, und das wusste auch Trainer Ralf Wetzstein: "Wir sind Tabellenletzter. Da kann keiner erwarten, dass wir Fußball spielen ohne Haken und Ösen. Es kam dadurch Hektik in die Partie, aber das ist okay, denn Emotionen gehören zum Fußball ja auch dazu."

Fußball gespielt wurde übrigens nebenher auch noch, wenn auch nicht mit den großen Torerfolgen. "Uns fehlten zwar einige erfahrene Leute wie Kvaca, Ludwig oder Duvnjak, aber das soll keine Ausrede sein. Viele haben gedacht, dass wir nach dem Sieg in Sand locker mit einigen Toren Unterschied gewinnen. Wir dürfen aber nicht vergessen, was für Jungs heute am Platz standen. Da waren viele junge Kicker wie ein Fabian Koch, Dominik Hanslik oder Jan Ullrich dabei, die am Ende alle platt waren. Ich kann niemanden einen Vorwurf machen. Wir versuchen Fußball zu spielen, versuchen über die Außen zu kommen, und wenn das mal nicht gelingt, sind einige Zuschauer sofort unzufrieden. Ich bin dagegen, trotz des 0:0, zufrieden mit meiner Mannschaft", meinte Paliatka. Der 34-Jährige weiß nämlich, dass sein Team keinen Gegner einfach so überspielen kann, denn dafür sei die Verbandsliga einfach viel zu eng. Es war also irgendwie ein komischer Tag im Steinbacher Mühlengrund, was auch Vorstandsmitglied Berthold Helmke treffend formulierte: "Das Spiel heute war wie der Kalendertag. Sehr trüb."

Autor: Tobias Konrad

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