26.03.2019

Schirmer kündigt "Schweineeinheiten" an

Gruppenliga: Start geht schief

Daniel Schirmer ist aktuell nicht sonderlich begeistert. Foto: Johannes Götze

„An ihm lag’s nicht“, sprudelte es aus Jens Reinhard heraus, als er zur schwachen Schiedsrichterleistung befragt wurde. Der Kapitän der SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach war nach der 0:1-Heimpleite gegen die SG Schlitzerland ob der schwachen Leistung des eigenen Teams bedient und stellte fest, dass es besser sei, wenn er nichts sage.

Kurz pustete er durch und stellte nach der zweiten Nullnummer der eigenen Offensive fest, „dass wir uns selbst belohnen müssen“. Allerdings muss dafür auch wieder etwas mehr „Rhöner Mentalität“ her, denn mit der aggressiven Spielweise des Gegners ließ sich die Dreier-SG den Schneid abkaufen. Von seinem Bruder Moritz, der in der Offensive an allen Ecken und Enden fehlt, sprach er nicht. Auch Trainer Daniel Schirmer nahm den Namen seiner ehemaligen Torgranate, der am Wochenende seinen zweiten Ligatreffer für Kickers Offenbach erzielen konnte und seinem alten Team am Sonntag einen Besuch abstattete, nicht in den Mund.

Und doch sprach er in seiner Generalkritik vielsagend von ihm: „Es darf nicht sein, dass sich die Mannschaft hinter einem versteckt, der nicht mehr da ist. Wir haben in 180 Minuten vielleicht fünfmal aufs Tor geschossen, uns gegen Schlitzerland nur ein einziges Mal gut durchgespielt. Das ist zu wenig.“ Schirmer ging soweit, die Einstellung des Teams infrage zu stellen, in dem er einen Vergleich zu Aussagen seines Gegenübers Simon Grosch von vor der Vorbereitung zog: „Vielleicht muss ich dem Team auch die Pistole auf die Brust setzen und dann mal schauen, wie viele übrig bleiben. Sinnvoll ist es auf jeden Fall freitags, wenn die meisten Spieler da sind, eine richtige Schweineeinheit einzustreuen, auch wenn die Mannschaft dann vielleicht im Spiel nach 80 Minuten platt ist, aber bis dahin eben alles rausfeuert.“

Dass die Situation in der Post-Reinhard-Ära nicht einfach sein würde, hatten viele erwartet – auch weil die Mannschaft in der Hinrunde etwas über den Möglichkeiten spielte. Und auch, weil es für die Mannschaft schon früh in der Saison um nicht mehr allzu viel geht, obwohl Platz zwei noch immer in Schlagdistanz ist: „Aufsteigen wollen wir nicht, absteigen können wir nicht“, offenbart Schirmer, den die Gesamtsituation nachhaltig beschäftigt, weil er der Meinung ist, dass sein Team auch ohne Reinhard deutlich mehr Potenzial besitzt, als es derzeit abruft.

Autor: Johannes Götze

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