29.07.2019

8:0-Fest, das Vorsicht gebietet

Verbandsliga: Martinez und Kornagel weiter auf Probe

So häufig wie am vergangenen Samstag wurde die Anzeigetafel am Fliedener Weiher selten in Beschlag genommen. Foto: Kevin Kremer

Sowohl der SV Flieden als auch der OSC Vellmar hatten vor dem ersten Spieltag mit einer Top-fünf-Platzierung im Endklassement der Verbandsliga geliebäugelt. Umso unglaublicher erscheint das 8:0-Festival für die Mannen aus dem Königreich im Duell der langjährigen Hessenliga-Konkurrenten.

„Ich kann mich nicht erinnern, mal so hoch mit einer meiner Mannschaften verloren zu haben. Und dann noch zum Auftakt einer Saison, auf die wir richtig heiß waren. Das ist ein heftiger Schlag in die Fresse“, war der bemitleidenswerte Vellmarer Coach Jörg Müller nach der Demontage völlig entgeistert. Dass die Nordhessen sich selbst im Vorhinein als Meisterschaftsanwärter eingestuft hatten, wirkte nach den samstäglichen Geschehnissen am Weiher wie ein schlechter Scherz.

Offensiv hatte Vellmar lediglich kurz vor der Pause seine technischen Fertigkeiten angedeutet, ansonsten gehörte das Kommando ausschließlich einer Buchonia aus Flieden, bei der alles klappte. Fabian Schaub war auch ohne Tor der beste Mann, brachte zwei Manndecker im Zweikampf zur Verzweiflung und verschaffte seinen Kollegen so in Summe mehrere Hektar Freiraum. Dazu passte die Einstellung der ganzen Heimelf, harmonierte im 4-3-3-System das Zusammenspiel zwischen den Mannschaftsteilen prächtig und fielen die Treffer zu den richtigen Zeitpunkten. Der Spielverlauf ermöglichte sogar den jungen Wilden die Chancen auf Spielzeit und Tore, wie beispielsweise im Falle Noah Odenwalds. Begonnen hatten ausschließlich Spieler, die schon Hunderte von Hessenligaspielen auf dem Buckel haben – und den fast 350 Zuschauern schnell das Gefühl vermittelten, dass Flieden relativ schnell wieder in diese Klasse zurückkehren könnte.

Buchonen-Coach Zlatko Radic war deshalb bemüht, nicht nur wegen der vielen Verletzten in zweiter Reihe und der daraus resultierenden fehlenden Breite im Kader das Ergebnis nicht zu hoch zu hängen: „Nach zwei Bier wissen die Jungs, wie sie dieses eine Spiel zu interpretieren haben.“ Marc Röhrig sprach seinem Chef nach dem Abpfiff vermutlich aus der Seele, als er betonte, „dass ich lieber achtmal knapp 1:0 gewinnen als einmal 8:0.“

Stichwort fehlende Breite: Mit Mario Martinez (vorher Bimbach) und Daniel Kornagel (einst Hünfeld, Borussia Fulda) sollen zwei Externe weiterhin ihre Einheiten mit der Mannschaft absolvieren, ehe über eine Verpflichtung entschieden wird.

Autor: Christian Halling

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