12.08.2019

Nur im Schatten der Barockstadt

Derby elektrisiert nicht, aber Steinbachs Einstandsfeier schon

Die Freude kannte beim SV Steinbach keine Grenzen mehr. Ob dies an der bevorstehenden Einstandsfeier lag? Foto: Kevin Kremer

Der SV Neuhof empfängt im ersten Derby der Hessenliga seit 59 Jahren den SV Steinbach, doch verhältnismäßig wenige Zuschauer begeistern sich dafür.

Die Verantwortlichen des SV Neuhof haben viel dafür getan, dass die Zuschauer ins Glückauf-Stadion pilgern. Da zeitgleich in Lehnerz und Eichenzell gespielt wurde, legten beide Vereine in gemeinsamer Absprache die Partie auf 17 Uhr. Auf immerhin 500 Zuschauer hatte Neuhofs Sportlicher Leiter Alexander Bär gehofft, doch letztlich verirrten sich lediglich 350 Interessierte an den Fuße des Monte Kali. Zum Vergleich: In Lehnerz beim Spiel der Barockstadt weilten 1000 Zuschauer, in Eichenzell zum Verbandsligaderby gegen Flieden 580 Zuschauer.

So wirklich kommt demnach selbst ein Derby in Hessens Beletage nicht bei den Menschen in der Kali-Gemeinde an, denn noch erschreckender wirkt sich die Tatsache aus, dass von den 350 Anwesenden rund zwei Drittel den Mannen aus dem Mühlengrund angehörten. Es scheint also, dass selbst ein Spieler der Fulda-Lehnerzer, die zugegebermaßen mit dem VfB Ginsheim einen tabellarisch gesehen attraktiven Gegner empfingen, mehr zu ziehen scheint.

„Das wird total geil“

Dem SV Steinbach derweil scheint der SV Neuhof zu liegen. Die letzten drei Begegnungen zwischen beiden Mannschaften entschied die Paliatka-Elf für sich, wenn auch jeweils nur hauchdünn mit einem Tor Unterschied. Doch der Sieg am Samstag hatte noch eine ganz andere Wirkung für die Verantwortlichen rund um den Mühlengrund, denn groß waren die Steine, die von der Seele gepurzelt sind als der erste Saisonsieg feststand. Da passte ein Termin bei den bekanntlich feierwütigen Steinbacher noch besser ins Programm: die Einstandsfeier.

Bereits Doppelpacker und Matchwinner Leon Wittke schwärmte nach Abpfiff von dem bevorstehenden Abend, ohne genau zu wissen, wie dieser enden würde. Doch eines stand für den 21-Jährigen fest: „Nach diesem Spiel wird unsere Einstandsfeier total geil. Das Sportlerheim wird brennen.“ Ob es dies letztendlich tat, ist nicht übermittelt. Doch nicht nur bei Instagram wurde einige Leckerbissen veröffentlicht, denn alle Neuzugänge mussten einmal zum Mikrofon greifen und ein Liedchen trällern. Zu später Stunde ließen sich die Derbysieger auch noch einmal in der Öffentlichkeit blicken, denn nach allerlei flüssiger Vorspeisen war der obligatorische Gang in die Kneipen Fuldas Pflicht.

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