31.08.2019

Das Glück scheint noch nicht aufgebraucht

Nach Fußballfest gegen Kassel zum 100-Jährigen hoffen Adler auf den OFC

Nach dem finalen Treffer zum 4:1 von Vierfachtorschütze Sören Gonnermann gegen Kassel gab es selbst für die Ordner kein Halten mehr. Foto: Verein

Während in Osthessen am vergangenen Mittwoch Derbyzeit war, hat ein Konkurrent der hiesigen Verbandsligisten, der SV Adler Weidenhausen, ein kleines Fußballmärchen im Hessenpokal geschrieben.

Denn das furiose 4:1 gegen Hessenliga-Meisterschaftsanwärter Hessen Kassel hätte zu keinem besseren Zeitpunkt über die Bühne gehen können. Nicht nur, weil 1800 Zuschauer am Chattenloh für eine prächtige Atmosphäre gesorgt haben, sondern auch, weil der so familiär gehaltene Verein aus dem Werra-Meißner-Kreis derzeit sein 100-jähriges Jubiläum begeht.

„Als die Planungen für das Fest vor ein, zwei Jahren begonnen hatten, war Hessen Kassel, damals noch in der Regionalliga zu Hause, ein Wunschkandidat für ein Einlagespiel, da ein Bundesligist ja während der Saison nicht zu bekommen ist“, erinnert sich Abteilungsleiter Stefan Stederoth zurück. Letztlich lief es im Sommer darauf hinaus, dass am vergangenen Mittwoch die SV Eschwege zum ewig jungen Derby ans Chattenloh reisen sollte. Doch weil sich Eschwege noch kurzfristig aus der Liga zurückzog und sich Weidenhausen in Pokalrunde eins im Elfmeterschießen in Schwalmstadt durchwurschtelte, war der Jubel im Adlerhorst riesig, als Hessen Kassel aus dem Lostopf für die zweite Runde gezogen wurde. Zurück zum Ursprungsplan also.

„Und im Spiel lief dann eigentlich alles wie im Spielfilm. Kassel führt früh, scheint auf Kurs, ehe unsere Jungs über sich hinauswachsen und einfach ein geiles Comeback liefern. Die Zuschauer sind durchgedreht – und auch aus Kassel haben wir direkt Glückwünsche zu einem hochverdienten Sieg erhalten“, schwärmt Stederoth.

Dem Weidenhausener Funktionär geht alles fast zu schnell, um die Geschehnisse sacken zu lassen. Der Kommers und das Festprogramm wollen nach akkurater Planung nun auch sauber durchgeführt werden – wobei man sich am Chattenloh auf seine Helfer verlassen kann. Schon die perfekt gepflegten Social-Media-Kanäle der Nordhessen lassen erahnen, dass nichts dem Zufall überlassen wird.

„Blöd“ findet Stederoth derzeit einzig und allein, dass man die beide Generalproben für Kassel in der Liga gegen Barockstadt II und Hombressen in den Sand gesetzt hatte. „Wir waren gut gestartet und hätten uns mal oben festbeißen können. Aber den Barockstädtern gefällt es immer gut bei uns, die waren mit einem starken Kader hier – und gegen Hombressen lief es einfach unglücklich.“ Vielleicht ist das Glück des SV Adler einfach noch nicht aufgebraucht: Fürs Achtelfinale hofft der Verein auf Kickers Offenbach. Die Auslosung, unter anderem auch mit der SG Barockstadt, steigt Dienstagabend in Grünberg.

Autor: Christian Halling

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema