24.09.2019

Der Trend geht Richtung Gruppenliga

KOL Nord: Hönebach hat das Momentum auf seiner Seite

Immer auf der Jagd nach dem Ball: Marius Zilch (rechts) ist mit dem ESV Hönebach auf dem Sprung Richtung Gruppenliga. Foto: Kevin Kremer

Rund ein Drittel der Spiele sind in der Kreisoberliga Nord gespielt. Ganz oben thront der ESV Hönebach – und das äußerst souverän. Der Trend geht somit augenscheinlich Richtung Gruppenliga in der kommenden Saison.

Acht Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage. Dass der ESV eine für Kreisoberliga-Verhältnisse gute Mannschaft besitzt, war den Kennern bekannt. In dieser Saison scheint das Team von Trainer Tino Jäger allerdings ernst zu machen. Unbeirrt marschieren die Eisenbahner durch die Liga, bleiben von langwierigen Verletzungen derzeit verschont und können wichtige Eckpfeiler derzeit ersetzen. Dies wurde nicht nur beim jüngsten 3:0 gegen Niederaula/Kerspenhausen am Wochenende deutlich, als beispielsweise das fast unersetzliche Brüderpaar Nils und Marcel Katzmann gefehlt hatte.

Doch heiter Sonnenschein ist dennoch nicht alles bei der Jäger-Elf. Der knappe Last-Minute-Sieg in der Vorwoche gegen Schlusslicht Niederjossa/Breitenbach, als Marcel Katzmann in der Nachspielzeit zum 3:2 traf (übrigens wie bereits eine Woche zuvor beim 3:2 gegen die Festspielstadt), war ein ungewollt hartes Stück Arbeit. Doch Jäger kennt die Gründe: „Ein paar Spieler haben in der Nacht zuvor einen über den Durst getrunken. Bereits beim Treffpunkt habe ich es den Jungs angesehen. Da musste ich im Nachgang einige deutliche Worte verlieren.“ Doch nur Draufhauen war für den 38-Jährigen nicht angesagt, vielmehr zeigten sich die Spieler einsichtig und die Reaktion folgte prompt gegen Niederaula um Trainer Marc Friedel.

Das Momentum habe seine Mannschaft derzeit sowieso auf ihrer Seite, „weil wir durch viele Kleinigkeiten die Spiele derzeit entscheiden können. Zudem haben wir das Spielglück bei uns. Wir müssen alles aufsaugen und mitnehmen, denn schlechtere Phasen werden gewiss wieder kommen“, weiß Jäger. Als großes Plus sieht der Coach die Standardsituationen. Besonders in engen Partien sei es immer für den Kopf hilfreich, wenn die Spieler wissen, dass schnell Gefahr dadurch entstehen kann.

"Jeder hat einen Anspruch an sich selbst"

Beim Blick auf die Tabelle verschlägt es den Verantwortlichen noch nicht die Sprache. Der Platz an der Sonne ist den Hönebachern bekannt, schließlich spielte der ESV in der Saison 2017/2018 lange um den Aufstieg mit. Eine Sache kommt jedoch für Jäger selbst überraschend daher: Der Vorsprung auf die ebenfalls hochgehandelte Festspielstadt und Niederaula/Kerspenhausen. Dass der Abstand bereits so früh in der Saison acht beziehungsweise zehn Punkte bei einem Spiel weniger beträgt, war für den Coach nicht abzusehen: „Es liegt aber nicht an uns, dass die anderen Teams bereits so viel liegengelassen haben. Wir bleiben trotzdem auf dem Boden – und ein Träumer bin ich schon gar nicht.“

Träumen erlaubt Jäger dagegen seinen Spielern, zumal er ihnen dies nicht übel nimmt. „Wir haben eine junge Mannschaft, die sich peu à peu entwickelt hat. Die Jungs wollen höchstmöglich spielen, jeder hat seine Ansprüche an sich selbst. Deshalb können wir niemanden kritisieren, wenn er in die Gruppenliga möchte“, meint der 38-Jährige und denkt dabei explizit an Neuzugang Kevin Kunze. Der 19-Jährige sei eine riesige fußballerische Bereicherung, der das Niveau des Teams merklich angehoben habe und noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung stehe. „Das ist nicht selbstverständlich, wenn du aus der Jugend kommst“, frohlockt Jäger.

Autor: Tobias Konrad

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