11.10.2019

Das R-Wort ist tabu

A-Liga Fulda/Rhön: Bei der SG Ehrenberg und Steffen Kümmel läuft es zur Zeit

Spielertrainer Steffen Kümmel ist seit 2005 für die SG Ehrenberg aktiv und trägt den Verein im Herzen. Foto: Charlie Rolff

Das ist mal ein Auftakt nach Maß für Neutrainer Steffen Kümmel (35) und die SG Ehrenberg II: Nach dem zwölften Spieltag steht für die Verbandsligareserve Platz drei zu Buche; sie zählt damit zweifellos zu den Überraschungen in der A-Liga Fulda/Rhön.

Die SG Ehrenberg II ist als einziges Team in der Liga ungeschlagen. Wie lautet Dein Erfolgsrezept?

Ein richtiges Erfolgsrezept gibt es eigentlich nicht. Ich habe das meiste von meinem Vorgänger Stefan Freier übernommen, der super Arbeit geleistet hat. Dementsprechend musste ich nicht viel verändern.

Ehrenberg II ist Deine erste Trainerstation. Wie hast Du dich eingelebt und wie ist Dein Verhältnis zu Stefan Freier, der immer noch für Ehrenberg II aktiv ist?

Ich habe keine Probleme mit Stefan. Wir verstehen uns prima und ich bitte ihn nicht selten um Rat in Sachen Mannschaftsaufstellung. Von der Spieler- auf die Trainerseite zu wechseln ist nicht leicht, aber die Jungs haben mich super aufgenommen. Es passt einfach. Wenn ich zum Beispiel beruflich verhindert bin, springt unser Kapitän Niklas Spiegel ein und leitet die Einheit.

Siehst Du es als Vorteil an, als Ehrenberg-Urgestein den Herzensverein zu trainieren?

Das ist Fluch und Segen zugleich. Ich habe mir zuvor viele Gedanken gemacht, was passiert, wenn es in die Hose geht. Dann hätte ich ein kleines Problem morgens beim Brötchenholen. Ich hatte auch andere Angebote, aber mit den kurzen Wegen zum Sportplatz passt das mit Ehrenberg II sehr gut.

Im Vergleich zur vergangenen Saison hat sich die SGE II spielerisch weiterentwickelt. Wie konntest Du diesen Spielstil so schnell in die Köpfe der Spieler bekommen?

Es ist meine Philosophie, viel spielerisch zu lösen. Deswegen lege ich auch im Training den Schwerpunkt entsprechend. Wir machen fast alles mit dem Ball, denn für mich ist das Passspiel das A und O im Fußball.

Mit 23 Punkten befindet sich Dein Team in aussichtsreicher Position um den Aufstieg. Was ist mit Ehrenberg II möglich?

Vom Aufstieg redet bei uns niemand, auch weil wir vergangene Saison noch gegen den Abstieg gespielt haben. Zudem habe ich eine Strafe über 20 Euro verhängt, für die Person, die das Wort „Relegationsplatz“ in den Mund nimmt. Ich denke aber, dass Teams wie Dietershausen/Friesenhausen ohnehin den längeren Atem besitzen.

Gegen Türkgücü Kassel standest Du zuletzt in der ersten Elf des Verbandsligateams. Eine Ausnahme?

Das war nur eine Ausnahme aufgrund des Engpasses in der ersten Mannschaft. Ich habe ein gutes Verhältnis mit Robert Schorstein und wir tauschen uns vor jedem Spieltag aus, wie es personell aussieht.

Autor: Michel Ickler

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