24.01.2020

Nachbarschaftsstreit um das KOL-Ticket

A-Liga Lauterbach/Hünfeld: Diesmal geht es nicht nur um Prestige

Im Hinspiel verzweifelte Nüsttal um Julian Arend (rechts) an Mackenzells Torwart Dennis Theisenroth (links). 1:1 trennten sich die Nachbarn, die in der Tabelle gleichauf sind. Am Wochenende des 26. April steigt in Hofaschenbach das Rückspiel. Foto: Charlie Rolff

Die A-Liga Lauterbach/Hünfeld ist in Richtung Osten gewandert. Mittlerweile entstammen fünf Teams dem Hünfelder Altkreis. Zwei davon stehen oben – und so geht es im Fernduell zwischen Mackenzell und Nüsttal in dieser Saison mehr als nur um Prestige. Lauterbach könnte trotz negativer Punktezahl die Klasse halten.

Top

Der Kampf um den Titel! Der macht Spaß, weil mit Mackenzell, Nüsttal und Ilbeshausen drei Teams gleich viele Punkte abgeben mussten. Ilbeshausen hat allerdings noch zwei Spiele nachzuholen, um punktetechnisch mit dem Spitzenduo ausgleichen zu können. Standen Nüsttal und Ilbeshausen ohnehin auf dem Favoritenschild, überrascht Primus Mackenzell die Liga. Im Vorjahr wurde in der Fulda-Staffel der Klassenerhalt erst kurz vor Toreschluss gesichert, nun hat die TSG schon jetzt mehr Punkte als in der gesamten Vorserie gesammelt. Die Königstransfers Dennis Theisenroth und Ibrahim Doganer haben voll eingeschlagen, das Team funktioniert im Kollektiv gut.

Flop

In der Post-Erovic-Ära geht es mit den Kreisstädtern dahin: Nach dem sang- und klanglosen Abstieg in der Vorsaison, beendete der VfL Lauterbach aufgrund der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls das Fußballjahr erneut mit negativer Punktzahl. Der VfL wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr B-Liga spielen. Es sei denn, Schlitzerland und/oder Vogelsberg steigen mit ihren ersten Mannschaften aus der Kreisoberliga ab, dann nämlich könnte sich Lauterbach sogar ohne Sieg den direkten Klassenerhalt sichern.

In Erinnerung bleibt

Fraglos das Topspiel zwischen Mackenzell und Stockhausen/Blankenau. Der junge Schiedsrichter hatte Mackenzells Stürmer Maximilian Trapp zweimal Gelb gezeigt, verwies ihn aber erst später des Feldes. Der doppelte Regelverstoß sorgte für Redebedarf und einen ganz kurzen Rechtsstreit, weil Stockhausen/Blankenau den Schiedsrichter schützen wollte und darauf bestand, dass die 1:2-Niederlage gewertet wird. Jenes Fairplay machte Schlagzeilen und wurde von Klassenleiter Werner Scheffler an den Verband weitergegeben.

Zahlenspiel

Die 15 Tore von Stockhausens Timo Schäfer würden in keiner anderen A-Liga der Region für den Spitzenplatz in der Schützenliste langen. Und so ist das Feld hinter Schäfer eng, auf die Kanone darf sich noch mindestens ein Dutzend Spieler berechtigte Hoffnungen machen. Bei den effektivsten Torschützen liegt Schäfer hingegen nur auf Rang zehn, auch weil sein Team bisher als einziges noch keine Absage zu verkraften hatte und er selbst alle Minuten bestritten hat. Dass der effektivste Torschütze nicht auch ein regelmäßiger sein muss, beweist Ilbeshausens Marcel Stock, der nur einmal traf, die Statistik allerdings anführt, weil er nur 42 Minuten zum Einsatz kam. Ohne Platzverweis ist in der bisherigen Runde lediglich die SG Schlitzerland II ausgekommen. In der Fairplay-Tabelle führt dennoch Nüsttal, weil sich das Team zwar eine glatt Rote leistete, aber gerade einmal 17 Gelbe Karten gezeigt bekam.

Ausblick

Spannend wird es noch eine ganze Weile bleiben – und eine Prognose fällt entsprechend schwer. Für Nüsttal könnte sich die starke Jugendarbeit bezahlt machen. Vielleicht werden im Saisonendspurt auch Talente aus dem A-Junioren-Verbandsliga-Team für wichtige Impulse sorgen. Für Mackenzell könnte die Erfahrung sprechen, weil die Achse um Theisenroth, Doganer, Ex-Trainer Frank Hohmann oder Spielertrainer Steffen König eben genau diese in den entscheidenden Spielen in die Waagschale werfen könnte. Das Wochenende des 26. April werden sich Nüsttaler und Mackenzeller ganz dick im Kalender markiert haben, dann steht in Hofaschenbach das große Derby an. Ilbeshausen muss noch nach Hofaschenbach und Mackenzell reisen. Stockhausen/Blankenau, längst noch nicht chancenlos, hat hingegen nur noch ein Spitzenspiel zu bestreiten: gegen Ilbeshausen.

Autor: Johannes Götze

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