21.01.2020

Mulfinger-Elf hofft auf "Finale grande" am 17. Mai

Kreisoberliga Süd: Lauter und Herolz scheinen schon weg vom Fenster

Tim Mulfinger (links) und die SG Kressenbach/Ulmbach wollen das Rennen um den Titel gegen Gundhelm/Hutten (im Hintergrund Dany Spahn) möglichst lange offenhalten. Foto: Markus Waitz

Die Kreisoberliga Süd – so ehrlich muss man sein – lebt in dieser Spielzeit bisher nur bedingt von Titel- und Abstiegsdramen. Einzig der Kampf gegen die Abstiegsrelegation könnte noch diverse Teams in den Strudel ziehen, sollten Minimum zwei Teams in diesem Jahr aus der Klasse absteigen müssen.

Die Lage

Oben haben sich mit der SG Kressenbach/Ulmbach und der SG Gundhelm/Hutten zwei Teams abgesetzt. Obgleich die SGKU das beste Auswärtsteam und zumindest über den Winter Erster ist, scheint die SGGH ein paar Trümpfe mehr im Aufstiegskampf zu haben. Zwei Spiele mehr in der Hinterhand, mit Benedikt Kreß einen für diese Klasse überqualifizierten Torjäger und eine brutale Heimstärke. Gerade am Heiligenborn ist kein Team der Offensivwucht der Elf des neuen Spielertrainers Anton Balz gewachsen. Kressenbach/Ulmbach hatte zu Beginn der Spielzeit noch etwas an der nicht geglückten Gruppenliga-Aufstiegsrunde im Juni zu knabbern und hier und da Verletzungssorgen. Unten hingegen sieht es für die SG Lauter und Fahrstuhlmannschaft SV Herolz schon ganz schön düster aus, der Abstieg scheint für beide kaum abwendbar.

Top

Neben der SG Gundhelm/Hutten, die in der Vorsaison gerade mal zwei Punkte weniger nach 30 Spielen hatte als in dieser Spielzeit nach 16, ist auch Neuling SG Hattenhof gut unterwegs. Weil gegen Ende der Hinserie bei der Mannschaft von Robert Lazarevski ein wenig der Trainingsfleiß nachgelassen hat, mussten die Mannen vom Rippberg nach oben abreißen lassen. Gut unterwegs ist auch die SG Huttengrund mit Rückkehrer Stefan Dietz auf dem Trainerposten, wobei auch für die Jungs aus Eckardroth, Romsthal und Wahlert der Abstand zur Spitze schon zu groß scheint.

Flop

Einen brachialen Absturz erlebte die SG Lauter, die im Herbst 2018 noch an der Spitze der Klasse gestanden hatte. Die Vierer-Spielgemeinschaft hat vor allem das Verteidigen verlernt: 69 Gegentreffer sind mit Abstand schlechtester Wert der Liga, da hilft auch ein passabler Angriff nicht. Bei den Vogelsbergern scheppert es jedenfalls immer ordentlich. Enttäuschend bislang auch der Auftritt des langjährigen Gruppenligisten TSV Rothemann, der von den Namen her eigentlich nicht so schwach auf der Brust aufgestellt scheint. Die Verantwortlichen haben schon ziemlich schnell eine Kurskorrektur eingeleitet, indem Marc Röhrig als Spielertrainer für die kommende Saison verpflichtet wurde. Auch der FV Steinau und der SV Mittelkalbach sind bisher unter ihren Möglichkeiten geblieben.

In Erinnerung bleibt

Sicherlich das Abbruchspiel zwischen Spitzenteam Gundhelm/Hutten und Kellerkind Herolz. Bei 3:0 für die SG war das Spiel von Referee Markus Ulrich (Schmalnau) abgebrochen worden, weil der Herolzer Nico Koch ihn nach knapp einer Stunde bespuckt hatte. Koch wolle ihn jedoch nur aus Versehen getroffen haben. Nicht zuletzt das Sportgerichtsverfahren ließ bei Gundhelm/Hutten und dem Referee ein leichtes Geschmäckle, unter anderem weil mit Steffen Krah der Vorsitzende des Kreissportgerichts als Herolzer Vereinsvertreter zur Verhandlung gekommen war. Das Urteil "Spielwiederholung" biss sich auch mit dem Gerechtigkeitsempfinden einiger Betroffener, wobei die Gundhelmer die Germania beim zweiten Anlauf mit 7:0 vom Platz schossen.

Zahlenspiel

4,4 Tore im Spiel sind ein guter Schnitt und sprechen für Spektakel, ausgerechnet die Schlagerpartie zwischen Kressenbach/Ulmbach und Gundhelm/Hutten war jedoch eine von nur zwei torlosen Spielen in der kompletten Halbserie. Obwohl Huttens überragender Torjäger Benedikt Kreß zwischen Ende August und Ende Oktober in jedem Spiel traf und bei 23 Treffern steht, gibt es mit Georghe-Daniel Azamfirei von Neuling Hattenhof gar einen Akteur, der den früheren Fliedener und Sodener mit 25 Toren übertrumpft. Bei der SG Lauter indes, gerade mal mit neun Punkten auf der Habenseite, sollte man sich gar nicht ausmalen, wo man ohne die Tore des 40-jährigen "Uhrwerks" Marco Hühn heute stünde.

Ausblick

Lauter und Herolz sind – sollte es mindestens zwei direkte Absteiger geben – kaum noch zu retten. Der Kampf gegen die Abstiegsrelegation dagegen könnte noch eng werden, sieben Mannschaften sind da noch nicht aus dem Schneider. Oben hat die SG Gundhelm/Hutten in den ersten fünf Spielen der Restrunde ein auf dem Papier leichtes Programm, entsprechend muss der derzeitige Primus Kressenbach/Ulmbach alles daransetzen, bis Ende März Schritt zu halten, um sich nicht schon ganz früh auf eine neuerliche Aufstiegsrunde einstellen zu müssen. Das "Finale grande" könnte dann am 17. Mai am Heiligenborn in Hutten steigen, wo es stets leidenschaftlich und hitzig zugeht.

Autor: Christian Halling

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