30.01.2020

Bellings/Hohenzell scheint leicht im Vorteil

A-Liga Schlüchtern: Duo spielt um den Titel, Marborn benötigt erneuten Kraftakt

Constantin Herbert (rechts) und Bellings/Hohenzell sind auf Aufstiegskurs, beim SV Niederzell um Jonas Förster scheint die Luft etwas raus. Foto: Ottmar Schleich

Zwei aus drei heißt wohl die Lösung, wenn es um die Aufstiegsfrage in der A-Liga Schlüchtern geht. Wintermeister Oberkalbach steht dabei vor dem größten Coup in der bisherigen Vereinshistorie. Unten benötigt die SG Marborn wie schon in der vergangenen Saison einen Kraftakt, um den Sturz in die B-Klasse zu verhindern.

Die Lage

Die SG Oberkalbach, deren Coach Mirco Kress stets das Kollektiv hervorhebt, thront ganz oben. Die Mannen vom Geisberg erwischten im Gegensatz zum hartnäckigsten Verfolger Bellings/Hohenzell den besseren Start und hatten in den engen Partien eigentlich immer das Momentum auf ihrer Seite. Die Spielgemeinschaft hingegen kam zwar holprig rein in die Runde, ist aber weiterhin ohne Niederlage, hat das Spitzenspiel in Oberkalbach schon mal 3:1 für sich gewonnen und in Spielertrainer Marcel Zintel mit den komplettesten Angreifer der Liga. Die SG Distelrasen hat sich als Verfolger schon den einen oder anderen schwarzen Tag zu viel geleistet und muss bei Patzern des Führungsduos zur Stelle sein. Unten hat die SG Marborn gegen Ende der ersten Halbserie immerhin seine Heimstärke wiedergefunden und noch ein bis zwei Spiele mehr gegenüber der Konkurrenz in der Hinterhand. Die vier Teams vor den Blau-Weißen müssen mindestens bis zum Relegationsrang nach unten schielen.

Top

Natürlich der Spitzenreiter aus Oberkalbach, der sich Saison für Saison steigert und dem der ganz große Wurf zuzutrauen ist. Überraschend stark spielt auch die Gruppenligareserve Oberzell/Züntersbachs auf, die als Sechster von einem homogenen und breiten Gesamtkader der SG profitiert. Die SG Veitsteinbach hält mit gewohnt eng geschnürtem Kader passabel mit, verliert aber zur Rückrunde mit Julian Möller (Hüft-OP) den wohl stärksten Keeper der Klasse.

Flop

Flop ist vielleicht ein wenig zu hart, dennoch sind die SG Rommerz und der SV Niederzell als Vierter und Fünfter schon hinter den Erwartungen geblieben. Die Rommerzer taten sich vor allem gegen die tiefstehenden Teams aus dem Keller zu oft zu schwer. Bei Niederzell scheint nach den knapp verpassten Aufstiegen in den vergangenen beiden Spielzeiten die Luft ein wenig raus. Durch die frühzeitige Bekanntgabe, dass er als Coach nach der Saison aufhört und für Jochen „Bulle“ Eurich Platz macht, will Maik Weidlein seinem SVN indes noch einmal einen Schub für die neue Runde verleihen. Bei Schlusslicht Marborn waren die lange Anlaufzeit nach dem neuerlichen Umbruch sowie konditionelle Defizite gerade zu Saisonbeginn Gründe für den derzeit letzten Platz.

In Erinnerung bleibt

Nach 15 Spielen war es Oberkalbach und Bellings/Hohenzell tatsächlich gelungen, punkt- und gar torgleich an der Spitze zu stehen. Die SGO holte dann bis Winter zwei Punkte mehr, auch weil die Derbyweste gegen Veitsteinbach und Heubach bisher blütenweiß ist. Schlusslicht Marborn geriet bislang am heftigsten unter die Räder, die 1:10-Packung der SGM gegen die seinerzeit zugegebenermaßen ordentlich verstärkte SG Oberzell/Züntersbach ist bisher unübertroffen.

Zahlenspiel

Interessant, dass mit Niederzells Johannes Egner (17 Tore) und Jannik Braun (Grebenhain/Bermutshain, 14) die besten Torjäger von Teams kommen, die mit der Spitze diese Saison wohl nicht viel zu tun haben werden. In der Sünderkartei ist Marborn mit 40 Gelben, 3 Gelb-Roten und 2 Roten Karten auch Letzter, am fairsten präsentierten sich die Distelrasener: Die Mannschaft von Trainer Markus Hohmann, der seinen Kontrakt verlängert hat, erhielt in 17 Spielen gerade mal 22 Verwarnungen. Die TSV Weichersbach indes steht im Niemandsland, auch weil die Mannen von Mehmet Yilmaz zu Saisonbeginn sieben Remis in Serie hinlegten.

Ausblick

Das Spitzenduo macht vermutlich Meisterschaft und Relegationsplatz unter sich aus, wobei Oberkalbach erst zum Nachholspiel nach Rommerz muss, ehe gegen Altengronau/Jossa und in Niederzell weitere knifflige Aufgaben warten. Reifeprüfungen nennt man das wohl. Bellings/Hohenzell hingegen startet mit zwei machbaren Heimspielen in die Restrunde, in der Marcel Zintel wohl wieder zu 100 Prozent fit sein wird. Vorteil für die Spielgemeinschaft. Die SG Marborn muss nicht nur in den Nachholspielen liefern, um Druck zumindest auf die sechs Zähler entfernten Nieder-Mooser und Kressenbach/Ulmbach II zu machen. Die Mannschaft von Oliver Glaschke ist aber auch vor der Restrunde noch eine Wundertüte.

Autor: Christian Halling

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