25.01.2020

Stadion wird für die Regionalliga aufgerüstet

Sanierungsarbeiten in der Johannisau beginnen in diesem Jahr / Achtstellige Kosten-Summe

Seit diesem Drohnenbild aus dem Jahr 2015 wurden zwar die Plätze wie der Kunstrasen oben rechts erneuert, sonst hat sich im Stadion aber nicht viel getan. Das wird sich in den kommenden Jahren ändern. Foto: Wolfgang Habermehl

Verantwortliche von Fußball-Hessenligist SG Barockstadt hatten es schon länger gefordert, nun finden ihre Wünsche Gehör: Das Stadion Johannisau wird saniert und auf Regionalliga-Verhältnisse angepasst. Schon in diesem Jahr geht es los, eine achtstellige Summe wird investiert, wie die Stadt Fulda erklärt.

1. Zuschauerzahl

Zurzeit wird ein umfassendes Gesamtkonzept erarbeitet. Dieses sieht unter anderem vor, das Fassungsvermögen auf circa 10.000 Zuschauer zu erhöhen. Was zunächst einmal nach wenig klingt – schließlich gab es an selbiger Stätte in den 90er-Jahren gegen Bayern München oder den 1. FC Nürnberg Spiele von Borussia Fulda vor 20.000 beziehungsweise 18.000 Besuchern, letztgenannten Wert nennt der Hessenligist auch auf seiner Internetseite als offizielle Kapazität –, ist eine deutliche Vergrößerung im Vergleich zur jetzigen, maximal zulässigen Zuschauerzahl. Diese liegt nämlich bei 4.999, da das Stadion in aktuellem Zustand nicht die Anforderungen der Versammlungsstättenrichtlinie erfüllt.

Das Fassungsvermögen wird nach der Sanierung also verdoppelt. Warum sind aber keine ähnlichen Zuschauerzahlen wie vor gut 25 Jahren möglich? Das liegt unter anderem daran, dass zu den Regionalliga-Zeiten der Borussia noch andere Vorgaben in Sachen Sicherheit, Versorgungseinheiten, Trennung der Zuschauer und allgemeiner Platzbedarf herrschten. Je mehr Zuschauer als Standard festgelegt werden, desto mehr Infrastruktur ist vorzuhalten.

„Die Besucherzahlen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine Auslegung der Kapazität auf mehr als 10.000 Personen nicht erforderlich ist. Die Regionalliga-Tauglichkeit ist auch so gegeben“, schreibt die Stadt. Die Zahlen der bisherigen Saison geben ihr recht, Höchstwert sind die 1.500 Zuschauer, die gegen Hessen Kassel kamen. Selbst bei einem Aufstieg und vermeintlichen Highlight-Spielen, beispielsweise gegen Kickers Offenbach, scheint es zum jetzigen Stand utopisch, dass mehr als 10.000 Leute ihren Weg zu einem Barockstadt-Heimspiel in die Johannisau finden.

2. Sanierungsarbeiten

Gibt es im Fuldaer Stadion bald eine komplett neue Haupttribüne? Foto: Charlie Rolff

Ein reines Fußballstadion oder eine Entfernung der Laufbahn ist keineswegs geplant, „es sollen weiterhin alle bereits heute durchführbaren Sportarten im Stadionkonzept Berücksichtigung erhalten“. Zunächst werden die Stehtribünen saniert, die Kurven werden künftig etwas steiler als bislang sein. Zudem könnte die Haupttribüne neuen Glanz erhalten – oder sogar komplett neu errichtet werden. Was genau passieren könnte oder unter welchen Vorzeichen ein Neubau unumgänglich wäre, möchte die Stadt noch nicht verraten. Erst im Frühjahr werden die Planungen finalisiert, vorher gibt es keine Skizze, wie das fertige Stadion aussehen soll. Die Gegentribüne aber, so viel steht bereits fest, soll weitestgehend in ihrem Bestand erhalten werden, dort ist nur mit kleineren Anpassungen zu rechnen.

Auch in den Katakomben stehen zahlreiche Veränderungen an. Die Umkleiden und Räumlichkeiten für den Stadionbetrieb sollen neu errichtet oder erneuert werden, da die vorhandene Situation aufgrund von bauphysikalischen und baukonstruktiven Mängeln unzureichend ist. Sofern die Haupttribüne komplett neu errichtet werden würde, könnte der Bau in Verbindung mit einem Funktionsgebäude vonstatten gehen. Zudem soll die Wegführung neu organisiert werden. Das wichtigste Thema dabei: Wie können Heim- und Gästefans künftig besser voneinander getrennt werden, auch in Sachen Parkplätzen? Zudem wird die vorhandene technische Infrastruktur geprüft, unter anderem die Trinkwasserleitung oder die Flutlichtanlage, auch das Thema des behindertengerechten Stadionbesuchs spielt eine Rolle.

3. Zeitlicher Rahmen

Sobald die Planungen im Frühjahr abgeschlossen sind, beginnen die Sanierungen. Noch in diesem Jahr starten die Bauarbeiten der Stehtribünen, die möglichst bis zum Hessentag im Mai 2021, wo das Stadion für Events genutzt werden soll, fertiggestellt werden. Am Spielfeld werden nach den Sanierungen in den Jahren 2017/18 keine Veränderungen vorgenommen, eine Rasenheizung ist zum Beispiel nicht vorgesehen. Auch deshalb soll der Fußballbetrieb in der nächsten Saison eingeschränkt aufrecht erhalten werden, ein dauerhafter Umzug nach Lehnerz ist also nicht vonnöten. Dennoch erklärt die Stadt, dass es in der Bauzeit zu „starken Beeinträchtigungen“ kommt, gerade im Bereich der Stehplätze. Die Sanierung der Gesamtanlage wird sich aufgrund des Umfangs und der zeitlichen Rahmenbedingungen sowie der anstehenden Großereignisse in mehrere Abschnitte und Haushaltsjahre aufteilen.

4. Kosten

Da es sich um ein städtisches Bauvorhaben handelt, wird die Stadt Fulda einen großen Teil der Kosten tragen. Im Raum steht die Frage, wie hoch die Zuschüsse des Landes Hessen sein werden. Entsprechende Förderanträge sind gestellt, die noch nicht abschließend bewilligt wurden. Einen genauen Kostenplan gibt es vor Beendigung der Planungen natürlich nicht, insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit einer Investition im zweistelligen Millionenbereich.

Autor: Steffen Kollmann

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