03.02.2020

Zweiklassengesellschaft deutlich erkennbar

A-Liga Hersfeld/Rotenburg: Selten Gefälle so groß

Die SG Neuenstein hatte in der bisherigen Saison allen Grund zur Freude. Foto: Verein

Die A-Liga Hersfeld/Rotenburg zeigt selten wie nie zuvor, wie groß das Gefälle zwischen den Mannschaften einer Liga sein kann. Woche für Woche gibt es ein Wettschießen der Top-Teams, während die Kellerkinder quasi fast immer das Opfer spielen müssen.

Die Lage

Es läuft alles wie erwartet. Die großen Vorschusslorbeeren ist die SG Neuenstein in die Saison gestartet - und die Pfeiffer-Elf wird den Erwartungen absolut gerecht. Spannender dürfte wohl der Kampf um Rang zwei werden, denn gleich ein halbes Dutzend an Mannschaften darf sich noch Hoffnungen auf die Relegation machen. Im Keller wird die Luft wohl einzig für Real Espanol Bebra, Weiterode II und Ronshausen dünn, die den direkten Absteiger unter sich aussuchen.

Top

Sicherlich ist die SG Neuenstein das Highlight der Liga, allerdings war dies auch zu erwarten. Besonders in den Heimspielen ist der neu gegründete Verein eine Macht, aus acht Spielen gingen acht Siege hervor. Allgemein musste das Team noch nicht eine einzige Niederlage einstecken, Punkteverluste gab es einzig in den beiden Auswärtspartien bei Aulatal II und Gudegrund/Konnefeld. Da passt es ins Bild, dass beide Spiele aufs gleiche Wochenende fielen. Es lässt sich demnach von einem kurzen Hänger beim Pfeiffer-Team sprechen.

Flop

Es ist müßig davon zu reden, einen wirklichen Flop zu finden. Zu erwarten war, dass Real Espanol Bebra, Weiterode II und Ronshausen dort stehen, wo sie nun stehen. Die wohl einzige Überraschung ist der TV Braach, die nach der tollen Vorsaison, in der mit 51 Zählern am Ende ein starker vierter Rang stand, jetzt mit lediglich erst elf Zählern auf dem viertetzten Platz stehen. Mit Lars Schneider, der nach einem halben Jahr zurückkehrt, soll nun wieder alles besser werden.

In Erinnerung bleibt

14:0 fertigte Cornberg/Rockensüß am sechsten Spieltag Weiterode II ab. Doch hohe Ergebnisse sind in der Liga nicht einmalig, denn Neuenstein zeigte bereits am ersten Spieltag beim 10:0 gegen Real Espanol Bebra seine Muskeln. Bitter wurde es für die genannten Verlierer ebenfalls am achten Spieltag (Weiterode II verliert 0:9 gegen Haselgrund/Breitenbach) sowie am siebten Spieltag (Real Espanol Bebra verliert 1:8 gegen Rotenburg/Lispenhausen). Neuenstein legte gar am 16. Spieltag beim 9:0 gegen den FSV Hohe Luft II noch einen nach. Das zeigt, dass die Liga eine Zweiklassengesellschaft darstellt.

Zahlenspiel

Tore garantiert sind in jeder Partie. Und dabei scheppert es gewaltig, denn im Schnitt fallen 5,1 Treffer pro Begegnung. Exakt eine Nullnummer gab es bislang zu verzeichnen: Der FV Friedlos und die SG Heenes/Kalkobes dürfen sich mit dem trostlosen Titel schmücken. Mit noch keiner einzigen Gelb-Roten beziehungsweise Roten Karte belegt die SG Aulatal II Platz eins der Fairnesstabelle - wohl auch, weil die Gruppenligareserve im Niemandsland der Tabelle herumdümpelt und sich weder um den Aufstieg noch um den Abstieg Gedanken machen muss. Dass Christian Pfeiffer, Neuensteins Spielertrainer, unangefochten an der Spitze der Torschützenliste steht, war fast zu erwarten. 26 Hütten erzielte der Routinier bereits, so dass Pfeiffer alle 52 Minuten im gegnerischen Kasten einlocht.

Ausblick

Der Aufsteiger sollte mit Neuenstein bereits feststehen, zumal der Tabellenführer mehr als souverän agiert und in der Restrunde mit Dominik Oelschläger sowie Dawd Hasan noch Qualität hinzugewinnen konnte. Richtig amüsant wird es jedoch dahinter. Der derzeitige Zweite Gudegrund/Konnefeld musste nämlich Torjäger Mihajlo Veselinovic ziehen lassen - und mit Cornberg/Rpckensüß, Friedlos, Rotenburg/Lispenhausen, Heenes/Kalkobes und Haselgrund/Breitenbach stehen die ärgsten Verfolger direkt hintendran. Ein ähnliches Bild gestaltet sich im Keller, denn die drei Letztplatzierten haben allesamt erst einen Sieg einfahren.

Kommentieren