25.03.2020

Erster Kunstrasenplatz in der Rhön

Baubeginn in diesem Jahr / Hohe Förderung / Verunreinigte Erde im Boden

Auf dem bestehenden Rasenplatz in Hilders soll der Kunstrasenplatz entstehen. Foto: Franz-Josef Enders

„Wir wollen noch in diesem Jahr den Kunstrasenplatz bauen“, sagt der Fußball-Abteilungsleiter des TSV Hilders Goswin Nüdling. Grund für seinen Optimismus: Der Verein steht an erster Stelle der Prioritätenliste des Landes Hessen für diese Art Sportstätten.

Nachdem der Kunstrasenplatz in Nüsttal-Hofaschenbach nicht mehr für den offiziellen Spielbetrieb zugelassen ist, wäre dies der einzige Allwetterplatz in der Rhön. Entstehen soll er auf dem Sportplatz neben den Einkaufsmärkten. Seit vielen Jahren schon wird über das Projekt in Hilders diskutiert. Gerade die Rhöner Winter, in denen nicht auf Rasenplätzen trainiert werden kann, waren ein wichtiger Grund.

Ende des Jahres 2018, im 99. Jahr des Bestehens des TSV Hilders, entschieden sich die Mitglieder mit großer Mehrheit für den Bau. Kurz darauf stimmte auch die Gemeindevertretung dem Großprojekt zu. Denn die Kommune beteiligt sich mit rund 220:000 Euro an dem 800.000 Euro teuren Projekt. In der Gemeindevertretung wurde argumentiert, dass dadurch die Jugendarbeit – fast alle Jugendvereine des Ulstertals spielen in der Spielgemeinschaft Rhön – und auch der Schulsport gefördert würden. Aus diesem Grund beteiligt sich auch der Landkreis mit 350:000 Euro an dem Bau. Vom Land Hessen kommen rund 200.000 Euro.

Es habe kürzlich ein Treffen mit Vertretern des Ministeriums stattgefunden, sagt Nüdling. Dabei sei das Projekt vorgestellt worden. Einige wenige Unterlagen hätten gefehlt und müssten nachgereicht werden. Danach stehe einer Genehmigung nichts mehr im Wege, sei von einem Ministeriumssprecher gesagt worden. Auch Bürgermeister Hubert Blum (SPD) bestätigt: „Vom Ministerium aus sieht es gut aus.“ Sobald die Genehmigung aus Wiesbaden vorliegt, soll es losgehen, sagt Nüdling. Mittlerweile hat der TSV einen Hersteller aus der Schweiz gefunden, der ohne Sand und Granulat baut. Gerade das Granulat stehe im Verdacht, gesundheitsgefährdende Mikroplastikteilchen freizusetzen.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Aufgrund der Bodenproben, die am Platz genommen werden mussten, wurde festgestellt, dass im Untergrund kontaminierte Erde lagert. Dies verteuert laut Nüdling die Maßnahme um rund 80?000 Euro. Denn das belastende Material muss zur Entsorgung eigens nach Kalbach gefahren werden. „Der Sportplatz wurde vor 43 Jahren gebaut. Keiner wusste, welches Material seinerzeit bei der Herstellung verwendet worden ist“, erklärt Nüdling.

Zunächst werde der Unterbau hergestellt, danach wird der Kunstrasen verlegt, abschließend erfolgen die Einzäunung und die Errichtung einer Flutlichtanlage für das abendliche Training. Bei Einzäunung und Lichtanlage werden die Mitglieder mit anpacken, um Geld zu sparen, sagt Nüdling. Apropos Training und Spielbetrieb: Natürlich werden die Schulen den Platz nutzen, aber auch Vereine aus benachbarten Kommunen können ihn gegen eine Gebühr nutzen, blickt Nüdling in die Zukunft. / ic

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