09.06.2020

Peli: Langes Warten auf das erste Seniorenspiel

20-Jähriger wurde durch einen Kreuzbandriss und Corona ausgebremst

David Peli trug in seinem letzten Pflichtspiel noch das rote Trikot des FV Horas. Foto: Charlie Rolff

David Peli gehört zu den Fußballern, die die Corona-Pause noch härter getroffen hat als andere. Nach einem Kreuzbandriss war der 20-Jährige gerade erst wieder fit geworden, auf sein erstes Seniorenspiel muss er aber weiterhin warten.

Es ist schon eine kuriose Situation: David Peli ist seit einem Jahr im Seniorenfußball, spielte seitdem bei Verbandsligist Buchonia Flieden und Gruppenligist SG Schlüchtern – auf sein erstes Pflichtspiel wartet der Fachabiturient aber noch immer. Am 12. Mai 2019, damals noch im Trikot von A-Junioren-Hessenligist FV Horas, kämpfte Peli beim 3:2 gegen Rosenhöhe Offenbach letztmals um Punkte. Kurz darauf verletzte sich der 20-Jährige bei einem Schulturnier am Knie. "Erst wurde mir gesagt, dass das Innenband gezerrt ist. Nach eins, zwei Monaten Pause wollte ich also wieder einsteigen, habe aber gleich gemerkt, dass es noch nicht wieder geht."

Die vermeintliche Zerrung stellte sich schließlich als Kreuzbandriss heraus, nicht der erste in der kurzen Laufbahn des Youngsters. Schon als Jugendspieler von Rot-Weiß Erfurt zog er sich die gleiche Verletzung im anderen Knie zu, kämpfte sich anschließend bei Viktoria Fulda und Horas wieder auf Höchstniveau heran. Sein Wechsel in den Seniorenbereich zu Buchonia Flieden stand schon fest, als es im anderen Knie krachte.

Anfang des Jahres wurde Peli wieder fit, hätte sich beim Verbandsligisten aber erst einmal hinten anstellen müssen. Und so ging er den gleichen Weg wie Fliedens Sportlicher Leiter Daniel Reith, der als Co-Trainer bei Gruppenligist Schlüchtern/Elm anheuerte und Peli mitbrachte. In der Vorbereitung kämpfte sich der 20-Jährige an das Team ran, konnte Testspiele schmerzfrei über 90 Minuten spielen – ehe die Corona-Pause den Spielbetrieb unterbrechen sollte.

Zur nächsten Saison Teil eines "gewagten Experiments"

Entsprechend fiebert der Oberroder einem Re-Start entgegen. "Ich habe total Bock und brenne darauf, dass es wieder los geht. In den letzten Monaten war ich oft laufen, habe Stabi-Übungen gemacht und konnte zuletzt auch mal kicken. Es ist ein bisschen wie Fahrradfahren, ganz verlernen kannst du es nicht", so Peli schmunzelnd, der sein erstes Pflichtspiel bald für Verbandsligist Barockstadt II bestreiten möchte. Der erste Kontakt zu seinem dritten Seniorenverein kam über Co-Trainer Niklas Herget zustande, mit dem Peli befreundet ist, die guten Gespräche mit Trainer Florian Roth machten den Transfer anschließend perfekt.

"Ich schätze ihn als Trainer und Menschen sehr und bin von seinem Konzept überzeugt. Es ist ein gewagtes Experiment, aber ich habe sehr viel Lust darauf", spielt der 20-Jährige auf die äußerst junge Truppe der Barockstadt-Reserve an. Mit einigen künftigen Mitspielern spielte Peli, der eine Ausbildung zum Bankkaufmann beginnen möchte, bereits zusammen, andere waren seine Gegenspieler, entsprechend kann er die Qualität der Mannschaft gut einschätzen. "Spielerisch werden wir mit den meisten Vereinen mithalten können. Es wird aber bestimmt auch mal deutlich werden, dass uns Erfahrung fehlt."

Autor: Steffen Kollmann

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