29.06.2020

Nach zig Bier zugesagt, aber keine Schnapsidee

Matthias Wilde wird sich neben Stephan Ullrich um die Horaser Vierte kümmern

Matthias Wilde wird sich künftig wieder beim FV Horas einbringen. Foto: Charlie Rolff

Vier Seniorenmannschaften im Spielbetrieb – das ist in der Region Fulda vermutlich ein Novum. Für den FV Horas ist dies bei 83 zur Verfügung stehenden Spielern aber die einzig logische Alternative.

Als Hauptverantwortlicher für die vierte Mannschaft wird Jugendleiter Stephan Ulrich agieren, sollte dieser einmal nicht zur Verfügung stehen, wird der langjährige Jugendtrainer Matthias Wilde das Team betreuen. "Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort", erklärt Wilde die kuriose Geschichte, wie es zu dem Engagement kam: "Auf der Geburtstagsfeier von Vorstandsmitglied Martin Mehler habe ich wohl nach dem achten, neunten Bier zugesagt. Am nächsten Tag konnte ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern, mir wurde die Geschichte aber glaubhaft versichert", so der letztjährige Coach des FSV Thalau schmunzelnd.

Eine Schnapsidee ist die Gründung von Horas IV aber keineswegs: "Viele Spieler sind schon seit den Bambini beim FV Horas. Man kann ja nicht wissen, wer irgendwann mal Jugendleiter, Kassierer oder Schriftführer im Verein werden könnte. Ziel muss es sein, jeden Spieler halten zu können, den man halten kann", betont Wilde, der sich vor einem Jahr schon für die Gründung einer dritten Mannschaft stark gemacht hatte. Diese wird nun zusammen mit der Vierten trainieren, von einem richtigen Trainerjob will Wilde deshalb nichts wissen. "Es wird weniger leistungsorientiert zugehen. Die Jungs, die Lust auf Fußball haben, sollen einfach ihrem Hobby nachgehen können."

Rein organisatorisch steht der Vorstand des FVH vor einigen Herausforderungen. Alleine die Frage, wie man vier Heimspiele an einem Wochenende über die Bühne kriegen könnte, ist schwierig zu beantworten. Deshalb ist es wohl das Ziel, an einem Sonntag nicht mehr als zwei Mannschaften ein Heimspiel austragen zu lassen und gegebenenfalls auf Samstage auszuweichen. "Wenn die zwei Fuldaer C-Ligen nicht zusammengelegt werden, haben wir ja ein überschaubares Programm. Schade ist es nur, dass wir von der Stadt leider immer noch keinen Ausweichplatz zur Verfügung gestellt bekommen", so Wilde.

Beck: Zusammenlegung der C-Ligen eine Option

Dass es Überlegungen gibt, die C-Ligen Fulda und Fulda/Rhön zusammenzulegen, bestätigt Kreisfußballwart Thorsten Beck: "Es ist eine Option. Es kommt natürlich darauf an, wie viele Mannschaften übrig bleiben und ob wir wirklich am ersten September-Wochenende starten können", betont Beck. Zuletzt waren zehn Mannschaften in den C-Ligen, zwei Mannschaften durften jeweils in die B-Liga aufsteigen. "Wenn wir weniger als acht Teams wären, ist es mit Sicherheit schwierig, die Ligen so zu lassen wie sie sind", sagt Beck.

Autor: Steffen Kollmann

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