Trainer skeptisch

Früherer Start? Nein danke!

Zinks Vorschlag stößt bei einigen Trainern aus Verbands- und Gruppenliga auf Ablehnung

Meik Voll (von links), Zeljko Karamatic, Sebastian Vollmar und Romeo Andrijasevic haben sich zu einem möglichen früheren Saisonstart geäußert. Fotos: Charlie Rolff (3), Kevin Kremer

Dem Vorschlag des Klassenleiters Erhard Zink (Herbstein), mit der Saison in Verbands- und Gruppenliga zwei Wochen früher als geplant zu beginnen, also bereits am Wochenende 21. bis 23. August, stehen die hiesigen Betroffenen größtenteils skeptisch gegenüber.

Als einziger überregional beheimateter Verein muss Verbandsligist FSV Thalau vom 15. bis 25. August zwei Pokalspiele der neuen Saison über die Bühne bringen – sollte der Neuling nun auch noch früher in die Saison starten als gedacht, wäre Trainer Meik Voll entsprechend nicht angetan: „Wenn wir nach drei Wochen Vorbereitung in die Saison starten müssten, wären wir sicherlich nicht zu jenem Zeitpunkt auf dem Level, wo wir nach einer normalen Vorbereitung wären. Und nachdem so lange kein Fußball gespielt wurde, wüsste ich auch nicht, ob dann für die Gesundheit der Spieler garantiert werden würde“, gibt der neue Coach zu bedenken, der deshalb lieber am ursprünglich angedachten ersten September-Wochenende starten würde. „Wir sollten da jetzt nichts über den Daumen brechen.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt der Thalauer Ligakonkurrent Ehrenberg: „Unsere Vorbereitungs-Planungen waren auf Anfang September ausgelegt, deshalb wäre ein früherer Start für uns unglücklich“, sagt Sebastian Vollmar. Dass es gerade in der Rhön schwierig wird, Spiele Ende November durchzudrücken, ist dem neuen Trainer zwar bewusst, dennoch sieht der 36-Jährige andere Lösungen: „In unserer 18er-Liga stehen wir nicht ganz so unter Zugzwang. Ich würde eher im September oder Oktober Spiele unter der Woche einschieben. Und selbst zur späten Jahreszeit stehen uns drei Plätze zur Verfügung.“

Auch die meisten Gruppenliga-Trainer sind eher skeptisch: „Ich persönlich würde mich maximal dazu überreden lassen, eine Woche früher zu starten. Die Betonung liegt aber auf überreden“, stellt FT Fuldas Coach Romeo Andrijasevic klar. „Wir brauchen Zeit nach der langen Pause, müssen erst mal wieder in geregeltem Mannschaftstraining auf einen gewissen Stand kommen, auch um Verletzungen vorzubeugen. Wie sollen wir Amateure etwas hinbekommen, was selbst die Profis ablehnen?“

Balz und Karamatic würden gerne loslegen

Es gibt aber auch Befürworter eines früheren Saisonstarts: zum Beispiel Anton Balz, Spielertrainer von Gruppenliga-Neuling SG Gundhelm/Hutten. „Als ich das gelesen habe, habe ich mich gefreut. Für uns wäre es kein Problem, so viel früher anzufangen. Die Urlauber sind allesamt schon wieder da und wir haben auch sehr früh mit der Vorbereitung begonnen. Von mir aus kann es etwas früher losgehen.“

Zeljko Karamatic, Trainer von Verbandsligist SG Johannesberg, hätte ebenfalls nichts einzuwenden, wenn der erste Spieltag früher stattfindet als geplant. „Ich habe den Trainingsplan in der letzten Zeit schon dreimal umgeschrieben und bin inzwischen für alles bereit. Wenn wir früher starten, wäre zwar das Auftaktprogramm stressig, dafür gäbe es gegen Ende September und im Oktober weniger Doppelspieltage. Deshalb würde ich es positiv sehen“, so der Übungsleiter, der sich in der dritten Trainingswoche befindet und sein Team deshalb auf einem guten Fitnesslevel erwarten würde.

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