KOL Mitte I A-Liga Fulda/Lauterbach

Schlitzerland und der TSV: Das passt nicht

22. September 2020, 07:00 Uhr

Marcel Schmidt springt als Teil der Sportlichen Leitung der SG Schlitzerland auch am Platz wieder in die Bresche. Schuld trägt die Torwartproblematik. Foto: Torgranate

Die SG Schlitzerland und der TSV Ilbeshausen haben am Sonntag ihre ganz besondere Beziehung fortgeschrieben: In der dritten Saison in Serie sagte die Reserve der SGS das Hinspiel gegen den TSV ab. Die Punkte wanderten kampflos zum ausgemachten Favoriten der A-Liga Fulda/Lauterbach.

„Ich werde mich auch noch mal persönlich beim TSV melden. Das kommt ja schon blöd an. Wir haben nichts gegen den TSV, aber es war einfach wieder der blödeste Zeitpunkt“, erklärt Marcel Schmidt aus der sportlichen Führung der SGS. Verletzte in der ersten Mannschaft sowie Verletzte und privat Verhinderte in der Reserve machten einen Nichtantritt unumgänglich. Gut für Ilbeshausen: Es war auch in der dritten Saison in Serie das Hinspiel, entsprechend genießt Ilbeshausen auch in der Rückrunde Heimrecht.

Dass es personell wie bei so vielen Vereinen auch im Schlitzerland nicht allzu rosig bestellt ist, verhehlt Schmidt nicht, sagt aber, „dass es vor der Saison nicht total auf Kante genäht war und wir dementsprechend davon überzeugt sind, dass die Absage eine Ausnahme bleibt“. Dennoch gibt Schmidt zu, dass sich die SGS vor der Saison für einen Moment mit einem freiwilligen Abstieg in die B-Liga beschäftigt hatte, diesen aber im Plenum einstimmig wieder verworfen hätte. „Wenn schon absteigen, dann bitte sportlich. Aber ich glaube, dass die Mannschaft das Rüstzeug für den Klassenerhalt mitbringt. Das ist keine schlechte Truppe.“

Dass auch das KOL-Team mit der insgesamt herrschenden Personalsituation bei der SGS seine Problemchen hat, wird nicht zuletzt an Schmidt selbst deutlich. Eigentlich sollte sein Fokus der sportlichen Führung gelten, nun ist er zurück auf dem Platz und stand in vier von fünf Saisonspielen zwischen den Pfosten. Die Gründe sind vielschichtig: Einerseits hätte der letztjährige Keeper Jonas Rös trotz Zusage im vergangenen Dezember eine Woche vor Schließung des ersten Transferfensters seine Rückkehr nach Aulatal angekündigt, andererseits fiel Stammkeeper Christopher Köhler aufgrund von Knieproblemen und einer Erkältung bislang komplett aus.

Schmidt konnte nicht Nein sagen und sicherte Trainer Marius Ebert diese Saison zu, als Nummer zwei zu agieren. „Dass es gleich in die Vollen gehen würde, konnte ja keiner ahnen“, sagt Schmidt, der als vormaliger Fußballrentner angibt, „vielleicht wieder bei 60 Prozent Leistungsvermögen zu sein“. Am kommenden Wochenende will er für Köhler wieder den Platz räumen. Mit der SGS fuhr der 38-jährige Schmidt bislang sieben Punkte aus vier Spielen ein, bei der 0:5-Pleite in Sickels stand er nicht im Tor. „Ein ordentlicher Start. Wir sind mit der Arbeit von Marius sehr zufrieden.“

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