Hessenliga

Zwei Torschüsse, zwei Tore

23. September 2020, 19:50 Uhr

Steinbachs Leon Wittke versucht sich gegen Marius Kullmann durchzusetzen. Oft gelang ihm das nicht, aber doch traf er einmal. Foto: Kevin Kremer

Der SV Steinbach hat, das kann man nun mit Gewissheit sagen, einen Fabelstart hingelegt: Auch das dritte Auswärtsspiel in der noch jungen Saison hat Paliatkas Team gewonnen. Beim 2:0 (0:0) in Flieden war dabei eine brutale Effektivität maßgebend.

Nach 78 Minuten, just als Petr Kvaca beim SVS zum ersten Mal in dieser Saison Spielzeit bekam, hatte Steinbach nicht ein einziges Mal auf das Tor des Gegners geschossen. Doch mit seiner ersten Aktion stellte Kvaca die Weichen, behauptete den Ball zentral und legte ihn links raus zu Leon Wittke. Das ganze Spiel hatte Wittke penibel seine Position als Rechtsaußen gehalten, nun tauchte er einmal auf der anderen Seite auf und zog humorlos aus 14 Metern ab (81.).

Und weil Spielmacher Luca Uth vier Minuten später Joker Jannik Hofmann auf die Reise schickte, der im Vollsprint allen auf und davon lief und schließlich eiskalt blieb, war das Spiel zugunsten der Gäste entschieden. Fliedens Keeper Lukas Hohmann muss sich wie im falschen Film vorgekommen sein. Ein Vorwurf war ihm bei beiden Treffern nicht zu machen, einen Ball hielt er im ganzen Spiel nicht.

Für Youngster Hofmann, in der Vor-Corona-Zeit noch Kreisoberliga-Spieler bei der SG Festspielstadt, war es hingegen ein Woche nach Wunsch. Am Sonntag zog er den spielentscheidenden Strafstoß in Eddersheim, heute machte er den Sack zu. Als er das Feld betrat, lief vieles auf ein 0:0 hinaus. "Ich dachte schon, dass noch was geht für uns", sagte er später und fügte an, "deswegen haben wir ja auch offensiv gewechselt".

Ohne Schaub keine Durchschlagskraft

Dass so viel auf ein torloses Remis hinauslief, lag auch an den Bedingungen: Der Platz im Stadion war betonhart. Beinahe jeder Ball versprang und ließ ein Spiel zu, das wenig bis nichts mit Hessenliga-Niveau gemein hatte. Und so behalf sich Flieden vor der Halbzeit mit langen Bällen, um später etwas mehr zu investieren, während Steinbach bis zur Pause dem Spiel mehr den Stempel aufzudrücken vermochte, ohne auch nur den Hauch von Torgefahr ausstrahlen zu können.

Wenn, dann wurde eher für Flieden das Tor erwartet. Zwei gute Chancen hatten die Gastgeber: Aaron Neu scheiterte früh im Spiel allein vor Vladan Grbovic, nach der Pause bekam Niko Zeller hinter einen Kopfball nicht genügend Druck. Grbovic hielt zweimal gut. Entsprechend war Fliedens Trainer Zlatko Radic gelaunt. "Einen Vorwurf kann ich meiner Mannschaft heute nicht machen, weil wir bis zu dem Tor rein gar nichts zugelassen haben. Andererseits ist es extrem bitter, dass wir ohne Punkt aus dem Spiel gehen."

Radic bemängelte ohne Fabian Schaub die Durchschlagskraft. Auch am Samstag wird er noch fehlen. Bei Steinbach fehlte hingegen beinahe eine ganze Viererkette: Tom Wiegand, Kapitän Sebastian Bott und Abwehrchef Alin Neacsu mussten erneut passen. Zu spüren war das zu keinem Zeitpunkt.

Die Statistik:

Buchonia Flieden: L. Hohmann – Hack, Kress, Zeller, Kullmann – Gaul (85. Leibold), Rumpeltes – Ahmed Tariq, Neu (80. Odenwald), Götze – Betz (64. Rehm).
SV Steinbach: Grbovic – Gemming, F. Wiegand, Hildenbrand, Hütsch – Zvekic (56. Kücükler), M. Wiegand – Wittke, Uth, Hanslik (70. Hofmann) – Stadler (78. Kvaca).
Schiedsrichter: Christoffer Reimund (SV Zwingenberg).
Zuschauer: 376.
Tore: 0:1 Leon Wittke (81.), 0:2 Jannik Hofmann (85.).

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