Bickhardt Bau unterstützt den TSV

Azubi-Projekt sorgt für neuen Glanz

27. November 2020, 14:09 Uhr

Personalreferent Christian Heumüller (Dritter von rechts) mit sechs Auszubildenden der Firma Bickhardt-Bau. Fotos: Johannes Götze

Aus doppelter Not eine Tugend machen und dies noch als "Win-Win-Win-Situation" gestalten: Das jährliche Azubi-Projekt des riesigen Bauunternehmens Bickhardt Bau aus Kirchheim vereint dies auf dem Sportgelände des TSV Schenklengsfeld.

Das Azubi-Projekt:

Normalerweise gestalten Auszubildende im Handwerk neue Dinge in Lehrbaustellen. Dort wird gefräst, geschweißt, gemauert und gepflastert. Doch ist das Werk vollendet und benotet, wird es meist auch wieder zerstört. Das von Bickhardt Bau ins Leben gerufene Azubi-Projekt bleibt jedoch bestehen. Vielleicht nicht für alle Ewigkeit, doch die nächsten Jahrzehnte sollen die Projekte doch bitte überdauern.

Die diesjährige Idee:

Michael Knott ist Laborleiter bei Bickhardt Bau und gleichzeitig Jugendleiter des TSV Schenklengsfeld. Bei einem Feierabendgespräch mit Kollegen kam ihm der Vorplatz des Sportlerheims in Schenklengsfeld in den Sinn. Der sollte doch endlich behindertengerecht gestaltet und gleichzeitig mit neuen Treppen sowie neuem Pflaster ausgestattet werden. Das neue Azubi-Projekt war geboren. In den vergangenen zwei Wochen haben nun einige Azubis von Bickhardt Bau das Projekt verwirklicht. Der TSV Schenklengsfeld kam für die Materialien auf, die Arbeitsleistung bekam der Verein vom Bauunternehmen geschenkt.

Der Mehrwert für die Azubis:

Lennart Bug, Auszubildender im zweiten Lehrjahr bei Bickhardt Bau, bereitet Pflasterarbeiten vor.

"Hier bleibt's stehen", sagt Lennart Bug, der auf die Tatsache anspielt, "dass in Lehrbaustellen unsere Werke wieder abgerissen werden, hier aber können wir in Jahren noch sehen, was wir erschaffen haben". Der 22-Jährige befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Tiefbaufacharbeiter und ist gleichzeitig Fußballer des TSV Bachrain. Und er freut sich schon jetzt darauf, "irgendwann mal hier in Schenklengsfeld zu spielen". Dass sich Bug für die Ausbildung bei Bickhardt Bau entschieden hatte, erklärt er: "Ich habe vorher eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker absolviert. Aber ich habe festgestellt, dass ich lieber raus will, nicht den ganzen Tag in der Halle verbringen möchte. Und Bickhardt Bau ist ein Unternehmen, das riesige Projekte verwirklicht. Da komme ich auch noch richtig rum."

Ein Mehrwert für Schüler:

Insgesamt drei Schulen, die Geistalschule Bad Hersfeld, die Gesamtschule Schenklengsfeld und die Lichtbergschule Eiterfeld, besuchten in diesem Jahr das Azubi-Projekt. "Eine sehr gute Idee", sagt Verena Bleuel, die Arbeitscoach an der Lichtbergschule ist. Mit zwei Kleingruppen besuchte sie die Baustelle, dort konnten die Schüler selbst Hand anlegen und in insgesamt sechs Ausbildungsberufe von Bickhardt Bau reinschnuppern. "Gerade in dem heutigen Zeitalter, in dem sich viel im Internet abspielt, ist es wichtig, dass der praktische Bezug bei der Entscheidungsfindung für die richtige Ausbildung nicht außen vor bleibt", sagt Bleuel. Und gerade jetzt, in der Corona-Zeit, in der Ausbildungsmessen oder Praktika nicht stattfinden könnten, sei die von Bickhardt Bau gebotene Möglichkeit ein kleiner Segen. Seit fünf Jahren ist Bleuel nun Arbeitscoach an der Lichtbergschule, ein vergleichbares Projekt ist ihr bislang nicht untergekommen.

Der Mehrwert für das Unternehmen:

Für Christian Heumüller, Personalreferent bei Bickhardt Bau und zuständig für die Auszubildenden, ist der Mehrwert riesig. Einerseits können die Azubis ihr Wissen an Schüler weitergeben, sich selbst verwirklichen und noch mehr Spaß an der Arbeit entwickeln. Andererseits sei ein solches Projekt für das Unternehmen im Ringen um gute Auszubildende lukrativer als beispielsweise die zahlreichen Messen. "Dort gehen die Schüler mit Flyern, Kugelschreibern und Geschenken nach Hause, wurden aber vorher mit Informationen vollkommen überfrachtet. Hier hingegen können sie ihren Job direkt kennenlernen, feststellen, ob der Bau etwas für sie ist." Entscheidend sei es dabei, den schlechten Ruf des Gewerbes real darzustellen: "Der Knochenjob wie früher ist das nicht mehr. Alles ist hochtechnisiert", erklärt Heumüller, der als Fußballtrainer bei der SKG Gersfeld aktiv ist.

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