FSV Schwarzbach

Die Weltstars zu Gast in der Rhön

03. Dezember 2020, 07:50 Uhr

Ein Teamfoto des FSV Schwarzbach aus dem Jahr 1995. Foto: Verein

39 Jahre von 1977 bis 2016 bestand die Frauenfußball-Abteilung beim FSV Schwarzbach. Eine über viele Jahre unvergessene Erfolgsgeschichte, in der die Rhönerinnen sich sogar in ganz Deutschland einen Namen machten.

Als unter dem Vorsitz von Franz Schrehardt auf Initiative von Marie-Luise „Rilo“ Kling der Frauenfußball beim FSV ins Leben gerufen wurde, da ahnte niemand, welche Wellen die Idee noch schlagen würde. Vom ersten Spiel am 3. Mai 1977 (am Künzeller Noppen, Gegner war entweder der TSV Künzell oder der TSV Bachrain) bis zur Einstellung des Spielbetriebs im Juni 2016 passierte viel: Sechs Meisterschaften, sieben Aufstiege, zwei Jahre Bundesliga, sieben Teilnahmen am DFB-Pokal und fünf Hessenpokalsiege stehen in den Büchern.

Unvergessen bleiben die beiden Aufstiege in die Bundesliga und die Euphorie, die der FSV mit seinen Erfolgen im ganzen Fuldaer Land auslöste. Fast 3000 Zuschauer kamen beispielsweise zum entscheidenden Aufstiegsspiel 1994 gegen die SG Kirchardt. Mit dem 3:1-Heimsieg wurde der Aufstieg ins Oberhaus eingetütet.

Es kam die Zeit, in der sich nahezu alle Größen des deutschen Frauenfußballs in Schwarzbach mit ihren Teams vorstellten. Weltfußballerin Birgit Prinz, Steffi Jones oder Heidi Mohr sind nur drei Beispiele für weltbekannte Namen, die in der Rhön zu Punktspielen antraten und dort Bekanntschaft mit der durchaus auch mal robusten Gangart einer Anita Mihm oder Eva Muschik machten.

Besonderheiten waren auch die Teilnahmen am DFB-Pokal. Hier erreichte der FSV 1996/1997 gar die zweite Runde, als zunächst ein 1:0-Sieg in Ludwigsburg gelang, ehe das unglückliche Aus in Schmalfeld hinter Hamburg kam.

Erster Trainer war Hans Hausner, Josef „Joschi“ Flügel leistete in seiner neunjährigen Tätigkeit Aufbauarbeit. Der Schliff von Michael Schäfer und Holger Sauer war unbezahlbar, auch Stefan Dresel sammelte Bundesligaerfahrung als Coach. Anja Dörner und Kerstin Rauschhardt hielten den Laden ab 2004 noch lange zusammen.

Schade war der Abgang. Der FSV zog sich freiwillig aus der Hessenliga in die Kreisoberliga zurück. Dazu wurde eine Spielgemeinschaft mit Hilders und Tann gegründet. Als eine 14-Jährige unter falschem Pass spielte und 20 Punkte abgezogen wurden, war das Schicksal 2016 besiegelt.

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