Dietkirchen präsentiert Konzepte

Hessenliga teilen? Keine Absteiger?

20. Januar 2021, 09:51 Uhr

Wann es für die Amateurfußballer weitergeht? Eine nicht zu beantwortende Frage. Vielleicht aber wird genau deshalb die Spielordnung noch einmal angepasst. Für die SG Barockstadt um Tolga Duran (links) könnte dies bedeuten, dass der Titel leichter erreichbar wäre. Für Buchonia Flieden um Sascha Rumpeltes, dass der Klassenerhalt ganz nahe ist. Foto: Charlie Rolff

Kaffeesatzleserei bringt dem Amateurfußball wenig. Dennoch beschäftigt die Vereine, wie die Saison zu Ende geführt werden kann. Hessenligist TuS Dietkirchen hat einen Vorstoß gewagt – und Vereinen wie Verband verschiedene Szenarien präsentiert.

Wichtigste Parameter sind die Beendigung dieser Saison inklusive Absteigerzahl sowie die Handhabe der kommenden Spielzeit. Dietkirchen schwebt vor, dass die Saison ab 1. Mai fortgeführt wird. Es bliebe, so die Pandemie es zulässt, genügend Zeit zur Vorbereitung – und die Wahrscheinlichkeit, mit Zuschauern zu spielen – ein großer Wunsch der Vereine – wächst.

Spielen solle man dann nur noch die ausstehenden sieben Hinrundenspiele. Meister und Vizemeister, der die Aufstiegsspiele zur Regionalliga Südwest bestreiten darf, würden anhand dieser Tabelle festgelegt. Die Absteiger ebenfalls. Hier präsentiert Dietkirchen zwei Varianten: Einerseits die Halbierung der Absteiger von sechs auf drei. Oder aber den neuerlichen Verzicht auf Absteiger – analog der vergangenen, ebenfalls unvollständigen Spielzeit.
Bei der Halbierung der Absteiger zöge dies nach sich, dass die kommende Saison mit – Stand heute – mindestens 22 Teams starten würde. Wird auf Absteiger in Gänze verzichtet, stiege die Zahl entsprechend auf 25 oder 26 Teams an. Eine im Amateurfußball kaum zu bewältigende Anzahl an Saisonspielen.

Daher bringt die TuS eine Teilung der Hessenliga in der kommenden Saison ins Gespräch. Zunächst sollen die Teams in ihrer jeweiligen Gruppe Hin- und Rückspiel austragen, anschließend in Play-off- und Play-down-Runden Aufsteiger und Absteiger gefunden werden. Rechnet man die Summe der Spiele hoch, würden die Teams rund 36 Saisonspiele bestreiten müssen. Dietkirchen hat die Pläne detailliert ausgearbeitet.

Happ bringt "Final Four" ins Gespräch

Peter Schmitt, Abteilungsleiter der TuS und Verfasser des Schreibens, hat bereits Rückmeldungen erhalten und erfährt bislang Zuspruch von den Vereinen. Ein Tenor sei, dass nach dem gänzlichen Verzicht auf Absteiger anno 2020 diesmal doch nicht ein Drittel der Liga nach gerade einmal der Hälfte der Runde absteigen dürfe.

Einer, der Schmitt geantwortet hat, ist Fliedens 2. Vorsitzender Frank Happ. Happ ist froh, dass jemand die Zügel in die Hand genommen und Ideen aufgeworfen hat. Für Happ ein richtiges Zeichen, zumal er von der „Politik“ des HFV enttäuscht ist. Happ wünsche sich, dass bereits klar kommuniziert würde, dass ein Re-Start beispielsweise vor Ostern nicht mehr haltbar sei. Diese Möglichkeit ließ der HFV beispielsweise in einem in der Vorwoche versandten Neujahrsgruß verstreichen.

Mit Schmitts Ideen kann sich Happ anfreunden, wenngleich ihm bewusst ist, „dass es in dieser Saison sicherlich Absteiger geben wird. Vielleicht ist die Möglichkeit mit drei Absteigern aber eine richtig gute Alternative.“ Dass dies durch die Vielzahl der Teams eine Teilung der Liga nach sich zögen müsste, findet Happ eine charmante Idee.

Hier allerdings hebt Happ bei Dietkirchens Umsetzungsidee den Zeigefinger – und bringt eine Alternative auf den Tisch. Nach Beendigung der Hin- und Rückrunden mit beiden Hälften sollten aus beiden Klassen die drei Letzten absteigen und die jeweils beiden bestplatzierten Teams in „Final Four“ Meister und Vizemeister bestimmen. Weniger Spiele, so Happs Meinung, würden die Chance erhöhen, die kommende Saison tatsächlich durchzubringen. Schließlich könnte die Pandemie gar noch den kommenden Winter belasten.

Kommentieren