HSV-Serie

Konstant dank Bunzenthal und Weber

23. Januar 2021, 09:35 Uhr

Oliver Bunzenthal (links) und Dominik Weber prägten beim Hünfelder SV jeweils eine Ära.

Nach dem Wiederaufstieg 2000 in die Verbandsliga ist der Hünfelder SV hessenweit wieder zu einer echten Größe geworden. In 20 Spielzeiten war der HSV nie schlechter als Achter der Verbandsliga, schaffte es in diesem Jahrtausend auf bislang acht Jahre in der Hessenliga.

Doch nach dem Aufstieg in die Hessenliga im Jahr 2003 wurde es schwer: Nicht nur weil Leistungsträger wie Eldar Hasic (nach Flieden) den Club verließen, es fehlte auch das Geld für teure Verstärkungen: Mario Rohde kam zwar aus Steinbach, doch ansonsten wurde die Mannschaft nur mit Jugendspielern wie Roman Krawczyk, Alexander Schäfer (beide KSV Baunatal, A-Junioren) und Tobias Becker (eigene Jugend) verstärkt. Zwischendrin wagte der Club noch mal den Schritt und holte mit Arjan Berisha einen regionalligaerfahrenen Akteur von Wormatia Worms, doch die Konkurrenz mit Teams wie Darmstadt 98, Hessen Kassel, FSV Frankfurt oder Borussia Fulda war zu groß. Im April 2004 löste Martin Hohmann Jürgen Krawczyk als Trainer ab. 22 Punkte waren am Ende aber deutlich zu wenig für den Klassenerhalt.

Im Sommer 2004 kam Oliver Bunzenthal als Spieler auf die Rhönkampfbahn. Mit ihm begann eine neue Ära. Zwei Jahre als Spieler, danach als Trainer führte der Ex-Profi den HSV zuerst auf, dann neben dem Feld. Als Spieler hatte Bunzenthal in Hünfeld Pech, wurde unter Martin Hohmann zweimal Vizemeister in der Verbandsliga. 2005 hinter der TSG Wattenbach, als Hünfeld in der Relegation an Bayern Alzenau und dem RSV Würges scheiterte. 2006 punktgleich mit Borussia Fulda, aber mit der um vier Treffer schlechteren Tordifferenz. Diesmal waren Rot-Weiss Frankfurt und der FSV Braunfels in den Aufstiegsspielen zu stark. Mit der Rückkehr in die Hessenliga sollte es zunächst nichts werden.

Bunzenthal übernahm 2006/2007 den Trainerposten und wurde zunächst Dritter, ehe 2007/2008 dann endlich der erträumte Aufstieg zurück in die Hessenliga gelang. Zwar wurde der HSV hinter dem OSC Vellmar wieder „nur“ Zweiter, doch diesmal gab es zwei Direktaufsteiger. Daniel Schirmer (27 Saisontore) und Roberto Kowalski (19) waren die Tormaschinen. Zum Aufstiegsteam gehörten zudem Spieler wie Torwart Christian Ruck, der spätere Trainer Dominik Weber, der heutige Coach Johannes Helmke sowie die Ohneiser-Brüder Hannes und Stefan, Tobias Hammerl oder Karol Napiorkowski.

Drei Jahre sollte die Hessenliga diesmal die Heimat des HSV sein. Rang sieben aus der Saison 2009/2010 bedeutete die bis heute beste Platzierung des Hünfelder SV nach 1963 (3.) und 1965 (5.). Mit Leuten wie Christopher Krause, Marius Müller, Fabian Kallée oder Marc Friedel hatten die Macher um Abteilungsleiter Joachim Hess weitere Leistungsträger dazu bekommen.

Dennis Müller stellt Rekorde auf

Ein Highlight der letzten Jahrzehnte war das Spiel gegen Darmstadt 98 unter Trainer Bruno Labbadia in der Saison 2003/2004. Hier umkurvt Thorsten Brehler den Lilien-Torwart. Foto: Burkhardt

2011 stiegen die Haunestädter dennoch ab, nur um eine Runde später schon wieder ganz oben zu sein. Mit 78 Punkten und 94:41-Toren wurde Hünfeld 2011/2012 auf Anhieb Meister der Verbandsliga, acht Punkte vor dem TSV Lehnerz. Erneut war Daniel Schirmer mit 24 Treffern der herausragende Torschütze. „Johnny“ Helmke und der heutige Kapitän Julian Rohde waren in jedem Spiel der Meistersaison dabei.

2012/2013 holte der HSV als Neuling in der Hessenliga auch dank der 16 Treffer von Dennis Müller einen ordentlichen achten Platz. Der HSV war mit nur drei Heimniederlagen das viertbeste Heimteam der Liga. Es war die Saison, in der die Hünfelder beim 7:0 beim FCA Darmstadt ihren bislang höchsten Hessenliga-Auswärtssieg der Vereinsgeschichte feierten. Dennis Müller schoss in diesem Spiel vier Tore – ebenfalls die beste Ausbeute für einen HSV-Spieler auf diesem Level.

Danach folgte die Neuaufstellung: Oliver Bunzenthal verließ den Club Richtung Borussia Fulda und nahm Daniel Schirmer und Alexander Reith mit. Johannes Helmke war mit 27 Jahren bereits der Senior im Team des HSV, besonders in der Offensive drückte der Schuh, weil kaum noch ein gelernter Stürmer zur Verfügung stand. Hünfeld stieg ab, verlor aber nie das Vertrauen in den neuen Coach Dominik Weber und tat gut daran. Denn Weber gelang es in seiner siebenjährigen Trainertätigkeit, den Verein konstant zu halten.

Unter ihm spielte Hünfeld in der Folge fünf Jahre Verbandsliga und eine Spielzeit Hessenliga. Hünfeld wurde mit Weber 2018 und 2020 Meister der Verbandsliga und er übergab die Mannschaft an Nachfolger Johannes Helmke als Hessenligist. Unvergessen aus dieser Zeit bleibt der Auftakt zur Hessenligasaison 2018/2019. Zu den ersten drei Heimspielen gegen Buchonia Flieden (0:2, 1500), die SG Barockstadt (1:0, 2700) und den KSV Hessen Kassel (0:0, 1500) kamen stolze 5700 Besucher. Am Ende stand der Schnitt bei mehr als ordentlichen 400 Zuschauern pro Heimspiel.

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