Zlatko Radic

Auf den Spuren von Ottmar Hitzfeld

07. April 2021, 08:24 Uhr

Übernimmt ab kommender Saison den TV Neuhof: Zlatko Radic. Zuvor trainierte der 51-Jährige Hessenligist SV Flieden. Foto: Charlie Rolff

Sieben Mal wurde Ottmar Hitzfeld Deutscher Meister und darf sich wie Zlatko Radic als Meistertrainer bezeichnen. Jetzt zieht es den 51-jährigen Radic zum TV Neuhof. Sein Ziel – wie sollte es anders sein – ist der Aufstieg. Es wäre sein siebter Streich als Trainer.

Von Hessenligist SV Flieden zum TV Neuhof in der A-Liga Fulda. Ein persönlicher Abstieg?

Auf keinen Fall! Die Liga spielt für mich keine Rolle. Ich brenne für den Fußball und hoffe, dass es bald losgeht. Gerade nach einer solch langen Zeit ohne Fußball ist es für mich wichtig, wieder Spaß an der schönsten Nebensache der Welt zu haben. Die Liga spielt da definitiv keine Rolle – zumal mich das Konzept beim TV überzeugt hat.

Was macht den TV Neuhof für Sie so spannend?

Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Jahren unter Roman Musil stets weiterentwickelt und in der Spielzeit 2020/21 um den Aufstieg mitgespielt. Die Spieler sind jung, ehrgeizig und kommen aus der Region. Natürlich sind es verglichen mit dem SV Flieden vier Ligen Unterschied. Allerdings hat der Verein ein klares Konzept für die Zukunft. Hinzu kommt, dass die A-Liga Fulda eine gute Liga mit einigen ersten Mannschaften ist. Im Endeffekt haben mich Jens Burkard und Zlatko Drmic, mit denen ich gut befreundet bin, von dem Gesamtpaket überzeugt.

Mit sechs Aufstiegen bei fünf Vereinen sind Sie der Aufstiegstrainer schlechthin. Ist der Aufstieg in die Kreisoberliga ein Muss?

Es ist ein Ziel. Von „Müssen“ kann nicht die Rede sein. Natürlich wollen wir hoch und für mich ist es eine Herausforderung, auch ein siebtes Mal aufzusteigen. Eine klare Aussage kann ich aber noch nicht geben. Niemand weiß, wie es weitergeht. Die Spieler haben über ein halbes Jahr keinen Ball mehr gesehen.

Welches Potenzial hat die Region Neuhof – gerade für Einheimische, die etwas aufbauen möchten?

Viele Vereine – abgesehen vom SV Neuhof, der höherklassig spielt – gibt es in der Region nicht. In den vergangenen Jahren hat der TV Neuhof gezeigt, dass er mit jungen und einheimischen Spielern Erfolg haben möchte und kann. Ich freue mich darauf, diese Spieler formen zu dürfen. Längerfristig wollen wir eine Liga höher spielen – und das ist auch machbar.

Welche Mannschaft werden Sie für dieses Vorhaben vorfinden?

Ich habe vor einer Woche zugesagt und mich noch nicht der gesamten Mannschaft vorgestellt. Ich werde mir in den nächsten Wochen ein Bild von den Jungs machen. Zudem ist es von Vorteil, dass ich noch nicht so viele Spieler kennen. Für alle Akteure werden die Karten ab der kommenden Saison neu gemischt.

Werden Sie noch einmal die Schuhe schnüren?

(Lacht). Natürlich halte ich mich fit. Ich werde ab und zu mitspielen – allerdings nur im Training. In der Saison sind die jungen Spieler gesetzt.

Der Abschied aus Flieden mit Ihrem Rücktritt verlief unschön. Was nehmen Sie aus den knapp drei Jahren mit?

Für mich war es eine wunderbare Zeit. Ich bin dem SV Flieden unfassbar dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, auch in der Hessenliga zu coachen. Ich habe mich mit der Mannschaft weiterentwickelt und wir sind zusammen in die Hessenliga aufgestiegen. Es war eine unfassbar geile Zeit.

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