14.08.2019

Algac Fels in der Brandung – Fotos

Gruppenliga: Martinez verzweifelt

Mashuni Algac, der Müser Schlussmann, war auf zack und schmiss sich in jeden Ball. Foto: Kevin Kremer

Kein Prophet muss man als geneigter Gruppenliga-Beobachter sein, um zu wissen, dass beiden Teams der Punkt in erster Linie einer im Kampf um den Ligaverbleib sein wird. Doch Kerzell wird sich grämen, dass es nach Rückstand nicht gar noch zwei mehr geworden sind.

Denn ab Minute 30 war das Übergewicht frappierend, Kerzell spielte Angriff für Angriff. Manchmal zu hektisch, was ob der Erfahrung in der Offensive erstaunlich war, manchmal aber auch mit feiner Klinge auf holprigem Geläuf. Nur fehlte es an Toren. Immerhin eines gelang. Gleich zum Start der Drangphase. Herausgespielt war das nicht, allerdings äußerst sehenswert: Darko Lazarekski nahm Fahrt auf, zog mit enger Ballführung an fünf Gegenspielern vorbei und ließ Mahsuni Algac im Müser Tor keine Chance. Lazarevski und Algac verdienten sich jeweils Bestnoten, waren in ihren Teams die überragenden Akteure.

Denn nach dem Treffer des 31-jährigen Rechtsaußens begann der Kerzeller Chancenwucher, der besonders an Mario Martinez nagen dürfte: Die dickste vergab er nach herausragender Vorarbeit von Spielertrainer Christian Birkenbach, als der per Seitfallzieher flankte, Martinez aber aus wenigen Zentimetern nicht traf, weil sich Algac noch heldenhaft in die Schussbahn werfen sollte (63.).

Müs zu Beginn stark

Sonderschichten im Torabschluss, so viel verriet Birkenbach, wird er für dem 34-jährigen Stürmer deswegen nicht auferlegen. Und doch ärgerte sich Birkenbach, weil sein Team schlicht und ergreifend deutlich näher am Sieg schien. Wobei er gleichermaßen anfügte, „dass wir erneut die Anfangsphase verschlafen haben“. Dass das Spiel deswegen auch nicht gänzlich unverdient remis endete, gestand er im gleichen Atemzug.

Was er meinte: Ziemlich genau 30 Minuten war der Gast die bessere Mannschaft, weil sie total engagiert zu Werke ging, blitzartig konterte und auch spielerisch gefälliger agierte. Nur verpassten die Germanen, die Zeichen deutlich auf Sieg zu stellen. Die Führung nach sechs Minuten war schon zu dem frühen Zeitpunkt verdient und auch passendes Beispiel für den Auftritt. Im Mittelkreis wollte Mehmet Corumlu den Ball mit aller Lässigkeit nach vorne treiben, doch Denis Erovic gelang die Balleroberung, danach ging es blitzschnell, weil Erovic das Auge für Mohammed Sharif behielt. Chancen zum 0:2 gab es in den Folgeminuten einige, die beste vergab Yannik Claus, weil der überaus souveräne Kerzeller Abwehrchef Burak Vadar für den geschlagenen Keeper Simon Ludwig rettete (25.). Doch wie aus dem Nichts nahm Kerzell das Zepter in die Hand, weil Martinez nach einem Alleingang den Innenpfosten traf. Die erste von seinen dicken Chancen, die er nicht unterzubringen wusste.

Die Statistik:

SG Kerzell: Ludwig – Müglich, Vardar, Weß – Heil (79. Schnopp), Birkenbach – Lazarevski, Corumlu, Witzel – Niklas (79. Kennel), Martinez.
Germania Müs: Algac – Gerk, Büttner, Jäpel, Mujezinovic – Henkelmann, Jahic (81. Zengler) – Claus, Sharif (80. Löffler), Ilgar (70. Steuernagel) – Erovic.
Schiedsrichter: Christoph Hein (VfL Eiterfeld).
Zuschauer: 180.
Tore: 0:1 Mohammed Sharif (6.), 1:1 Darko Lazarevski (34.).
Gelb-Rote Karte: Konstantin Gerk (77., Müs).

Autor: Johannes Götze

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