07.01.2019

Reinhards Bewerbungsphase läuft bis Ende April

Von der Gruppenliga in die Regionalliga

Moritz Reinhard (links) spielt auch zukünftig in rot-weißen Trikots. Foto: Charlie Rolff

Moritz Reinhard wird ab sofort für Kickers Offenbach auflaufen, dies gab der Regionalligist per Pressemitteilung bekannt. Der 23-jährige Stürmer wechselt von Gruppenligist SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach an den Bieberer Berg.

Noch am Samstag war der OFC stinkig, weil über den Elterser Vorstandssprecher Reiner Enders bekannt wurde, dass der Vertrag unterschrieben ist und Reinhard sich bei seinem Heimatclub Elters auch fristgerecht abgemeldet hat, allerdings fehlte als elementares Puzzleteil noch die Vereinbarung zwischen den Clubs. Diese Details wurden allem Anschein nach am Montag geklärt, die Pressemitteilung seitens des OFC erfolgte am Nachmittag. Details über die im Winter-Transferfenster frei verhandelbare Ablösesumme wurden nicht genannt. Anders verhält es sich mit der Laufzeit des Kontrakts: Reinhard wurde vom OFC bis Saisonende gebunden, der Verein kann zudem bis Ende April eine einseitige Option für eine weitere Saison ziehen. Reinhard wird fortan als Profi arbeiten und zunächst an den Wiener Ring pendeln. Der Zeitpunkt scheint für den 23-Jährigen ideal, da er kürzlich ein Studium der Sportökonomie in Bayreuth mit dem Bachelorgrad abschließen konnte. Ursprünglich hatte Reinhard auch den Master anvisiert, diesem kam der OFC zuvor.

Der Kontakt kam über Co-Trainer Max Lesser zustande. Der Maberzeller hatte Reinhard in der laufenden Serie mehrfach beobachtet, schließlich entschied sich das Trainerteam den Angreifer zum Probetraining einzuladen. So arbeitete Reinhard bereits im Oktober eine Woche gemeinsam mit dem Team und schaute auch anschließend unregelmäßig beim Training des Regionalliga-Vierten vorbei. Reinhard hatte seinen neuen Cheftrainer Daniel Steuernagel gleich überzeugt, wie dieser nach den ersten Trainingstagen im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt hatte – und daran hat sich bis heute nichts geändert. So lässt sich Steuernagel in der Pressenotiz zitieren, „dass Moritz mit seiner Physis, Gradlinigkeit und Mentalität unser Spiel bereichern wird“.

Steuernagel überzeugen Physis, Gradlinigkeit und Mentalität

All jene Attribute eilten Reinhard in den vergangenen Jahren auch in Osthessen voraus, wo er entscheidenden Anteil am Aufstieg der Rhöner Spielgemeinschaft vom A-Ligisten bis hin zu einem Top-Gruppenligisten besaß. In der laufenden Saison brachte es Reinhard bereits auf 21 Tore – traf somit alle 79 Minuten. Die Zahlen in den vergangenen Jahren waren ebenfalls stete Eigenwerbung – und doch schlug er bislang alle Offerten von hiesigen Vereinen aus. Bei Offenbach zögerte er hingegen nicht. „Ich bin sehr glücklich über die Chance, bei einem Traditionsverein wie dem OFC spielen zu dürfen und freue mich auf diese Herausforderung“, sagt Reinhard selbst, der seine Nahziele formuliert: „Im Vordergrund steht der Erfolg der Kickers. Aber natürlich will ich mich auch persönlich weiterentwickeln, viele Spiele bestreiten und der Mannschaft auf dem Platz helfen.“

Aller Wahrscheinlichkeit nach im Sturmzentrum, wobei der bullige Reinhard nicht zwangsläufig auf diese Position festgelegt ist. Oft spielte er in seiner Laufbahn auch schon auf den zentralen Mittelfeldpositionen, erst in den vergangenen zwei Spielzeiten agierte er unter Trainer Daniel Schirmer fast ausschließlich als Neuner. Auf dieser Position wurde durch das Laufbahnende von Florian Treske beim OFC eine Position frei, allerdings hat Reinhard mit Jake Hirst auch einen harten Konkurrenten. Offenbachs Publikumsliebling traf in der Hinrunde achtmal. Er kam vor der Saison aus der Kreisoberliga an den Bieberer Berg – da erscheint Reinhards Sprung gar nicht mehr so groß.

Weitere Artikel zum Thema:

Wechselt Moritz Reinhard zu den Offenbacher Kickers?
Steuernagel lobt Reinhard in höchsten Tönen
Treske weg – Weg frei für Reinhard?
OFC ist stinkig

Autor: Johannes Götze

Kommentieren

Vermarktung: