Beck äußert sich

"An Tag X den Schnitt vollziehen"

01. Dezember 2020, 12:38 Uhr

22 Spiele sollen die Fußballer des SC Motten (weiße Trikots) noch bis Ende Juni absolvieren – ein nicht sehr realistisches Vorhaben. Foto: Charlie Rolff

Die Saison soll normal zu Ende gespielt werden, das hat der Hessische Fußball-Verband am Wochenende bekräftigt. Doch ist das in Fulda überhaupt realisierbar? Wir haben bei Kreisfußballwart Thorsten Beck nachgefragt.

"Meine persönliche Meinung ist, dass es ganz, ganz schwierig wird, die Saison zu Ende zu spielen", macht der Hofbieberer klar. Einerseits sei da weiterhin der unklare Verlauf der Corona-Pandemie, die es nicht absehbar macht, ob der Ball im Februar, März oder vielleicht erst April wieder rollen kann. Und zweitens gibt es dann noch die Witterungsverhältnisse, gerade in der Rhön, die ein Fußballspiel auf Rasenplätzen in den Wintermonaten quasi unmöglich machen. "Wir haben es in den vergangenen Jahren nie hingekriegt, im Februar in der Rhön zu spielen."

Wie soll es also möglich sein, die komplette A-Liga-Rhön-Saison, in der Mannschaften noch teils 22 Spiele zu absolvieren haben, bis zum 30. Juni auszutragen? Allzu viele Wochenspieltage sind laut Beck nicht die Lösung. "Ich kann einem Amateurfußballer kaum zumuten, Mittwoch, Freitag und Sonntag zu spielen. Zumal das studien- und berufsbedingt kaum möglich sein wird", betont der Kreisfußballwart.

"Wir können zunächst versuchen, die Saison regulär zu beenden. Irgendwann müssen wir an Tag X aber den Schnitt vollziehen und im Zweifelsfall sagen, dass wir es ohne Mehrfachbelastung nicht hinbekommen. Dann könnte man beispielsweise nur die Hinrunde werten. Ansonsten müsste man wieder auf eine Quotientenregelung zurückgreifen, die auch nicht sonderlich glücklich ist – wenngleich es die Maßgabe gibt, die Klassen ungefähr auf einem Niveau zu halten und Riesensprünge in der Anzahl der Spiele zwischen einzelnen Teams zu vermeiden."

Die Entscheidung, im Kreis Fulda – im Gegensatz zu Gelnhausen beispielsweise – die Ligen nicht schon im Vorfeld vorausschauend zu teilen, verteidigt Beck aber: "Ich glaube, das wäre auch nicht das Allheilmittel gewesen. Zumal dann wieder die Frage aufgekommen wäre, wie genau man die Klassen teilen sollte."

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