11.12.2019

Andreas Pecks: „Mir platzt auch mal der Kragen“

Edelzeller Urgestein über SG-Coach Posa, sein Gemüt und Sohn Julian

Andreas Pecks (rechts) beim Glühwein-Treff mit Torgranate-Redakteur Ralph Kraus. Foto: torgranate.de

Wer sich mit Andreas Pecks auf einen Glühwein trifft, muss wissen, dass es meistens nicht bei einem Gläschen bleibt. Das Urgestein der SG Edelzell ist Vorsitzender seines Vereins. Wir haben uns mit dem 54-Jährigen über die aktuell desolate Tabellensituation der SG Edelzell/Engelhelms in der Kreisoberliga Mitte unterhalten. Aufgeben will Pecks aber trotz des letzten Tabellenplatzes noch längst nicht.

Edelzell/Engelhelms hat eine miese Hinrunde hinter sich. Die Tabellensituation fühlt sich nicht gut an und es riecht nach Abstieg. Gibt es noch Hoffnung, dass man diesen verhindern kann und wie steht es um den Trainer Roberto Posa?

Wir haben viele Gespräche mit den Spielern geführt und sind uns einig, dass die miserable Hinrunde zu 95 Prozent die Spieler und nicht der Trainer zu verantworten haben. Roberto Posa macht ein super Training und stellt die Mannschaft vor jedem Spiel perfekt ein. Das haben uns die Spieler bestätigt. Es gab auch schon zwei Krisensitzungen, auf denen wir im Vorstand die Lage diskutiert haben. Das Resultat ist, dass wir uns einig sind, dass wir einfach zu viele verletzte Spieler und Schichtarbeiter haben. Roberto musste in der Hinrunde 31 Leute einsetzen und in 18 Spielen mit 18 verschiedenen Formationen spielen. Alles, was er im Training üben lässt, kann er sonntags deshalb nicht umsetzen. Dazu kommt, dass die Chancen, die in der letzten Saison alle drin waren, derzeit an den Pfosten gehen oder der gegnerische Torwart überragend hält. Im Moment fehlt uns das Glück des Tüchtigen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir eine viel bessere Restrunde spielen werden, weil wir dann hoffentlich wieder alle Mann an Bord haben. Es sind noch 36 Punkte zu vergeben und ich glaube, wir haben noch eine Chance.

Du bist ein Gemütsmensch, hast immer einen Spruch auf Lager, bist stets gut gelaunt. Gibt es eigentlich Dinge, die dir so richtig die Laune vermiesen können?

In den letzten sechs, acht Wochen bin ich ständig von Leuten angesprochen worden, dass der Trainer weg muss. Da platzt dir dann irgendwann schon der Kragen, wenn du die Hintergründe kennst und die andere Seite eben nicht. Da gingen dann schon mal die Gäule mit mir durch – und das so richtig. Leider war da auch das eine oder andere Urgestein darunter, der eine oder andere ältere Herr, der schon ewig dem Verein treu ist. Das hat mich dann schon so ein bisschen aus der Ruhe gebracht.

Dein Sohn Julian fehlt der SG Barockstadt seit drei Monaten verletzt. Wie sehr leidest Du mit? Denn jeder weiß, dass du deinen Sohn von klein auf immer begleitet hast ...

Für mich geht das Gefühl eigentlich, Julian ist aber wahnsinnig enttäuscht. Die Verletzung wurde ja zunächst als Kapselriss aufgefasst, erst später wurde festgestellt, dass da drei Haarrisse im Fuß sind. Schade, denn er war zu dieser Zeit richtig gut drauf. Seit einem Vierteljahr quält er sich beim Physio und ich denke, dass er die Wintervorbereitung wieder voll mitmachen kann und sich auch wieder in die erste Elf kämpfen wird. Dann habe ich wieder einen glücklichen Jong. Es ist schon so, dass du dich auf der Tribüne umso mehr freust, wenn dein eigener Sohn mitspielt. Das ist doch ganz klar.

Autor: Ralph Kraus

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