17.09.2019

Auch der ganz große Coup scheint nicht unmöglich

A-Junioren-Hessenliga: Viktoria Fulda hat den Abstand zu den großen Clubs verkürzt

Theo Witte (links) und die U19 des JFV Viktoria Fulda haben einen tollen Start hingelegt. Foto: Charlie Rolff

Die blau-schwarze Welt beim JFV Viktoria Fulda ist momentan rosarot. Alle drei Hessenligateams sind erfolgreich in die Saison gestartet, als Tabellenführer stechen die A-Junioren aber noch einmal heraus.

Mit vier Siegen und nur einer Niederlage steht der Jugendförderverein momentan besser da als alle anderen Mannschaften der Liga, große Clubs mit Teams aus dem Nachwuchsleistungszentrum ordnen sich dahinter ein. „Als Mannschaft sind wir sowohl von der Qualität als auch der Quantität gut aufgestellt. Wir können viel rotieren, ohne schwächer zu werden, das macht uns schwer ausrechenbar“, freut sich Florian Roth, Trainer der U19.

Der 36-Jährige betreut den 2001er-Jahrgang schon in der vierten Saison. Mit Sebastian Sonnenberger komplettiert ein gleichberechtigter Coach den Trainerstab, der den jüngeren 2002er-Jahrgang seit vielen Jahren kennt. In beiden Altersklassen ist der JFV hervorragend aufgestellt, das zeigte nicht zuletzt die gute Vorsaison der A-Junioren, als Platz drei erst am letzten Spieltag verspielt wurde. Mit Max Vogler und Cedric Keller kamen zudem zwei Akteure mit Schlüsselspieler-Potenzial von Nachbar FV Horas.

So konnte auch der kurzfristige Abgang von Kapitän Felix Schütz verkraftet werden, der Innenverteidiger netzte am vergangenen Wochenende erstmals für die Bundesliga-Junioren von Kickers Offenbach. „Nach unserer Niederlage in Griesheim am zweiten Spieltag haben wir noch festgestellt, dass uns so ein Mentalitätsspieler gefehlt hat. Aber die Jungs haben das als Team anschließend sehr gut aufgefangen, beispielsweise in Darmstadt, als wir nach einem 2:4-Rückstand noch gewonnen haben“, rekapituliert Roth.

Nicht abhängig von Einzelspielern

In Darmstadt überragte Arnis Mulaj mit vier Treffern, sonst spielten sich immer wieder andere ins Schaufenster: Yunus Emre Kocak beispielsweise gegen Wieseck (4:0), während Joker Homan Halimi beim jüngsten 3:0 in Erlensee seine Treffer vier und fünf beisteuerte. Abhängig von Einzelspielern ist die Viktoria also nicht, auch deshalb scheint in dieser Saison der ganz große Coup nicht unmöglich. Der Meister würde sich für Aufstiegsspiele zur Bundesliga qualifizieren, das gelang zuletzt Viktoria Bronnzell 2012 bei den B-Junioren.

Ganz so große Brötchen möchten Roth und Sonnenberger aber noch nicht backen. „Wenn wir unser Leistungsniveau abrufen, ist ein Platz in den Top drei drin“, betont Roth und verweist dabei auf Teams wie Wehen-Wiesbaden und Darmstadt 98, die noch einige Schritte voraus sind – insbesondere infrastrukturell. „Wir konnten den Abstand aber schon verkürzen. Sportlich wollen wir sowieso in diese Bereiche vorstoßen, in so einem Spiel wie in Darmstadt muss aber auch alles passen. Und in einer Saison umso mehr“, weiß der ehemalige Meistercoach der SG Eiterfeld/Leimbach. Mehr als eine schöne Momentaufnahme könnte die aktuelle Platzierung also allemal sein.

Autor: Steffen Kollmann

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