Torwart-Tor und gehaltener Elfer

Auf den Spuren von Jens Lehmann

06. Oktober 2020, 12:00 Uhr

Foto: Kevin Kremer

Den zurückliegenden Sonntag wird Schlussmann Niklas Weiser von der FSG Dipperz/Dirlos II so schnell nicht vergessen. Der 22-Jährige erzielte in der Begegnung gegen Ehrenberg II ein Tor und parierte zudem einen Foulelfmeter. Er war somit Garant für den ersten Saisonsieg.

Am 19. Dezember 1997 schrieb Jens Lehmann mit seinem Tor zum 2:2 gegen Borussia Dortmund Bundesligageschichte, Niklas Weiser mit seinem Treffer gegen Ehrenberg II wohl Vereinsgeschichte. „Wahnsinn. Ich habe mich tierisch gefreut und bin vor Freude auf meinen Kumpel in der Innenverteidigung zugerannt“, beschreibt der 22-Jährige seine Emotionen. Denn Fakt ist: Torwart-Tore sind selten, immer etwas Besonderes und in diesem Fall war es sogar immens wichtig für seine Mannschaft. Grund: Es war in der 76. Minute das späte 2:0 und somit die Vorentscheidung.

In der Halbzeitpause machte Trainer Jörg Jäger seinen Schlussmann darauf aufmerksam, dass er mit Hilfe des starken Winds die Ehrenberger Hintermannschaft überspielen könne. „Ich habe daher die langen Bälle immer mit Zug und Richtung Tor gespielt. Dass ein Ball dann über deren Torwart ins Tor dopt, hätte ich nie gedacht“, erläutert der 22-jährige Schlussmann. Den Schwarzen-Peter seinem Gegenüber für das Tor zu geben, findet Weiser indes unfair. „Das ist der Fluch der Torhüter. Lukas Henkel hat in der ersten Halbzeit richtig gut gehalten, hatte dann eben zwei unglückliche Aktionen zum 0:1 und 0:2.“

Damit aber nicht genug. In der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Rolf Bauer (Pilgerzell) zurecht auf den Punkt. Ehrenbergs Spielertrainer Patrick Schmitt stellte sich der Verantwortung und scheiterte – natürlich – an Niklas Weiser – die Créme de la Créme für den Schlussmann und somit sein persönliches Spiel für die Ewigkeit. „Ich war mir relativ sicher, in welche Ecke der Schütze schießt. Dass der Schuss dann nicht so platziert war, spielte mir natürlich in die Karten“, freut sich der Student, der in den vergangenen zwei Jahren lediglich zu sechs Einsätzen kam.

„Ich bin Student und konnte in dieser Zeit nicht so oft trainieren, weshalb mein Kollege Christian Schneider zurecht den Vorzug bekam“, erklärt der Dipperzer. In der Vorbereitung hatte Weiser zum ersten Mal keine Prüfungen und konnte die Einheiten voll durchziehen. Mit Erfolg: In fünf der bisher acht gespielten Begegnungen hütete Weiser das Tor und durfte sein Können unter Beweis stellen. Sportlich läuft es allerdings bei der Reserve noch nicht wie geplant, der 3:0-Erfolg gegen Ehrenberg II war erst der erste Saisonsieg.

„Die ersten Spiele sind blöd gelaufen, wobei man betonen muss, dass wir bereits gegen drei Teams aus den Top-Fünf gespielt haben“, betont Weiser. Dipperz/Dirlos II sei eine sehr junge Mannschaft, die nach diesen Niederlagen die Köpfe hat hängen lassen. „Gegen Ehrenberg war das aber anders und eine ,Jetzt-Aber-Stimmung‘ machte sich im Team breit, die wir natürlich in die kommenden Begegnungen mitnehmen wollen“, zeigt sich der 22-Jährige kämpferisch.

Auch Trainer Jäger ist nach besagter Partie ein Stein vom Herzen gefallen. „Wir sind das erste Mal in dieser Saison mit 1:0 in Führung gegangen. Das hat uns Selbstvertrauen gegeben und den Knoten gelöst“, resümiert der 44-Jährige, der seiner Mannschaft ein großes Kompliment ausspricht. „Wir haben nach den zurückliegenden Niederlagen nicht aufgesteckt und uns endlich belohnt.“

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