09.05.2019

Aufstieg? Ja, nein, vielleicht!

Kurioses Szenario in der B-Liga Hersfeld/Rotenburg I

Foto: Charlie Rolff

Wer eine überaus erfolgreiche Saison spielt, steht am Ende meist ganz weit oben in der Tabelle und darf sich Gedanken über einen Aufstieg machen. In der B-Liga Hersfeld/Rotenburg I ist das jedoch etwas anders, denn obwohl viele Teams bislang eine erfolgreiche Saison gespielt haben, scheint ein Aufstieg in die A-Liga nicht möglich. Bei den einen liegt es am Regelwerk, bei den anderen an den eigenen Ambitionen.

Vorab muss erklärt sein, dass in jener Liga ausschließlich Reserve-Teams spielen. Und genau darin liegt wohl das Hauptproblem, wenn es um den Aufstieg geht, meint zumindest Wildecks Sportlicher Leiter Thorsten Bornschier: „Für viele Reserve-Teams wäre die A-Liga knüppelhart, da in der B-Liga die Konkurrenz zwischen den Vereinen nicht so intensiv ist.“ Bornschier weiß schließlich wovon er redet, denn für Wildeck II ging es in den vergangenen drei Jahren bei einer Vielzahl an Gegentoren immer gegen den Abstieg, ehe 2018 der Gang in die B-Liga stand. Das jedoch lag an der eigenen ersten Mannschaft, denn die stieg aus der Kreisoberliga ab.

Nun steht Wildeck I allerdings als Aufsteiger in jene Kreisoberliga fest. Folglich kann Wildeck II, momentan Zweiter in der B-Liga, wieder aufsteigen – und ist damit fast das einzige Team in der Liga, das nach aktuellem Stand auch darf. Der Tabellenerste Sorga/Kathus II muss passen (da die Erste auf einem Abstiegsplatz in der KOL steht), der Dritte Rotenburg/Lispenhausen II muss passen (da die Erste auf einem Abstiegsplatz in der KOL steht), der Vierte Niederjossa II ist mehr als fraglich (da die Erste auf dem Abstiegs-Relegationsplatz in der KOL steht) und alle nachfolgenden Mannschaften (bis auf Hohenroda II auf Rang neun) müssen ebenfalls passen, da die eigene erste Mannschaft in der A-Liga spielt.

Stellt sich nun die Frage, ob Wildeck II oder Niederjossa II überhaupt aufsteigen wollen. Eine Nachfrage beim Klassenleiter Karl-Heinz Blumhagen gab schnell die Antwort, denn die Wildeck-Reserve hat bereits den Verzicht erklärt. "Wir wissen, dass wir in der A-Liga Prügelknaben sein könnten", sagt Bornschier. In ein ähnliches Horn bläst Niederjossas Vorsitzender Dirk Allendorf, der aber im selben Atemzug betont, "dass die A-Liga im Hinblick auf unsere Spielgemeinschaft mit Breitenbach im Sommer interessant wäre, um den jungen Spielern ein Sprungbrett zu bieten. Wir haben uns diesbezüglich allerdings noch gar keinen Kopf gemacht. Die Mannschaft darf entscheiden, schließlich ist es das Hobby der Spieler." Aufsteigen dürfen laut Regelwerk aber sowieso nur Mannschaften, die unter den ersten vier Plätzen landen. Ob dies Niederjossa II gelingt, sei dahingestellt, denn nur zwei Zähler trennen Rang vier und acht.

Wer steigt dann aus der A-Liga überhaupt ab?

Sollte keines der Teams aus der B-Liga Hersfeld/Rotenburg I aufsteigen wollen beziehungsweise können, entfällt dementsprechend die Relegation und in der A-Liga Hersfeld/Rotenburg gibt es lediglich einen Absteiger. Dieser steht dagegen bereits fest. Da sich die SG Mühlbach/Raboldhausen und die SG Ober-/Untergeis zur SG Neuenstein zusammenschließen, wird eines der Teams auf den letzten Platz gesetzt. Die Verantwortlichen der SG Neuenstein haben den Klassenleiter Karl-Heinz Blumhagen bereits offiziell informiert. Unklar ist einzig, welches Team betroffen ist und ans Tabellenende gesetzt wird. Freuen dürfen sich Weiterode II und Heinebach/Osterbach II, die somit eine weitere Saison in der A-Liga spielen dürfen – und dies auch machen werden. Ein freiwilliger Rückzug in die B-Liga ist bei beiden KOL-Reserven kein Thema.

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