02.06.2018

Aus 1:3 mach 4:3: Die Spahns setzen Wahnsinn die Krone auf - Fotos

Relegation zur KOL Süd: Weyhers ist abgestiegen, Gundhelm/Hutten braucht einen Punkt

Keeper Thomas Groß war untröstlich nach der Partie. Foto: Charlie Rolff

Fußballherz, was willst du mehr? Das zweite Relegationsspiel zur Kreisoberliga Süd zwischen dem TSV Weyhers und der SG Gundhelm/Hutten hatte alles, Chancen en masse, Dramatik und einen unerwarteten Sieger. Gundhelm/Hutten lag nämlich bereits mit 1:3 zurück, gewann am Ende in einer unfassbaren Schlussphase aber noch mit 4:3.

Eine Viertelstunde vor Schluss sah es noch danach aus, dass Weyhers plötzlich wieder dick im Geschäft um den Klassenerhalt war. Dass Gundhelm/Hutten noch drei Tore erzielen und das Spiel damit gewinnen würde, darauf hofften wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten im toll unterstützenden Gäste-Block. Und dennoch kam es so - auch aufgrund unglaublicher Tore. Während das 3:2 noch gut herausgespielt war, als Joker Marco Heil Lucas Link klasse bedient hatte (76.), setzten die Tore von Dany und Nico Spahn dem Wahnsinn die Krone auf.

Gerade das 3:3 von Dany Spahn war äußerst kurios. Eine Freistoßflanke von der Mittellinie segelte ungefährlich in Richtung Keeper Thomas Groß, ähnlich wie Liverpools Loris Karius im Champions-League-Finale gegen Real Madrid glitt der Ball dem Schlussmann allerdings durch die Finger (86.). Bitter: Schon bei der 1:2-Niederlage gegen Johannesberg II hatte Torwart Sascha Vogler gepatzt, Vertreter Groß hielt sein Team erst klasse im Spiel, ehe auch ihm der Fauxpas unterlief. "Ich mache beiden keinen Vorwurf. Aber wenn diese Torwartfehler nicht passieren, stehen wir hier mit sechs Punkten da", so ein bedienter TSV-Coach Darius Giemza. Zu allem Überfluss aus Weyherser Sicht traf dann auch noch Nico Spahn, der zunächst frei vor dem Tor schlecht quergelegt hatte, dann aber die zweite Chance bekam und nutzte (89.).

Gundhelm mit toller Moral, Weyhers schwindet erneut die Kraft

"Nicht zum ersten Mal in dieser Saison hat meine Mannschaft eine tolle Moral gezeigt. Wir wurden von unseren 100 Fans, die alle in blau und schwarz gekleidet waren, auch super getragen", freute sich SG-Spielertrainer Daniel Stolberg, dessen Truppe schon vor der kuriosen Schlussviertelstunde nicht wirklich schlechter war. Gerade wenn Torjäger Benedikt Kreß seine Schnelligkeit ausspielen konnte, wurde es immer wieder gefährlich. Zwei schnelle Gegentreffer nach der Pause brachten den Schlüchterner A-Liga-Vizemeister allerdings ins Hintertreffen, nachdem Nino Staubach kurz vor dem Halbzeitpfiff Jannik Helfrichs frühen Führungstreffer egalisieren konnte.

Doch wie gegen Johannesberg gelang es Weyhers nicht, einen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Laut Giemza aus ziemlich offensichtlichen Gründen: "Wir mussten Samstag, Dienstag und wieder Samstag alles abrufen. Dieses Pensum hat mindestens Gruppenliga-Niveau. Es fehlen einem die Worte, dass wir in diesem kurzen Zeitraum spielen müssen, während Johannesberg sein Spiel vorverlegen darf und Gundhelm/Hutten gar nicht erst antreten muss. So verlieren wir dann zweimal die Spiele in den letzten Minuten", polterte der Coach.

Während Gundhelm/Hutten gegen Johannesberg II am Mittwoch (19 Uhr) damit ein Punkt zum sicheren Aufstieg reicht, ist Weyhers abgestiegen. "Ich muss meinen Jungs das allerhöchste Kompliment aussprechen, was sie in den letzten Spielen abgerufen haben. Wir sind einfach ein menschlich richtig geiler Haufen. Ich bin mir sicher, dass wir gestärkt aus dieser Sache hervorgehen werden", peilen Giemza und Co. die schwierige Mission direkter Wiederaufstieg an. / kol

Die Statistik:

TSV Weyhers: T. Groß - Sauer, Doganer, Wehner, Paul - Leitschuh, Baumgarten - Rüther, Helfrich, Neidert - Zink (Klüber, Bickert, Rützel).
SG Gundhelm/Hutten: Scheel - Ochs, Christ, Firle, Drebert - N. Link, D. Spahn - Staubach, N. Spahn, Kreß - L. Link (M. Heil, Stolberg).

Schiedsrichter: Joshua Herbert (Nüsttal).
Zuschauer: 750.
Tore: 1:0 Jannik Helfrich (11.), 1:1 Nino Staubach (41.), 2:1 Leon Rüther (54.), 3:1 Dirk Zink (63., Foulelfmeter), 3:2 Lucas Link (76.), 3:3 Dany Spahn (86.), 3:4 Nico Spahn (89.).

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