Bronnzeller kreiert Likör für Fußballer

Aus einer Schnapsidee wurde "Kurvenfeuer"

17. Juni 2021, 14:00 Uhr

Marius Schuster mit seinem kreierten Schnaps "Kurvenfeuer". Foto: Steffen Kollmann

Fußball und Bier gehören zusammen wie Topf und Deckel. Ab sofort gibt es aber noch eine Alternative zum Bier: Der Bronnzeller Marius Schuster hat einen Fußballschnaps namens "Kurvenfeuer" kreiert.

Die Idee für den Fußballschnaps hatte Marius Schuster schon vor mehr als fünf Jahren. In einer Schnapsbrennerei macht er seine Ausbildung zum Industriekaufmann, studiert an der Abendschule BWL - und hat den Wunsch, irgendwann mal einen eigenen Likör rauszubringen. "Seit fünf Jahren habe ich den Schnaps täglich in meinem Kopf. Ich wollte ein Produkt kreieren, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl aus dem Stadion und der Fankurve rüberbringt."

Bewusst stellt sich der 29-Jährige nicht zu breit auf, konzentriert sich aufgrund seiner großen Leidenschaft auf die Zielgruppe Fußballfans. Bedeutet auch, einen Schnaps kreieren zu wollen, dem möglichst jeder schmeckt - Fußball ist schließlich Volkssport. Schuster entscheidet sich für einen Rumlikör, mit zwei verschiedenen Sorten von Rum. Und 23 Prozent Alkoholgehalt. "Er sollte süß sein, aber nicht zu süß. Und pur bei Raumtemperatur oder auch gekühlt mit Cola getrunken werden. Und wir wollen einen Schnaps, den sich jeder leisten kann", erklärt Schuster. 14,99 Euro kostet die 0,5-Liter-Flasche.

Der Gründer spricht von wir - "von Fans für Fans" soll nicht nur ein Slogan sein, sondern die DNA verkörpern. "Kurvenschnaps hat keine Kunden, sondern Fans." Dabei ist "wir" eigentlich nicht korrekt. Denn der Bronnzeller macht alles alleine. Vom Schnapsbrennen bis hin zum Marketing und Homepageaufbau. Nach ersten Verkostungen 2016 - anfangs spricht er passenderweise von einer Schnapsidee - wird seit 2018, nach einem Arbeitsplatzwechsel, jede freie Minute für "Kurvenfeuer" investiert. Vieles, von dem er anfangs keine Ahnung hat, bringt sich Schuster selbst bei. Auch aus Kostengründen. Die 23 Prozent Alkoholgehalt werden ihn immer an die Zeit erinnern, als er quasi pleite war und nur noch 23 Euro auf seinem Konto hatte.

"Mein Traum ist es, mit meiner Geschichte Leute zu inspirieren, etwas eigenes aufzubauen. Nicht nach Ausreden zu suchen, sondern Dinge anzugehen", erklärt er seine Beweggründe. Dass er anderen helfen will, wird schnell beim Blick auf die Homepage von "Kurvenfeuer" klar, auf der er andere dazu bewegen möchte, sich für die DKMS Knochenmarkspende zu engagieren. Schuster war vor anderthalb Jahren selbst Spender, bereitete einer Person ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk. Auch mit seiner Marke möchte er Werte wie Toleranz und Vielfalt vermitteln.

Am 30. November vergangenen Jahres ist es dann soweit, Schuster bringt "Kurvenfeuer" auf den Markt. Der kommt bei der kleinen Community, die sich schon im Vorfeld gebildet hatte, gerade in der Zeit vor den Feiertagen gut an. Neben dem Produkt an sich sind die Etiketten in der Flasche mit 100 verschiedenen Fakten über Fußball ein Hingucker. Schusters preisgekrönten Schnaps - bei einem europaweiten Wettbewerb holte sich "Kurvenfeuer" Platz eins - gibt es seit diesem Jahr zudem im Laden zu kaufen. Und kann nach einigen Lieferengpässen zu Beginn des Jahres hoffentlich bald in großen Runden beim Fußballschauen, auch an den heimischen Plätzen, getrunken werden.

Kommentieren