0:1 in Gießen

Barlettas Debüt missrät gründlich

Hessenpokal: OFC setzt die Saison endgültig in den Sand

Schon nach seinem ersten Pflichtspiel mit Offenbach scheint die Saison für Neu-Coach Angelo Barletta und die Kickers komplett gelaufen. Foto: Charlie Rolff

Der FC Gießen steht im Halbfinale des Hessenpokals und wird dort auf seinen Regionalligakonkurrenten TSV Steinbach-Haiger treffen. Im Duell mit einem weiteren Regionalligisten setzte der vom Abstieg bedrohte Aufsteiger sich im Gießener Waldstadion gestern verdient mit 1:0 (0:0) gegen die Offenbacher Kickers durch.

Als selbsternannter Aufstiegskandidat gestartet und zwischenzeitlich in Abstiegsgefahr geraten, verpasste der OFC auch die letzte Chance, die Saison noch zu einem halbwegs versöhnlichen Ende bringen zu können. Der Traum von der Rückkehr in den DFB-Pokal ist ausgeträumt. Auch unter ihrem neuen Trainer Angelo Barletta, dessen Debüt gründlich missriet, boten die Kickers eine miserable Leistung. Wer nach dem überzeugenden Heimsieg über Freiburg II im letzten Punktspiel des Jahres und nach der tags darauf erfolgten Vorstellung von Trainer Barletta sowie Rückkehrer Ramon Berndroth als Chefscout glaubte, die Wende zum Guten sei nicht nur eingeleitet sondern vielleicht bereits vollzogen, sah sich getäuscht. Vielmehr fanden die Worte von Thomas Sobotzik Bestätigung. Der neue Geschäftsführer hatte vor wenigen Wochen bei seiner Präsentation orakelt: „Vielleicht ist der Tiefpunkt noch nicht erreicht.“

Rund 1600 Besucher sahen im Waldstadion zwei Mannschaften, die enorme Schwierigkeiten mit dem ebenso tiefen wie rutschigen Geläuf hatten. Spielfluss, Tempofussball, Torraumszenen wurden hüben wie drüben weitgehend vermisst. Die einzig nennenswerte taktische Maßnahme von Neu-Trainer Barletta, der statt der gewohnten Vierer-Abwehrkette eine Dreierkette bevorzugte, brachte keinerlei Erfolg; auch deshalb nicht, weil Kapitän Richard Weil zurückgezogen in der Abwehrlinie agierte.

Damit beraubten die Kickers sich ihres einzigen Spielers, der bislang halbwegs in der Lage schien, Struktur in die Aktionen zu bringen. An der Seite von Luigi Campagna gefiel auf Weils Posten im defensiven Mittelfeld Maik Vetter mit großer Einsatzfreude zwar als einziger Offenbacher Feldspieler neben dem jungen Jakob Lemmer im rechten Mittelfeld, zündende Impulse gingen von Vetter freilich nicht aus. Wieder einmal verstand es der OFC nicht, seine Sturmspitzen in Position zu bringen, Andis Shala und Moritz Hartmann waren unterm Strich Totalausfälle.

Wie beim 1:1 im Punktspiel vor wenigen Wochen legte Gießen nach der Pause zu. Nach 75 Minuten lenkte Kickerskeeper Dominik Draband einen Distanzschuss gerade noch an den Innenpfosten, zehn Minuten später war das Spiel entschieden. Der OFC war weit aufgerückt, ein Gießener Befreiungsschlag fand Aykut Öztürk, der zwei schlecht postierten Verteidigern davonlief und frei vor Draband souverän abschloss.

Die Statistik:

FC Gießen: Löhe; Antonaci, Koutny, Nennhuber, Schadenberg – Hofmann (74. Spang), Rinderknecht – Kara (87. Colak), Cecen, Benamar - Ferfelis (61. Öztürk).
Offenbacher Kickers: Draband – Weil, Pezzoni, Lovric – Lemmer, Vetter, Daghfous, Campagna (86. Schikora), Marcos – Hartmann, Shala (81. Reinhard).
Schiedsrichter: Patrick Glaser (Wiesbaden). Zuschauer: 1600. Tor: 1:0 Aykut Öztürk (85.). / oi

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