09.10.2019

Barockstadt unterliegt humorlosem FSV – Fotos

Hessenpokal: Ordentlicher Fuldaer Vortrag reicht beim 1:3 gegen Brendel-Elf nicht

Dominik Crljenec (vorne) und Sebastian Sonnenberger setzten sich gegen den Frankfurter Alban Sabah zur Wehr. Foto: Charlie Rolff

Humorlos hat der FSV Frankfurt um den früheren Borussen-Trainer Thomas Brendel das Hessenpokal-Achtelfinale bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz für sich entschieden. Den Bornheimern reichten im ordentlich besuchten städtischen Stadion ganz wenige Möglichkeiten, um das 3:1 (1:0) und den damit verbundenen Einzug in die nächste Runde festzuzurren.

Der Beginn des Pokal-Achtelfinals ließ sich für die heimische SGB noch gut an: Die Fuldaer gingen früh drauf, waren passsicher und generell viel mehr in Bewegung als noch am Samstag bei der ersten Hessenliga-Niederlage der Saison in Dreieich (1:2). Und die ersten Chancen ließen nicht lange auf sich warten. Erst traf der neben Keeper Aykut Bayar, Marcel Trägler und Dennis Müller in die Startelf gerückte Kevin Hillmann das Außennetz (7.), ehe Dominik Crljenec die dickste Chance auf die Heimführung liegen ließ, als Barockstadts Sechser nach einer Trägler-Ecke perfekt am langen Pfosten gestanden hatte, sein Kopfball jedoch noch von Marco Born von der Linie geköpft wurde (17.).

Doch der Anfangseuphorie zum Trotz stellten sich auch Rückschläge ein: Bitter, dass der Fuldaer Mittelfelddirigent André Fließ wegen Oberschenkelproblemen schon nach neun Minuten für Leon Pomnitz weichen musste. Noch bitterer, dass der FSV nach fast exakt einer halben Stunde mit seiner ersten Torchance im Spiel in Führung ging. Denis Mangafic, wie Kenan Mujezinovic einst in Fulda aktiv, hatte zwischen den Linien zu viel Platz, Wolf-Vertreter Aykut Bayar im Barockstadt-Tor ließ den Ball unglücklich prallen und ermöglichte Muhamed Alawie so den Abstauber.

Es bedurfte einer kurzen Phase der Erholung von diesem Schock, ehe die Fuldaer kurz vor der Pause wieder dominanter wurden. Hier wie aber auch bei Broschkes Abschluss unmittelbar nach Wiederanpfiff fehlte hier und da nach guten Kombinationen der letzte Tick Genauigkeit und Entschlossenheit. Attribute, die letztlich den Unterschied zwischen dem Dritten der Hessenliga und dem 15. der Regionalliga Südwest ausmachten: Während nämlich beispielsweise der eingewechselte Pomnitz eine viel zu hohe Fehlpassquote aufwies, traf der Gegner aus dem Frankfurter Osten auch mit seiner zweiten Möglichkeit: Wieder war Mangafic Wegbereiter, indem sich der Außenbahnspieler einmal um die eigene Achse drehte, Steffen Straub auf rechts bediente und diesem so ermöglichte, Hillmann ins Leere laufen zu lassen und dann sehenswert ins lange Eck zu treffen (57.).

So war die Spannung rasch raus vor etwas mehr als 1000 Zuschauern in der Johannisau, zumal Barockstadt-Coach Sedat Gören anschließend positionsgetreu wechselte und somit nicht noch einmal hinten mehr öffnete für weitere offensive Optionen. Das bedeutete auch, dass Dominik Rummel für den Ligabetrieb geschont wurde. Der Torjäger, zuletzt wegen muskulärer Beschwerden zweimal nur Zaungast, saß gegen den FSV immerhin schon mal wieder auf der Bank, während Sturmkollege Yves Böttler aus beruflichen Gründen gar nicht erst im Kader gestanden hatte.

Der FSV Frankfurt, der sich auch von Patrick Broschkes Gewaltschuss zum 1:2-Anschluss in keinster Weise irritieren ließ, reist nun in der Runde der letzten acht zum Achten der Gruppenliga Gießen/Marburg, der SG Waldsolms, und hat gute Karten, richtig weit im Wettbewerb zu kommen. Die Region Osthessen schaut für diese Saison im Hessenpokal - einmal mehr - in die Röhre, nachdem sich vor der SG Barockstadt schon Hessenligakontrahent SV Steinbach, die SG Freiensteinau und die SG Festspielstadt verabschiedet hatten.

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Bayar - Fuß, Gröger, Sonnenberger, Hillmann - Schaaf, Crljenec (69. Breunung) - D. Müller (66. Jordan), Fließ (9. Pomnitz), Trägler - Broschke.
FSV Frankfurt: Mujezinovic - Kunert, Sabah (75. Djengoue), Nothnagel, Wilton - Burdenski, Azaouagh (90. Sejdovic) - Mangafic, Born, Straub (85. Weinhardt) - Alawie.
Schiedsrichter: Julius Martenstein (FV Cölbe).
Zuschauer: 1100.
Tore: 0:1 Muhamed Alawie (30.), 0:2 Steffen Straub (57.), 1:2 Patrick Broschke (89.), 1:3 Mirco Born (90.+1).

Autor: Christian Halling

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