25.06.2019

Baunatal kein Gradmesser für den neuen Zweitligisten

Hessenpokal-Finale: Wehen Wiesbaden siegt klar mit 8:1

Der SV Wehen Wiesbaden gewann zum sechsten Mal den Hessenpokal. Foto: Pedro Acebes

Einen Monat später als ursprünglich geplant ist am Dienstagabend das Hessenpokal-Finale der Saison 2018/19 ausgetragen worden. Im Stadion der Stadt Wetzlar setzte sich Zweitligaaufsteiger SV Wehen Wiesbaden gegen den Hessenligisten KSV Baunatal in einer über weite Strecken einseitigen Partie mit 8:1 (4:1) durch.

Weil sich der SVWW mit Platz drei in der 3. Liga direkt für den DFB-Pokal qualifiziert hatte, war ja schon seit Wochen klar, dass auch Baunatal in der kommenden Saison am nationalen Pokalwettbewerb teilnehmen würde. Für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde wurden bereits am 15. Juni die Lose gezogen: Der Hessenligist bekommt es mit dem künftigen Wehener Zweitligakonkurrenten VfL Bochum zu tun, während Wehen Wiesbaden den Bundesligaaufsteiger 1. FC Köln empfängt. Die Austragung der Partie am ursprünglich dafür vorgesehen 25. Mai, dem "Tag der Amateure", war seinerzeit nicht möglich. Zum einen, weil der SVWW die Relegation zur 2. Bundesliga gegen den FC Ingolstadt zu bestreiten hatte und zum anderen der Termin mit dem letzten Hessenliga-Spieltag kollidierte. In der Zwischenzeit wurde auch der Spielort gewechselt, weil die Begegnung am heutigen Abend im Baunataler Parkstadion organisatorisch nicht durchführbar gewesen wäre.

In Wetzlar hielt sich das Interesse am Pokalfinale mit 660 Zuschauern aufgrund der Konstellation in Grenzen. Ein weiteres Ärgernis für die Vereine bestand darin, dass sie ihre Neuzugänge nicht einsetzen durften, weil das Spiel ja noch zur bis zum 30. Juni andauernden Saison gehört. So hatte die Partie trotz ihres offiziellen Status mehr den Charakter eines Freundschaftsspiels. Sportlich gesehen war das Finale unter dem Strich eine ganz klare Sache für den neuen Zweitligisten, für den Baunatal kein Gradmesser war. Der Profiklub gewann nach 1988, 1996, 2000, 2011 und 2017 zum sechsten Mal in seiner Vereinsgeschichte den hessischen Verbandspokal. SVWW-Torjäger Manuel Schäffler legte schon nach 31 Sekunden das 1:0 vor und nach einer Viertelstunde das 2:0 nach.

Baunatal vergibt beim Stande von 2:1 einen Elfmeter

Jedoch hatte der Hessenligist danach seine stärkste Phase und hätte innerhalb von kurzer Zeit zum Ausgleich kommen müssen. Zunächst verkürzte Patrick Krengel per Freistoß auf 2:1 (20.). Und unmittelbar danach gab es Elfmeter für die Nordhessen, den Fatih Üstün jedoch nicht verwandeln konnte. Er scheiterte an SVWW-Keeper Lukas Watkowiak (22.). So nahm die Begegnung bei brutal heißen 35 Grad noch den erwarteten Verlauf. Allerdings profitierte der Profiklub in der Schlussphase der ersten Hälfte erst von einem Eigentor des Baunatalers Niklas Künzel (43.). Dann wurde aufgrund der Trinkpause lange nachgespielt und da fiel auch noch das 4:1 von Moritz Kuhn (45./+5). Im zweiten Abschnitt war durch Schäfflers dritten Streich zum 5:1 schnell alles klar (55.). Daniel Kofi Kyereh (59., 76.) und Nicklas Shipnoski (79.) schraubten das Resultat noch auf ein deutliches 8:1 hoch.

"Wir hatten eine lange Anreise bei dieser Hitze durch den Stau", kommentierte KSV-Trainer Tobias Nebe. Das war auch ein Grund dafür, dass die Partie mit 15 Minuten Verspätung begann. "Zu Beginn haben wir naiv verteidigt, danach aber sind wir gut zurückgekommen und haben mutiger gespielt. Dabei haben wir das 2:2 versäumt. Danach wurden unsere Fehler und Nachlässigkeiten von so einem Gegner mit solcher Qualität eiskalt bestraft. Für ist das Ergebnis bitter, denn acht Stück wollten wir ja nicht bekommen", ergänzte er. SVWW-Coach Rüdiger Rehm analysierte: "Wir sind als Favorit sehr gut ins Spiel gekommen, wurden nach dem 2:0 aber nachlässig. Der Knackpunkt war der verschossene Elfmeter und die erste Trinkpause. Danach haben wir gut verteidigt und hatten viele Aktionen nach vorne. So war es zur Halbzeit gegessen und wir haben es hervorragend runtergespielt."

Die Statistik:

SV Wehen Wiesbaden: Watkowiak - Kuhn, Mockenhaupt (60. Dams), Mrowca, Titsch Rivero (72. Wachs) - Shipnoski, Lorch, Gül, Dittgen - Kyereh, Schäffler (58. Schönfeld).
KSV Baunatal: Bielert - Krenge (54. Springer), Künzel, Blahout, Heussner - Üstün (60. Schäfer), Pforr, Müller (74. Ludwig), Möller, Schrader - Sattorov.
Schiedsrichter: Daniel Velten (Schöffengrund).
Zuschauer: 660.
Tore: 1:0, 2:0 Manuel Schäffler (1., 15.), 2:1 Patrick Krengel (20.), 3:1 Niklas Künzel (43., Eigentor), 4:1 Moritz Kuhn (45.+5), 5:1 Manuel Schäffler (55.), 6:1, 7:1 Daniel Kofi Kyereh (59., 76.), 8:1 Nicklas Shipnoski (79.).
Besonderes Vorkommnis: Wehen Wiesbadens Torhüter Lukas Watkowiak hält Foulelfmeter von Baunatals Fatih Üstün (22.).

Autor: Pedro Acebes

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