19.08.2014

Buchonia Flieden streicht die "Freibierkiste" für Gäste

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Eine E-Mail des SV Flieden hat in den letzten Tagen für einige Verwunderung gesorgt: In Zukunft wird sich der Verein in der Gruppenliga und Kreisoberliga Süd mit der zweiten und dritten Mannschaft ausklinken, was die obligatorische Kiste Bier für den Gast angeht.

In dem Schreiben, das alle Vereine zugesandt bekamen, heißt es: „Hiermit teilen wir Euch mit, dass der Verein SV Flieden sich ab sofort nicht an der Frei-Kiste-Bier nach dem Spiel beteiligen wird. Dies bedeutet, dass wir bei Auswärtsspielen mit unserer Mannschaft keine Freikiste annehmen und wir bei Heimspielen dem Gastverein keine Freikiste zu Verfügung stellen werden. In der Hoffnung, dass diese Entscheidung bei Euch Verständnis findet, verbleiben wir...“ Unterzeichnet ist die Mail vom Sportlichen Leiter Jochen Koppel.

Auf die Hintergründe angesprochen sagt dieser nun: „Der Grund liegt darin, dass wir drei Seniorenteams im Spielbetrieb haben. Wir haben ausgerechnet, dass so insgesamt 65 Kisten Bier in einer Saison auflaufen“, rechnet Koppel vor. Dies sei aber nur ein Grund. Ein weiterer Aspekt sei, „dass es die Abteilungsleitung in Flieden nicht gerne sieht, wenn die teilweise noch jungen Spieler direkt nach dem Spiel Alkohol konsumieren. Mir persönlich gefällt das auch überhaupt nicht. Wir wollen nicht, dass womöglich noch der eine oder andere junge Kerl ins Auto steigt, nachdem er drei Bier getrunken hat. Das habe ich auf der Vorrundenbesprechung auch so gesagt.“

Nicht überall findet die Entscheidung der Fliedener Anerkennung: „Wir waren über diese Mail schon sehr erstaunt“, sagt Gianni Leonangeli, der Sportliche Leiter beim Süd-Kreisoberligisten TSV Pilgerzell. „Für mich ist das ein sehr trauriges Bild, und wir können das nicht nachvollziehen. Es geht ja auch so ein bisschen um das Miteinander danach. Wenn so etwas gelebt wird, sollten sich alle Vereine daran beteiligen“, so Leonangeli, der zu verstehen gibt: „Ich hätte kein Problem damit, wenn die Kiste Bier generell wegfällt. Aber das sollten alle Vereine gemeinsam beschließen.“

Verwundert reagiert man auch in der Gruppenliga. Zum Beispiel beim SV Großenlüder: „Wir spielen Amateurfußball und da ist nachher auch die Geselligkeit ein Thema. Ich unterhalte mich gerne nachher nochmal mit dem Gegner“, sagt Trainer Thomas Reith, „scheinbar ist das in Flieden aber nicht mehr gewünscht. Flieden sollte sich mal Gedanke darüber machen, dass man der einzige Verein im ganzen osthessischen Raum ist, der das jetzt so handhabt. Macht aber nichts: Da fahren wir halt nach dem Spiel gleich heim.“

Auch das Argument Alkohol zieht bei Reith keineswegs: „Das ist doch Käse. In der obligatorischen Kiste sind immer auch Radler, Cola oder Iso-Getränke dabei. Niemand wird gezwungen, Bier zu trinken. Fakt ist: Bei uns in Großenlüder gibt es die Kiste weiterhin – auch dann, wenn Flieden II kommt.“

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19.08.2014 - 12:38 - Hw18773

Ist Flieden Insolvenz ? evtl ist der Spieler Kader der ersten ja zu Teuer :-) und nun wird an den Ausgaben für Gastfreundschaft gespart :-) Bekommt die Fliedener 2te und 3te Mannschaft nichts nach dem Spiel von Ihrem Verein zu Trinken ? bzw muss man aufpassen wenn man was bekommt nicht das das dann auch noch gestrichen wird :-) wenn die Vereinsführung darauf aufmerksam wird :-)