25.05.2019

Cagritekin: "Baby in den sicheren Hafen gebracht"

Hessenliga: 3:1 gegen Baunatal/TGF bleibt drin

Kollektiver Jubel mit Vereinsfahne bei den Friedberger Türken nach dem Schlusspfiff. Foto: Pedro Acebes.

Türk Gücü Friedberg genießt auch in der kommenden Saison Hessenliga-Status. Durch das 3:1 (1:0) am letzten Spieltag gegen den KSV Baunatal hat der erste türkischstämmige Verein in Hessens höchster Spielklasse den Klassenerhalt geschafft. Erleichterung machte sich nach dem Schlusspfiff am Ober-Rosbacher Eisenkrain breit, nachdem man zwischenzeitlich für rund 20 Minuten vermeintlich abgestiegen war.

Die rund 220 Zuschauer feierten nach dem Schlusspfiff ihre Mannschaft, die zuletzt in zwei Auswärtsspielen 16 Gegentore hinnehmen musste, sich aber im finalen Saisonduell gegen den DFB-Pokalteilnehmer hochkonzentriert zeigte. Der scheidende Trainer Gültekin Cagritekin wollte auf der Pressekonferenz keine Spielanalyse abgeben, sondern sagte nur überglücklich: "Das Ziel ist mit dem Klassenerhalt erreicht. Ich bedanke mich beim Vorstand für die gute Zusammenarbeit, aber auch beim nicht mehr im Amt stehenden Gökhan Satir, der mich vor zweieinhalb Jahren mit Mustafa Fil geholt hat." Dass sich Cagritekin mit dem Klassenerhalt in Richtung Gruppenligist Oberrad verabschieden konnte, danach hatte es zeitweise nicht ausgesehen.

Nachdem Flieden gegen Kassel zwischenzeitlich mit 1:0 in Führung lag, war Friedberg 21 Minuten lang ein gefühlter Süd-Verbandsligist. Viel hatte sich im ersten Abschnitt am Eisenkrain nicht zugetragen. Die Nordhessen gingen die Aufgabe durchaus mit der nötigen Ernsthaftigkeit an, obwohl sie erst rund eine Stunde vor Spielbeginn mit ihren drei Kleinbussen am Spielort angekommen waren. Der KSV agierte durchaus mutig und hatte mit dem Pfostenschuss von Manuel Pforr eine gute Gelegenheit. "Es war für uns ein schweres Spiel, weil wir ja das Zünglein an der Waage sein konnten. Nach dem Pfostenschuss waren wir dermaßen ungefährlich, dass wir gegen einen diszipliniert verteidigenden Gegner nicht das Gefühl hatten, ein Tor zu machen", bedauerte KSV-Coach Tobias Nebe.

Friedberg verteidigte diszipliniert und kompakt

Als sich dann die Nachricht von der Fliedener Führung auf dem Sportplatz verbreitete, spürte man schon eine seltsame Stimmung. TGF war zu diesem Zeitpunkt weg und gerade als man die Friedberger schon abschreiben wollte, fiel in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das erlösende Tor: Semun Bibers Flanke köpfte Routinier Jonatan Tesfaldet zum 1:0 ein (45.+1). Im zweiten Abschnitt verstärkte Baunatal den Druck auf das Tor der Hausherren, blieb aber ungefährlich. Friedberg machte das taktisch sehr gut und verteidigte kompakt. Als dann durchdrang, dass Kassel ausgeglichen und sogar in Führung gegangen war, beruhigte sich die angespannte Situation.

Alit Usic hätte mit seinem Lattenschuss alles klar machen können (84.), doch dann glich der KSV doch noch aus dem Nichts durch Rolf Sattorov per Kopf aus (88.). Doch Friedberg ließ sich nicht beirren, denn im Gegenzug traf Filip Mitrovic zum 2:1 (89.). Das 3:1 von Dorian Miric in der Nachspielzeit ging im kollektiven Jubel schon unter (90.+3). Cagritekin richtete noch Grüße an seinen Trainerkollegen Mustafa Fil, der ja Ende März entlassen worden war: "Wir waren ein Trainerteam und haben das gemeinsam geschafft. Die letzten Meter musste ich leider alleine gehen, aber wir haben das Baby in den sicheren Hafen gebracht."

Die Statistik:

Türk Gücü Friedberg: Kröller - Biber, Dudda, Bartel, Aslan - Takahashi (40. Mitrovic), Tesfaldet, Usic, Toskovic (80. Miric) - Gürsoy, Bell Bell (90./+3 Özyürek).
KSV Baunatal: Bielert - Krengel, Blahout, Künzel (80. Grashoff), Möller - Üstün (61. Müller), Schäfer, Schrader (80. Ludwig), Borgardt - Sattorov, Pforr.
Schiedsrichter: Mirko Radl (Biebesheim am Rhein).
Zuschauer: 221.
Tore: 1:0 Jonatan Tesfaldet (45.+1), 1:1 Rolf Sattorov (88.), 2:1 Filip Mitrovic (89.), 3:1 Dorian Miric (90.+3).

Autor: Pedro Acebes

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