16.10.2016

Corumlu entscheidet ein schlechtes Spiel - Fotostrecke

Gruppenliga: Borussia II nur mit zwölf Mann

Zlatko Radic (links) war glücklich über den 1:0-Erfolg. Foto: Charlie Rolff

Der Haimbacher SV hat das im Kampf um den Klassenerhalt so wichtige Derby gegen die zweite Mannschaft von Borussia Fulda mit 1:0 (1:0) gewonnen. Das Spiel an sich war aber noch schlechter, als die Tabellenplätze der beiden Mannschaften aussagen.

Das Tor des Tages fiel eine Minute vor der Pause und sorgte für viel Gesprächsbedarf. Denn die Vorarbeit von Zlatko Radic genau auf den Kopf von Torschütze Mehmet Corumlu war zwar sehenswert und präzise, doch die Szene hatte einen Haken. Radic hatte den Ball nämlich vorher klar mit der Hand gespielt. „Handspiel würde ich so nicht sagen: Nennen wir es doch einfach eine schöne Aktionen“, grinste Radic später auf die Situation angesprochen und verschwand.

Mit diesem Treffer hatte Haimbach ein Spiel entschieden, für das man gute Nerven und viel Geduld benötigte. Denn an Gebolze war die Partie kaum noch zu überbieten. Fußballerisch gab es eigentlich überhaupt nichts zu sehen, was der schlimme Acker in Haimbach allerdings auch nur schwer zulässt.

„Das ist mir egal. Früher, als ich noch Trainer in Müs war, da haben wir 13-mal zu Null gewonnen. Ganz ehrlich: Ich finde solche 1:0-Siege immer viel besser als ein 5:3. Wenn man das Spiel so rückbetrachtet, haben wir in 90 Minuten so gut wie nichts zugelassen, waren immer voll konzentriert und das eine Tor besser“, lautete die Analyse von Radic, der mit 46 Jahren auch diesmal wieder den Motor im Mittelfeld spielte und bester Mann seiner Mannschaft war. Sein Team hätte nach der Pause mehrfach das 2:0 machen können.

Eine andere Richtung hätte Borussia II dem Spiel lediglich Mitte der ersten Halbzeit geben können. Da legte sich Benjamin Bunzenthal auf Flanke von Stenger herrlich quer in die Luft, doch sein Schuss wurde noch gerade so eben geblockt (22.). Eine Minute später traf Sebastian Eichenauer nach einer Celikel-Ecke zudem noch den Pfosten (23.). Ansonsten bekam Haimbachs Keeper Sijaric überhaupt nichts zu tun. Bis zur 90. Minute. Da forderte der Gast nach einem langen Freistoß Elfmeter.

„Den kann man geben. Pfeift er den Strafstoß, dann endet das Spiel 1:1, was wir auch verdient gehabt hätten“, erklärte Borussias Spielertrainer Christopher Krause, der mit einer äußerst skurrilen Situation fertig werden musste. Denn obwohl einige Spieler aus dem Hessenligakader sogar unter den Zuschauern weilten, blieb für Krauses Elf jegliche Verstärkung von oben aus. Mehr noch: Krause musste sein Team aus der Dritten auffüllen und es saß sogar nur ein einziger Spieler auf der Bank – und das bei einem so wichtigen Spiel. Krause war ob dieser Situation merklich ratlos, gab sich aber vereinstreu sehr bedeckt. „Da bin ich der falsche Ansprechpartner für. Das entscheiden andere, wer bei mir spielt“, so Krause.

Haimbach: Sijaric; Vidovic (46. Gajic), Engel, Mengel, Hasenauer, Heins, Radic, F. Acar (61. Oelschläger), Corumlu, Palfi, Stein (72. Kropp).
Borussia II: Seitz; Celikel, Hanlon, Krause, Hammerl, Ranze (80. Szymiet), Eichenauer, Eymir, Bunzenthal, Lorenzen, Stenger.
Schiedsrichter: Philipp Obert (TSG Neu-Isenburg). Zuschauer: 220. Tor: 1:0 Mehmet Corumlu (44.).

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