Parzeller in der Nachspielzeit

"Da zittern die Knie"

08. August 2021, 15:50 Uhr

Niklas Breunung (links) und die SG Bronnzell unterlagen erneut mit 2:3 zum Auftakt. Die Punkte nahm Amir Remic und der TSV Künzell mit. Foto: Charlie Rolff

In den beiden Corona-Saisons war der TSV Künzell zweimal der große Profiteur, hätte ohne die Saisonabbrüche wohl kaum die Gruppenliga. Und nun? Bezwingt die Gaul-Truppe gleich am ersten Spieltag den großen Favoriten.

Klar, ein bisschen Glück war beim 3:2-Auswärtssieg in der Heppeau mit dabei, und doch war der Last-Minute-Sieg nicht unverdient. Dingfest machte ihn Julian Parzeller, der einen unstrittigen Elfmeter nach Foul an Solomon Haile Negussie eiskalt verwandelte. Da lief bereits die Nachspielzeit und Parzeller übernahm mit seinen 19 Jahren die Verantwortung. „Ein bisschen haben die Knie gezittert“, gab er nachher freimütig zu.

Aber wer A sagt, der muss auch B sagen. Denn Parzeller ist der neue Kapitän. Ebenfalls außergewöhnlich. „Mit 19 im Heimatverein die Binde, das ist schon eine Ehre“, sagt der von seinen Teamkollegen gewählte Spielführer. Er soll das Spiel von der „Sechs“ aus lenken, die Mannschaft organisieren und führen. Parzeller ist sich sicher, dass der Auswärtscoup erst der Anfang war. „Wir wollen eine geile Saison spielen, mindestens die Play-Offs erreichen.“

Spieler des Spiels war aber Haile Negussie, der an alter Wirkunsstätte bei seinem Debüt für Künzell doppelt traf. Das erste Mal nach 40 Sekunden aus dem Gewühl, später nach starker Vorarbeit von Tim Farnung (24.).

Bronnzell steckte nicht auf, angetrieben von den Neuen Niklas Breunung und Jan-Niklas Jordan drückte der Gastgeber nach schwachem ersten Durchgang nach der Pause aufs Gaspedal, hätte das Spiel drehen, nach dem 2:3 gar noch den neuerlichen Ausgleich erzielen können. Doch das Glück war mit den Tüchtigsten. Haile Negussie sah das nicht anders. Der Mann des Spiels strahlte über beide Ohren und brach sein Spiel und den Sieg auf ein Wort hinunter: „Geil!“

Eine Bestnote verdiente sich zudem Schiedsrichter Steffen Krah, der ein teils wildes Spiel in aller Souveränität herunterpfiff und dabei ohne Fehl und Tadel blieb.

Die Statistik:

Viktoria Bronnzell: Ritzel – Wind (55. Sandner), Dinov, Jäger, Maximilian Weiss – N. Breunung – Marian Weber (88. Horenkamp), Hohmann, Marco Weiss, Jordan – Marek Weber.
TSV Künzell: Kircher – Jestädt, Bullemer, Remic, Heil (75. Schel) – Parzeller, P. Breunung – Haile Negussie, Tekleyes (30. Drews), Farnung – Gaul (62. Herbach).
Schiedsrichter: Steffen Krah (SV Herolz). Zuschauer: 220. Tore: 0:1, 0:2 Solomon Haile Negussie (1., 24.), 1:2 Sebastian Dinov (36.), 2:2 Jan-Niklas Jordan (73.), 2:3 Julian Parzeller (90.+1, Foulelfmeter).

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