01.12.2018

Das Fernrohr landet in der Schublade

Hessenliga: Flieden feiert mit 3:0-Sieg versöhnlichen Jahresausklang

Die Fliedener haben das Jubeln trotz langer Durststrecke noch nicht verlernt. Foto: Charlie Rolff

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt mehr denn je beim SV Buchonia Flieden: Wie schon in der Vorwoche gegen Eddersheim gelang den Buchonen auch gegen die dahinsiechende Spvgg. Neu-Isenburg ein klarer Erfolg: Schon zur Pause war beim 3:0 (3:0) alles klar für die Elf von Zlatko Radic, die eine schwierige Hinserie zu einem versöhnlichen Ende bringen und Euphorie für die Restrunde tanken konnte.

Die Buchonia, die im Vergleich zur Vorwoche mit Lukas Hagemann (für den grippenkranken Marc Götze) und Sascha Rumpeltes (für den gesperrten Luca Gaul) in die Partie gegangen war, wollte von Beginn an durch Präsenz in den Zweikämpfen demonstrieren, dass man nicht gewillt ist, so schnell klein beizugeben in der Hessenliga. Insbesondere Fabian Schaub, der seine Qualitäten mittlerweile wieder viel besser auf dem Platz bringt als noch vor ein paar Wochen, verstrickte sich in etliche rassige Zweikämpfe, sah erst selbst früh Gelb, ehe sich seine Gegenspieler Verwarnungen abholten.

Fast schon folgerichtig, dass das Führungstor - gerade in einer Phase, als der Fliedener Mut abzuflauen drohte - nach einem Standard fiel: Schaub war 25 Meter mittig vor dem Tor im Luftkampf von Paul Bickel gefoult worden, der Eichenrieder verwandelte den Standard dann höchstpersönlich flach in die Ecke (27.). Die seit sieben Spielen erfolglosen und seit kurzem wegen Suspendierungen um fünf Spieler dezimierten Neu-Isenburger agierten auch bei den weiteren Treffern der Buchonen unglücklich: Erst, als Julian Cichutek unnötig Röhrig foulte, obwohl der Fliedener Außenbahnspieler sch den Ball zu weit vorgelegt hatte, und Leibold den fälligen Elfer verwandelte (41.). Dann, als Gästekeeper Andreas Rudolf einem Kopfballaufsetzer Schaubs mit dem Pausenpfiff nur apathisch hinterherschaute - 0:3.

Zu allem Überfluss für die Gäste gesellte sich noch die Gelb-Rote Karte für Cichutek, die er sich beim Foul vor dem Strafstoß eingehandelt hatte. So war das Spiel schon zur Pause entschieden, auch weil die Gäste ihre einzige, aber dafür hochkarätige nicht nutzen konnten, als Johannes Günther nach einem Hack-Ausrutscher Fliedens Keeper Lukas Hohmann prüfte und Marc Züge den sich anschließenden Abpraller neben das Tor setzte (35.). Immerhin: Die Gäste gaben sich nicht komplett auf, versuchten nach der Pause das Ergebnis noch in einem einigermaßen erträglichen Rahmen zu halten.

Der Buchonia indes gelang es - mit der klaren Führung im Rücken - nicht mehr, die komplette Spannung aus dem ersten Durchgang mit in Hälfte zwei rüberzunehmen, weshalb Keeper Lukas Hohmann sich auch mal zu der Aussage "Wollt ihr mich verarschen?" verleiten ließ. Lediglich Marc Röhrig, der nach einem Lupfer von Lukas Hagemann über Rudolf den Ball am kurzen Pfosten nicht mehr ins leere Tor brachte (68.), und Kapitän Andreas Drews mit einem viel zu lasch getretenen Elfmeter hatten (80.) noch die Möglichkeit zu erhöhen. Andererseits: Wer will es den Buchonen nach drei fast perfekten Halbzeiten in Serie verdenken? Durch den Erfolg sind die Nichtabstiegsplätze für Flieden auch ohne Fernrohr wieder zu sehen.

Die Statistik:

SV Buchonia Flieden: L. Hohmann - Hack (59. Pfeiffer), Leibold, Zeller, N. Hohmann - Rumpeltes (75. Bohl), Drews (82. Kreß) - Weismantel, Röhrig - Hagemann, Schaub.
Spvgg. Neu-Isenburg: Rudolf - Buschmann, Cichutek, Bickel, Wolfarth - Letellier, Schellhorn - Albert (67. Sachs), Günther (83. Iwamoto) - Züge, McCrary (83. Bellos).
Schiedsrichter: Marco Unholzer (Birkenau).
Zuschauer: 250.
Tore: 1:0 Fabian Schaub (27.), 2:0 André Leibold (41., Foulelfmeter), 3:0 Fabian Schaub (45.+1).
Gelb-Rote Karte: Julian Cichutek (40., Neu-Isenburg).
Besonderes Vorkommnis: Andreas Drews (Flieden) scheitert mit Foulelfmeter an Andreas Rudolf (80.).

Autor: Christian Halling

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